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Von FinTechs und regulatorischen Sandkästen – Erfahrungsbericht der Jurastudentin Esra Eroglu

19. August 2021 | Von: Pressestelle EBS Universität
Esra Eroglu, Jurastudentin

FinTech ist schon längst kein Trendwort mehr, sondern fest im Finanzsektor etabliert. Die EBS Law School beobachtet die Entwicklungen in diesem Bereich aufmerksam und integriert die neuesten Erkenntnisse ins Studium. Esra Eroglu, Jurastudentin im 10. Trimester, berichtet über ihre Teilnahme am Online-Seminar „FinTech & Law“ der Partnerhochschule Fundacao Getulio Vargas in Sao Paulo:

„Als Mitglied der Law Schools Global League (LSGL) eröffnen sich für die EBS Law School und ihre Studierenden zahlreiche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit renommierten internationalen Jurafakultäten. So vergab die FGV São Paulo 25 Stipendien an Studierende von LSGL-Partnerhochschulen für ihr 4-wöchiges Seminar „FinTech & Law“, welches 2021 bereits zum zweiten Mal und in digitaler Form stattfand.

Dass das Seminar ausgerechnet an der FGV São Paulo angeboten wurde, ist kein Zufall: São Paulo ist die Finanzmetropole Brasiliens und gleichzeitig ein Standort in einem Land, in dem insbesondere während der Corona-Pandemie große Entwicklungen bezüglich des Zugangs der allgemeinen Bevölkerung zu Finanz- und Versicherungsdienstleistungen stattfanden. Damit sind die Fakultät und die eingeladenen Expertinnen und Experten bezüglich aktueller technischer Entwicklungen in der Finanzwelt am Puls der Zeit. In den Lehrveranstaltungen ging es jedoch nicht nur um das brasilianische Rechts- und Finanzsystem, sondern auch um internationale Entwicklungen auf Finanzmärkten und die damit einhergehenden rechtlichen Anpassungen.

Die Themen erstreckten sich darüber, was FinTechs sind, wie technische Innovationen auch bei Versicherungsdienstleistungen in Form von InsurTechs eine immer größere Rolle spielen, datenschutzrechtliche Aspekte und rechtliche Regulierungsansätze. Die Lehrveranstaltungen fanden in Form von Videovorlesungen, interaktiven Zoom-Sessions und Expertendiskussionen statt. Insbesondere in den interaktiven Zoom-Sessions ergaben sich in Gruppenarbeitsphasen Gelegenheiten, sich mit den Mitstudierenden inhaltlich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Dies war insbesondere deshalb bereichernd, weil die Teilnehmenden aus aller Welt kamen und man so Eindrücke zu Auffassungen aus den verschiedensten Rechtshintergründen bekam.

Unter den hochkarätigen Dozenten war etwa Carlos Eduardo de Almeida von der Brasilianischen Zentralbank, der in der letzten Veranstaltung über den Umgang mit neuen Regulierungen für Finanztechnologien sprach. Die Zentralbank fördert und ermöglicht sogenannte regulatorische Sandkästen, in denen für FinTechs Erleichterungen von bestehenden rechtlichen Regulierungen gelten, sodass sich Finanztechnologien in einem innovationsfreundlichen Rahmen entwickeln, reifen und neue Ideen und Möglichkeiten testen können. Das Innovationspotenzial technischer Entwicklungen für den Finanz- und Versicherungsmarkt wird in Brasilien also aktiv gefördert.

Insgesamt war die Teilnahme an dem Seminar „FinTech & Law“ nicht nur fachlich bereichernd, was aktuelle Entwicklungen und Innovationen auf dem Finanzmarkt angeht, sondern auch eine wertvolle digitale Auslandserfahrung, bei der man mit Juristen und Studierenden aus aller Welt in den Austausch treten konnte. So bekam man einen kleinen Einblick in verschiedene Regelungssysteme vor dem Hintergrund neuer Entwicklungen und merkte gleichzeitig, dass bei manchen neuen Phänomenen alle Rechtssysteme mit ähnlichen Problemen und Regelungsmöglichkeiten konfrontiert sind und diese gemeinsam angegangen werden können.“

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