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Herausforderungen für Sozialunternehmen in der Corona-Krise

7. Mai 2020 | Von: Katja Friedrichs , Wissenschaftliche Mitarbeiterin Social Business
Gemeinsame Umfrage von SEND e.V. und EBS Universität

Sozialunternehmen nutzen Marktmechanismen um soziale Probleme zu adressieren und sind dadurch anfällig für Marktstörungen. Nach dem ersten großen Ausbruch von COVID-19 in Deutschland im März 2020 verabschiedete die Bundesregierung Sperrmaßnahmen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Es wurden staatliche Finanzhilfeprogramme aufgelegt, um Arbeitsplätze zu erhalten und die Wirtschaft zu stützen. Während der Lockdown alle Unternehmen trifft, stehen Sozialunternehmen vor einer besonderen finanziellen Herausforderung. Sie verfügen meist über begrenzte finanzielle Reserven, und die KfW-Förderprogramme schlossen gemeinnützige Organisationen zunächst explizit aus.

Die Akteure des sozialen Unternehmertums in Deutschland hatten sich erst vor kurzem zusammengeschlossen, um ihre Interessen besser vertreten zu können. Der eingetragene Verein Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V. (kurz SEND) wurde im Juni 2017 gegründet. Vor dem Ausbruch von COVID-19 in Deutschland war SEND gerade dabei, eine größere Kampagne zu organisieren, um das Bewusstsein für seine mehr als 400 Mitgliedsorganisationen und deren gesellschaftliche Wirkung zu schärfen. Sie legten ihren ursprünglichen Plan schnell auf Eis und konzentrierten sich auf die Unterstützung von Sozialunternehmen in dieser Krise. Um die spezifischen Herausforderungen für Sozialunternehmer besser zu verstehen, begannen SEND und der Lehrstuhl für Social Business der EBS Universität für Wirtschaft und Recht eine Zusammenarbeit. Eine gemeinsame Umfrage gibt interessante Einblicke in die Herausforderungen, denen Sozialunternehmer in der Krise gegenüberstehen.

158 Sozialunternehmen nahmen zwischen dem 23. April und 5. Mai an der Umfrage teil. Es herrscht Unsicherheit unter Sozialunternehmern in Deutschland. Einige der Teilnehmer fürchten innerhalb von sechs Monaten nicht mehr geschäftsfähig zu sein. Die Daten deuten darauf hin, dass viele Sozialunternehmer bisher kreative Wege gefunden haben, um ihr Unternehmen am Laufen zu halten (siehe Abbildung 1), und es ihnen in vielen Fällen sogar gelungen ist, ihre soziale Wirkung zu steigern (siehe Abbildung 2), trotz begrenzter finanzieller Reserven und höherer Hürden beim Zugang zu staatlichen Hilfsprogrammen.

SEND schrieb einen Blog für seine Mitglieder und nutzte die Daten, um Forderungen an die Politik zu formulieren und eine Medienerklärung zu veröffentlichen. Wir drücken die Daumen, dass die Sozialunternehmer gut durch die Krise kommen.

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Kontakt
Katja Friedrichs

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Social Business

Social Business und Social Entrepreneurship

+49 611 7102 1437
katja.friedrichs@ebs.edu