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EBSdigital: Home Office ohne auszuflippen

19. März 2020 | Von: Pressestelle EBS Universität
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Prof. Dr. Julia Hartmann im Homeoffice


„Empowering You in Times of Social Distancing“: Wie gehen EBSler mit der aktuellen Situation um? Prof. Dr. Julia Hartmann gibt Tipps zur Heimarbeit in der schulfreien Zeit.

Innerhalb kürzester Zeit haben die Länder Europas immer schärfere Regeln zur Einschränkung sozialer Interaktionen definiert, um die Geschwindigkeit, mit der sich COVID-19 verbreitet, zu verlangsamen. Sie tun dies mit dem Ziel sicherzustellen, dass die europäischen Gesundheitssysteme nicht zusammenbrechen, wenn sie mit einer Flut von Patienten konfrontiert werden, die mit einem schweren Verlauf der Krankheit konfrontiert sind. Ein Freund nannte COVID-19 jüngst das „Zombie-Virus“ – ein Begriff, der vermutlich gut umschreibt, wie es schwer kranken Menschen geht, die in Plastikkammern eingesperrt sind und von medizinischem Personal betreut werden, das wie Astronauten aussieht.

Die jüngsten Entwicklungen zwingen immer mehr Menschen ins Home Office. Professoren gehören zu einer Berufsgruppe, die schon jahrelang Erfahrung mit Home Office haben, da Wissenschaftler sich gerne ganz in Ruhe in wissenschaftliche Manuskripte, Daten und statistische Analysen vertiefen. Ich selbst arbeite seit über drei Jahren rein virtuell mit zwei Kollegen aus den USA an mehreren Projekten zusammen. Einen der beiden habe ich noch nie persönlich getroffen.

Nun stellte die EBS Universität die Frage an die Fakultät, ob die Professoren etwas von dieser Erfahrung teilen und Empfehlungen darüber aussprechen könnten, wie man im Homeoffice „nicht ausflippt“, wenn die Kinder aufgrund der Schließung der KiTas und Schulen zu Hause sind. Diese Frage beruht auf einer wichtigen Annahme: Man ist eben nicht ausgeflippt.

Um ehrlich zu sein, habe ich genau das getan, als ich am vergangenen Freitag die Nachricht hörte. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe mein Kind. Aber mit einem 5-Jährigen Kind zu Hause zu sein, hat sehr wenig mit der Form von Home Office zu tun, wie ich sie gewohnt bin. Ein kleines Kind bekommt keine Lernpläne und-aktiviten von der Schule vorgegeben. Ein 5-jähriges Kind hat ein enormes Bedürfnis nach Bewegung und will quasi ständig unterhalten werde. Außerdem quatschen kleine Kinder von morgens bis abends. Das ist meist niedlich, im Home Office aber ein Problem. Wir haben keine Familie in der Nähe, die sich wenigstens hin und wieder kümmern könnte. Auch Spielplätze sind inzwischen tabu. Also, wie soll man da nicht ausflippen?!?

Ich bin mir daher nicht sicher, ob ich wirklich geeignet dafür bin, anderen in dieser Situation Ratschläge zu erteilen. Ich habe ja selbst gerade mal zwei Tage Erfahrung mit dieser neuen Form des „Home Office“. Und im Gegensatz zu anderen haben mein Mann und ich nur ein Kind. Aber natürlich kann ich gerne darüber informieren, wie wir mit dieser Situation umgehen.

  • Die Last teilen. Sowohl mein Mann als auch ich arbeiten Vollzeit. Zum Glück haben wir beide Jobs, die es uns in einem gewissen Umfang ermöglichen, von zu Hause zu arbeiten. Jeden Abend gehen wir unsere Kalender durch und überlegen uns, wer am nächsten Tag welche Zeitfenster für die Arbeit benötigt. Daraus leiten wir ab, wie wir uns abwechselnd um das Kind kümmern.

  • Früh aufstehen (oder spät ins Bett gehen oder beides). Die Zeit, in der das Kind schläft, ist die wertvollste Arbeitszeit.

  • Einen Plan für das Kind erstellen. Wir wissen, dass unser Kind die Routine aus dem Kindergarten liebt, und wir nutzen dies zu unserem Vorteil. Wir sind dabei, eine neue Routine zu schaffen, die sowohl Zeiten enthält, in denen wir uns aktiv um das Kind kümmern, und welche, in denen sich das Kind selbst beschäftigen muss. Diese Routine macht es dem Kind leichter zu akzeptieren, dass es Zeiten gibt, in denen die Eltern sich um ihre Arbeit kümmern müssen. Wir beginnen den Tag zum Beispiel mit Sport und von uns geleiteten Aktivitäten (viel Spaß für alle!), gefolgt von einer Stunde Malen ganz allein.

  • Einen Hamsterkauf tätigen. Aber bitte nicht für Toilettenpapier! Vielmehr haben wir etwas Geld in Dinge investiert, von denen wir wissen, dass sie uns in den nächsten Wochen helfen werden: Mini Lük und ein Hüpfgummi. Wichtig ist, dass es dem Kind gefällt und die Beherrschung des Spielzeugs Übung erfordert. Das hält beschäftigt und die Laune hoch!

  • Im Internet recherchieren. Ich bin sicher, dass uns Blogger wie Mutti so yeah in der vor uns liegenden Zeit mit Ideen und Ratschlägen helfen werden.

In diesem Sinne: Halten Sie durch und bleiben Sie gesund!


Julia Hartmann ist Professorin für nachhaltiges Supply Chain Management am Operations Department der EBS Business School. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit den Themen nachhaltige Entwicklung, Corporate Social Responsibility, nachhaltiges Supply Chain Management und Operations.

Hintergrund:

Während der größten globalen Pandemie seit der Spanischen Grippe sind wir alle gefordert, die Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich zu verlangsamen. Die EBS Universität möchte ihren Beitrag dazu leisten und bietet Lehrveranstaltungen seit Montag, den 16.3.2020, bis auf weiteres komplett in Form von interaktiven Video- oder Audiokonferenzen und E-Learning an, in welchen die Studierenden mit ihren Professoren in den direkten Austausch treten, Raum für Diskussionen haben und es grundsätzlich keinen Unterschied zu einer normalen Vorlesung gibt (außer die Präsenz). So halten wir die Lehre vollumfänglich aufrecht. Wir sind durch die Maßnahmen in der Lage, für die Studierenden den rechtzeitigen Abschluss des Semesters bzw. des Studiums wie geplant sicherzustellen. Die Sicherheit und Gesundheit der EBS Gemeinschaft sowie aller Besucher und Besucherinnen ist für die EBS Universität von größter Bedeutung. Wir verfolgen die Entwicklungen aktiv seit den ersten Berichten über die auf SARS-Cov-2 basierende Krankheit in China. Bisher gibt es weder bestätigte noch vermutete Krankheitsfälle an unserer Universität oder in ihrem Umfeld. Nach wie vor halten wir den persönlichen Kontakt zu den Studierenden für einen wichtigen Bestandteil eines erfolgreichen Studiums und für einen gelungenen Studienstart: alle Mitarbeiter und Professoren sind per Telefon, Mail oder Videocall erreichbar – im Homeoffice oder als letzte Verbliebende aus dem Büro.

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