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Was hat ein deutscher Swimmingpool mit dem Europäischen Gerichtshof zu tun?

09.03.2018 | Von: Stefanie Teßner, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Prof. Daniel M. Klocke
Einblicke in das Wirtschaftsrecht mit EBS Professor Daniel M. Klocke

Professor Daniel M. Klocke ist seit dem 1. September 2017 Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht und Rechtstheorie an der EBS Universität. Im Interview spricht er darüber, welche Folgen auch kleinste Unterschiede im deutschen und europäischen Vertragsrecht haben können sowie über die Besonderheiten des EBS Jurastudiums.

Herr Professor Klocke, warum haben Sie sich entschieden, an die EBS zu kommen?

Mich reizte die generelle Struktur der EBS als kleine Privatuniversität, an der man mit kleinen Gruppen arbeiten kann. Im Arbeitsrecht gibt es beispielsweise immer zwei Sichtweisen: Die arbeitnehmerfreundliche und die arbeitgeberfreundliche. Meine Lehre ist darauf ausgerichtet, sich nicht auf eine Seite zu schlagen, sondern die Rechtsprechung den Studierenden zur Diskussion zu stellen. Das funktioniert einfach besser, je kleiner die Gruppen sind.

Können Sie eine zentrale Frage aus Ihrem Forschungsfeld nennen, mit der Sie sich gerade beschäftigen?

Im Verbraucherrecht sitze ich unter anderem gerade an einer Anmerkung zu einem interessanten Fall, in dem es um die Abgrenzung eines Kaufvertrages zu einem Dienst- bzw. Werkleistungsvertrag geht.

Können Sie diesen Fall mal genauer schildern?

Der Fall liegt so: Der Swimming-Pool war kaputt. Die Eheleute beauftragten einen Monteur mit der Reparatur, jedoch wurden im Zuge dessen einige zur Reparatur notwendigen Teile kaputt geliefert. Die Eheleute haben jetzt den Fehler gemacht, dass sie sofort eine Zweitfirma mit der Korrektur dieser Mängel beauftragten. In Deutschland muss man aber, bevor man das macht, dem ersten Vertragspartner eine Frist setzen. Das Europarecht ist an dieser Stelle unklar. Der Europäische Gerichtshof hat aber gesagt: Wir sind dafür nicht zuständig, denn es handelt sich um eine Reparatur und somit um einen Vertrag, der nicht unter die Verbrauchsgüterkaufrichtlinie fällt. Konsequenz: Deutsches Recht findet Anwendung und das Ehepaar wird wahrscheinlich auf den Kosten sitzen bleiben.

Sind es solche Fälle, die das Fach Jura für Sie so spannend machen?

Im Fach Jura ist für jeden etwas dabei. Mich hat zum Beispiel Wirtschaft schon immer sehr interessiert und im Fach Jura kann man sich auf Wirtschaftsrecht spezialisieren. Deswegen fühle ich mich hier an der EBS auch so wohl. Ich schätze den Diskurs mit den Betriebswirten sehr. Die sind immer etwas deutlicher in ihren Fragestellungen und in dem, was sie vorhaben. Da sieht man dann auch mal Visionen.

Was macht das Jurastudium an der EBS für Sie besonders?

Was ich als sehr gut empfinde, ist der enge Kontakt der Studierenden zu den Professoren. Man kommuniziert einfach gut, und zwar sowohl fachlich als auch menschlich.

Was möchten Sie Ihren Studierenden mit auf den Weg geben?

Ich möchte ihnen sagen: „Es ist Ihr Weg!“ Individualität ist ganz wichtig und es ist ein großes Plus der EBS, dass die Studierenden hier „ihr Ding“ machen können. Sie können ihre eigenen Wege gehen und ihre eigenen Schwerpunkte setzen. Dabei unterstützen wir sie gerne.

Wir bedanken uns für dieses Gespräch!

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