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Studie: Umgang mit COVID-19 - Analyse von Bewältigungsstrategien sowie der Rolle von Achtsamkeit für das psychologische Wohlbefinden

24. Februar 2021 | Von: Alexander Götmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Leadership

Wer kommt besser mit den Belastungen der COVID-Pandemie zurecht? Diese Frage untersuchten Alexander Götmann und Myriam Bechtoldt in einer längsschnittlichen Studie über einen Zeitraum von 2 Monaten. Zentrales Ergebnis ist, dass Personen mit höherer Ausprägung in dispositioneller Achtsamkeit die Krise besser bewältigen.

Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie schränken Menschen in ihren persönlichen Freiheiten massiv ein. Die Veröffentlichung von Alexander Götmann und Myriam Bechtoldt befasst sich mit der Frage, wie Menschen den Lockdown bewältigen, und untersucht dabei auch die Rolle von Achtsamkeit auf das psychische Wohlbefinden. Dazu wurden 93 Teilnehmer:innen über zwei Monate zu 13 Messzeitpunkten befragt. Mehrebenenanalysen zeigten, dass Bewältigungsstrategien, die aktiv den Stressor oder die damit verbundenen Emotionen adressieren (i.e. engagement coping), z.B. das Reflektieren über Problemlösungen, in einem positiven Zusammenhang mit psychischem Wohlbefinden standen, während das Vermeiden einer Auseinandersetzung mit dem Stressor und das Beschuldigen anderer (i.e. disengagement coping) in einem negativen Zusammenhang mit psychischem Wohlbefinden standen. Die Achtsamkeitsfacette „Erfahrungsorientierung“ (Offenheit und Akzeptanz von Erfahrungen, ohne zu bewerten) stand in einem negativen Zusammenhang mit disengagement coping, während die Facette „selbstregulierte Aufmerksamkeit“ (Gewahrsein des gegenwärtigen Moments) positiv mit engagement coping zusammenhing. Selbstregulierte Aufmerksamkeit, nicht aber Erfahrungsorientierung, war zudem mit der Fähigkeit verbunden, auch positive Aspekte von COVID-bezogenen Veränderungen würdigen zu können. Engagement coping mediierte die Effekte von dispositioneller Achtsamkeit auf das Wohlbefinden. Die Ergebnisse deuten auf differenzielle Effekte der Subkomponenten von Achtsamkeit im Kontext von Bewältigungsstrategien und psychischem Wohlbefinden hin. Theoretische und praktische Implikationen werden diskutiert.

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