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EBSdigital: Als Studierendensprecherin durch die Coronakrise

24. März 2020 | Von: Pressestelle EBS Universität
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„Empowering You in Times of Social Distancing“: Wie gehen EBSler mit der aktuellen Situation um? Ann-Sophie Schlick berichtet von ihren veränderten Aufgaben als Studierendensprecherin.

In den letzten Tagen und Wochen haben sich meine Aufgaben als Studentensprecherin des 6. Semesters der Business School elementar verändert. Grund für dafür ist die schnelle Verbreitung von COVID-19. Noch vor ein paar Wochen bin ich davon ausgegangen, dass Senatssitzungen oder Meetings mit der Universitätsleitung wie gewohnt, physisch stattfinden. Dies ist jedoch nicht mehr denkbar und hat sich an unserer Universität (zum Glück) sehr schnell verändert. Jedes Treffen findet nur noch online über Zoom statt und es wird nach Spontanität, sowie Flexibilität und schnellem Handeln gefragt, da viele Meetings auch sehr kurzfristig stattfinden. Seit ungefähr zwei bis drei Wochen gibt es an unserer Universität viele Krisenmeetings, die zum Teil auch sonntags stattfinden und bei denen wir als Studentensprecher anwesend sein dürfen. Ich schreibe hier bewusst dürfen, da dies meiner Meinung nach nicht selbstverständlich ist und ich es toll finde, dass mir als Studentensprecherin so viel Verantwortung übertragen wird. Seit Montag, den 16. März, finden alle Vorlesungen an unserer Universität bis zum Ende des Semesters nur noch online statt und die EBS befindet sich in einer gewaltigen Umbruchsphase, an der ich teilhaben und auch mitgestalten kann.

Online-Vorlesungen sind für Professoren und auch die Studenten neu und ungewohnt. Aus diesem Grund sind wir, die Studentensprecher, zu einigen Meetings eingeladen, um für Probleme gemeinsam Lösungen zu finden und bei deren Umsetzung zu helfen. Zusammenhalt und Zusammenarbeit ist in dieser Zeit ganz besonders wichtig und anders ist das Vorankommen nicht möglich. Je häufiger diese Meetings stattfinden, desto besser klappt es auch mit der Handhabung des Tools Zoom. Die Dauer der Meetings variiert je nach Thema und Dringlichkeit. Mal kann ein Meeting nur 10-15 Minuten andauern, manchmal sitzt man jedoch auch mehr als 3,5 Stunden vor dem Laptop. Ich persönlich finde auch, dass es schön ist so eng im Kontakt mit Professoren und der Unileitung zu sein, da dies normalerweise nicht in der Art vorkommt und man sie so besser von einer anderen Seite kennenlernt. Es ist manchmal lustig zu sehen wie kleine Kinder der Professoren Teil des Zoom-Meetings sein möchten und sich ins Bild mogeln. Das entspannt die ganze Sache manchmal auch sehr und schafft auch bei schwierigen Themen eine verständnis- sowie rücksichtsvolle Atmosphäre.

Durch die exponentiell steigende Zahl der Ansteckungen durch den Virus und die Schließung der Universität seit Mittwoch, den 18. März, sind tiefgreifende Veränderungen in den einzelnen Studienprogrammen notwendig. Klausuren müssen nun online stattfinden und besondere Regelungen der Benotung von Studenten, die durch das Virus ihr Auslandssemester abbrechen mussten, müssen gefunden werden. Hierfür werden häufig Umlaufbeschlüsse des Fakultätsrates per Mail verschickt, die es erfordern schnell zu antworten. Als Studentensprecherin muss ich kontinuierlich erreichbar sein und häufiger als gewohnt in meine Emails schauen. Auch ist es aktuell notwendig, sich öfter als sonst mit den anderen Studentensprechern und zum Teil auch den ehemaligen Studentensprechern auszutauschen, um sich zu informieren, sich gegenseitig auf den neusten Stand zu bringen und sich Rat einzuholen. Vieles ist also in Zeiten des Corona Virus nicht plan- oder berechenbar und muss neu gedacht werden, womit man aber lernen muss umzugehen.

Momentan befinden sich viele Studenten des sechsten Semesters in der Schreibphase ihrer Bachelorarbeit. Hierbei kommen auch Probleme auf, wie zum Beispiel das Absagen von Interviews oder die Nutzung der Bloomberg- und Reuters Terminals durch die Schließung der Bibliothek. Diese Studenten kommen auf uns zu und bitten um unsere Hilfe. Aus diesem Grund stehen meine Studentensprecher-Kollegin Julia und ich im ständigen Kontakt mit einigen Professoren und den Studenten, um schnellstmöglich Lösungen zu finden und das Weiterschreiben zu ermöglichen.

Zudem mussten leider viele Events von der Studentenschaft abgesagt oder verschoben werden, für die schon viel Arbeit investiert wurde. Dies betrifft zum Beispiel die Vollversammlung oder den Dies Academicus, bei dem Exzellenz-Preise an Professoren und Studenten vergeben werden. Momentan sind wir unter anderem auch dabei eine Lösung für die Abgesagte Vollversammlung zu finden, da diese laut der Satzung der Studentenschaft mindestens zwei Mal innerhalb eines Geschäftsjahres stattfinden muss und wichtige Veränderungen zu verabschieden sind. Generell ist es immer sehr schade, Events abzusagen, und obwohl man solche Aufgaben nicht gerne macht, gehören sie momentan ebenfalls mit dazu.

Ich bin mir sicher, dass dies erst der Anfang der schwierigen Zeiten ist, doch die EBS hat die Umstellungen von normalen Vorlesungen in Hörsälen auf Online-Vorlesungen in nur wenigen Tagen geschafft, wofür sie in „normalen Zeiten“ noch mehrere Monate benötigt hätte. Trotz oder gerade wegen der Krise werden so Fortschritte gemacht, die sonst nicht möglich wären. Es ist wirklich toll zu sehen bzw. hautnah mitverfolgen zu dürfen, wie sich die Universitätsleitung und Professoren engagieren und alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich habe auch das Gefühl, dass meine Aufgabe als Studentensprecherin an Bedeutung gewonnen hat, da häufig nach meiner bzw. unserer Meinung gefragt wird und wir an wichtigen Entscheidungen mitwirken. Es ist ein schönes Gefühl für mich, von der Universität gebraucht zu werden und ich freue mich, die EBS so gut wie möglich unterstützen zu können. Momentan sind die Aufgaben als Studentensprecherin sehr spannend und erlebnisreich, doch trotzdem ist es wichtig, dass alle zu Hause bleiben damit der Virus eingedämmt wird. #Wirbleibenzuhause!


Hintergrund:

Während der größten globalen Pandemie seit der Spanischen Grippe sind wir alle gefordert, die Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich zu verlangsamen. Die EBS Universität möchte ihren Beitrag dazu leisten und bietet Lehrveranstaltungen seit Montag, den 16.3.2020, bis auf weiteres komplett in Form von interaktiven Video- oder Audiokonferenzen und E-Learning an, in welchen die Studierenden mit ihren Professoren in den direkten Austausch treten, Raum für Diskussionen haben und es grundsätzlich keinen Unterschied zu einer normalen Vorlesung gibt (außer die Präsenz). So halten wir die Lehre vollumfänglich aufrecht. Wir sind durch die Maßnahmen in der Lage, für die Studierenden den rechtzeitigen Abschluss des Semesters bzw. des Studiums wie geplant sicherzustellen. Die Sicherheit und Gesundheit der EBS Gemeinschaft sowie aller Besucher und Besucherinnen ist für die EBS Universität von größter Bedeutung. Wir verfolgen die Entwicklungen aktiv seit den ersten Berichten über die auf SARS-Cov-2 basierende Krankheit in China. Bisher gibt es weder bestätigte noch vermutete Krankheitsfälle an unserer Universität oder in ihrem Umfeld. Nach wie vor halten wir den persönlichen Kontakt zu den Studierenden für einen wichtigen Bestandteil eines erfolgreichen Studiums und für einen gelungenen Studienstart: alle Mitarbeiter und Professoren sind per Telefon, Mail oder Videocall erreichbar – im Homeoffice oder als letzte Verbliebende aus dem Büro.

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