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EBSdigital: Leben in einer Notlage

23. März 2020 | Von: Pressestelle EBS Universität
Professor Rasa Karapandza

„Empowering You in Times of Social Distancing“: Wie gehen EBSler mit der aktuellen Situation um? Prof. Rasa Karapandza, PhD, zeigt auf, wie er seinen Studierenden mit seiner ganz persönlichen Geschichte hilft.

In meiner Teenagerzeit, als Jugoslawien zerfiel, musste ich mich als Flüchtling vor serbischen, kroatischen und NATO-Bomben verstecken. Später war ich während des Libanon-Israel-Krieges in Beirut und musste vor syrischen und israelischen Bomben sowie vor Selbstmordattentätern fliehen. Irgendwie habe ich es auch geschafft, die SARS-Pandemie in Hongkong aus erster Hand zu erleben.

Ein guter Freund von mir, der wie ich mehrere Kriege erlebt hat, besuchte während seines Studiums an der Caltech den Universitätspsychologen. Nachdem er ihm seine Lebensgeschichte erzählt hatte, fügte er hinzu, dass diese Kriege seiner Meinung nach trotz allem keine Folgen bei ihm hinterlassen hätten. Der Psychologe fragte ihn: „Verstehen Sie, dass das, was Sie sagen, nicht möglich und nicht wirklich normal ist?“

Millionen von Menschen erleben ähnliche Notlagen. Diese Notlagen machen einen Menschen entweder stärker oder sie machen ihn kaputt. Wenn ich jedem von uns, der diese Pandemie durchmacht, einen Rat geben könnte, dann diesen: Sprechen Sie darüber! Tun Sie nicht so, als ob nichts geschehen wäre. Wir leben in der Zeit einer globalen Pandemie. Wir sind vor mehr als 50 Jahren zum Mond geflogen – wir werden auch das Coronavirus besiegen. Aber wenn die Covid19-Pandemie vorbei ist, werden unsere Studierenden andere Menschen sein, wir werden andere Menschen sein und die Welt wird ein anderer Ort sein. Das Schlimmste, was wir tun können, ist, so zu tun, als ob nichts passiert. In jedem Kurs, den ich jetzt unterrichte, spreche ich mit meinen Studierenden über die Epidemie. An der Universität geht es nicht nur darum, Gleichungen zu lernen. Es geht auch darum, erwachsen zu werden. Als Professor ist es meine Aufgabe, unseren Studierenden zu helfen, gestärkt und nicht gebrochen aus dieser Pandemie herauszukommen. So zu tun, als ob nichts geschehen wäre, bricht die Menschen. Dies ist eines der bedeutendsten Ereignisse unseres Lebens. Es wird in den Geschichtsbüchern landen und uns alle verändern. Lassen Sie uns darüber sprechen!

P.S. Nutzen Sie Ihre Quarantänezeit weise. Sir Isaac Newton erfand das Kalkül während einer Quarantäne. Shakespeare schrieb König Lear, Macbeth und Antonius und Kleopatra während seiner Quarantänezeit. Schaffen wir etwas und verzweifeln wir nicht. Und lassen Sie uns darüber reden!


Raša Karapandža (geboren 4. Januar 1978) ist Finanzprofessor und Prodekan Lehre der EBS Business School. Er übt die Tätigkeit des Akademischen Direktors im Master of Finance Programm aus und ist Inhaber des Lehrstuhls für Finanzen an der EBS Universität. Der Schwerpunkt der Forschungs- und Lehraktivitäten von Prof. Karapandža liegt in den Bereichen Investitionen, empirische Asset Pricing und Portfoliomanagement.

Hintergrund:

Während der größten globalen Pandemie seit der Spanischen Grippe sind wir alle gefordert, die Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich zu verlangsamen. Die EBS Universität möchte ihren Beitrag dazu leisten und bietet Lehrveranstaltungen seit Montag, den 16.3.2020, bis auf weiteres komplett in Form von interaktiven Video- oder Audiokonferenzen und E-Learning an, in welchen die Studierenden mit ihren Professoren in den direkten Austausch treten, Raum für Diskussionen haben und es grundsätzlich keinen Unterschied zu einer normalen Vorlesung gibt (außer die Präsenz). So halten wir die Lehre vollumfänglich aufrecht. Wir sind durch die Maßnahmen in der Lage, für die Studierenden den rechtzeitigen Abschluss des Semesters bzw. des Studiums wie geplant sicherzustellen. Die Sicherheit und Gesundheit der EBS Gemeinschaft sowie aller Besucher und Besucherinnen ist für die EBS Universität von größter Bedeutung. Wir verfolgen die Entwicklungen aktiv seit den ersten Berichten über die auf SARS-Cov-2 basierende Krankheit in China. Bisher gibt es weder bestätigte noch vermutete Krankheitsfälle an unserer Universität oder in ihrem Umfeld. Nach wie vor halten wir den persönlichen Kontakt zu den Studierenden für einen wichtigen Bestandteil eines erfolgreichen Studiums und für einen gelungenen Studienstart: alle Mitarbeiter und Professoren sind per Telefon, Mail oder Videocall erreichbar – im Homeoffice oder als letzte Verbliebende aus dem Büro.

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