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Interview: Wir schaffen Orte der Begegnung

10. Juni 2020 | Von: Pressestelle EBS Universität
Dr. Dorothée Hofer, Geschäftsführerin der EBS Universität

Dr. Dorothée Hofer, Geschäftsführerin der EBS Universität


Spätestens seitdem der meterhohe, rote Kran mitten auf dem Campus Schloss in Oestrich-Winkel steht, kann niemand mehr die Baumaßnahmen übersehen. Frau Dr. Hofer, Geschäftsführerin der EBS Universität, gibt ein Update.


Was ist die Vision hinter den Baumaßnahmen?

Unser Campus Schloss ist seit vielen Jahren der zentrale Ort unserer Ausbildung exzellenter Führungskräfte, die unsere Gesellschaft und damit unsere Zukunft entscheidend mitprägen. Unser Schloss stellt das stabile Fundament unseres Erfolges dar: Hier liegen unsere Wurzeln und die große Familie der EBSler findet immer wieder den Weg zurück, um von hier, wo Freundschaften und Netzwerke fürs Leben entstehen, Innovationen und den bekannten EBSpirit in die Welt zu tragen. Die umfangreichen Sanierungs- und Baumaßnahmen sollen die Bedeutung des Ortes für die Ausbildung an der EBS Universität unterstreichen und sie für die kommenden Jahrzehnte bewahren. Dabei möchten wir den veränderten Ansprüchen an beispielsweise die digitale Lehre und technische Ausstattung gerecht werden und unseren Studierenden einen modernen erweiterten Campus bieten, der auch sehr viel Lernraum und Orte für die so wichtige Ressort- und Kongressarbeit anbietet. Die bereits eröffnete moderne Mensa mit erweitertem Essensangebot gibt einen ersten Eindruck, wo die Reise hingeht: Make Change Happen!


Wie sieht der EBS Campus der Zukunft aus?

Zunächst einmal wird der Campus autofrei sein. Im Schlossinnenhof entsteht derzeit ein Veranstaltungs- und Vorlesungsgebäude mit begehbarer Dachterrasse, die über eine Brücke auch die Flügel des Hauptgebäudes verbindet. Die Mensa zieht Richtung Weinkeller und die angrenzenden Räumlichkeiten im nördlichen Schlossflügel, der derzeit als Mensa genutzte Raum kann dann wiederum für Empfänge, Zusammenkünfte, Feiern und als Lernraum genutzt werden. Ein neuer zentraler Gehweg führt vorbei am Walther-Leiser-Kiep Center und mündet vor dem Mittelbau des Schlosses auf einem zentralen Platz, der zum Verweilen inmitten der Weinreben einladen soll.

Wir legen großen Wert auf die Schaffung von gemeinschaftlich nutzbaren Räumen, die Orte der Begegnung zwischen der Studentenschaft, den Professoren und allen anderen Mitarbeitern und Besuchern sind und die Kreativität anregen. Bei aller Veränderung: Der EBS Campus hat eine unverwechselbare Identität, die unbedingt bewahrt werden muss, allenfalls verstärkt wird.


Welche Herausforderungen sind Ihnen im Vorfeld und jetzt begegnet?

Wie Sie sich vorstellen können, ist der Bau im Denkmalschutz immer eine Herausforderung. Da begegnen einem seltene Tierarten und die unterschiedlichsten Interessenlagen. Wir sind jedoch sehr glücklich über die Unterstützung aller Beteiligten aus der Region und liegen bislang im Zeitplan, obwohl wir im Rahmen der Schaffung des Retentionsraumes einen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert ausgegraben haben. Daneben würde ich als die größte Herausforderung den Umstand benennen, dass wir „für die Ewigkeit“ bauen möchten, aber natürlich nicht exakt wissen, wie die Bibliothek und das Lernen der Zukunft aussehen. Aber wir beziehen viele Personen – allem voran unsere Studierenden – in den Bauprozess mit ein und sind auch ein wenig mutig.


Wie sind Sie bei der Planung vorgegangen?

Wir haben uns die Zukunft der EBS Universität angesehen, was die Studierendenzahlen, die Lehr- und Lernbedürfnisse und die Mitarbeiterzahlen und -wünsche angeht und haben in etlichen Workshops ein Bild gewonnen, welches von Runde zu Runde deutlicher wurde und wird, denn: In diesem Prozess befinden wir uns fortlaufend, da wir zwar den gesamten Bau auf dem Reißbrett entwickelt haben, aber nur Bauabschnitt für Bauabschnitt konkret planen und so noch die Möglichkeiten haben, neue Erkenntnisse aufzunehmen.


Welche Rolle spielt die SRH bei Bau?

Beim Kauf der EBS Universität durch die SRH war sofort klar, dass in die Bausubstanz und den Campus Schloss umfangreich investiert werden muss. Dass war insbesondere der großen Familie unserer Alumni eine Herzensangelegenheit. Die SRH hat sich dieser Aufgabe mit ihrer Expertise für große Bauprojekte und ihrer Investitionsstärke und Innovationskraft angenommen und ist Motor der gesamten Entwicklung.


Wie hat Corona den Bau beeinflusst?

Durch die Corona-Pandemie wird der Baufortschritt nicht beeinträchtigt. Selbstverständlich regt diese Krise jedoch zum Nachdenken an und lässt uns Fragen diskutieren wie: Unsere Universität hat es sehr schnell geschafft, ihre gesamte Lehre auf hohem akademischen Niveau auf Online-Lehre umzustellen, zur großen Zufriedenheit unserer Studierenden – was heißt das für die Zukunft unserer Präsenzlehre? Wie wichtig ist das Campus-Leben für unsere Studierenden? Hier glauben wir zum Beispiel, dass wir bei der Beantwortung dieser Frage nach den Studienprogrammen und dem Studienfortschritt differenzieren müssen.

Einen Einfluss hatte die Corona-Krise jedoch: Schweren Herzens waren wir gezwungen, unsere für den 4. April geplante feierliche Grundsteinlegung abzusagen, die wir mit Bürgerinnen und Bürgern und auch regionalen Partnern und der EBS Gemeinschaft begehen wollten. Nun planen wir ein Fest zur Eröffnung des ersten eben beschriebenen Gebäudes, welches im Innenhof entsteht, und im ersten Quartal 2021 fertiggestellt sein wird. Darauf freuen wir uns schon heute!


Welche Lehren können Sie bereits aus der Krise ziehen?

Wir haben bereits zu Beginn der Krise eine Taskforce zu dieser Thematik ins Leben gerufen: Was sollten wir aus der Krise lernen und in die Zukunft überführen? Zwei Forschungsteams beschäftigen sich außerdem mit dieser Frage. Ich bin auf die Ergebnisse gespannt! Jedenfalls hat die Krise uns als privater Universität, einen ungeheuren Innovationsschub verpasst, den wir mit voller Kraft nutzen konnten, weil wir schnell und flexibel reagieren und auch die für die Digitalisierung notwendigen Investitionen vornehmen konnten. Ein Dank an dieser Stelle an alle Kolleginnen und Kollegen, die unglaubliche Arbeit geleistet haben!

Ich persönlich sehe nun einzelnen Bauabschnitten viel gelassener entgegen: Wenn einmal der Büroraum für einige Wochen aufgrund von Baumaßnahmen nicht ausreicht, können wir einzelne Team unproblematisch ins Homeoffice überführen.

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