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Studie: Stressoren und Bewältigungsstrategien während des COVID-19 Lockdowns in Deutschland

17. August 2020 | Von: Alexander Götmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Leadership

Politische Maßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung von COVID-19 hatten große Auswirkungen auf das tägliche Leben und sorgten für zahlreiche Einschränkungen und Herausforderungen, welche in dieser Form in der jüngsten Geschichte beispiellos waren.

In ihrer Studie untersuchten Alexander Götmann und Myriam Bechtoldt ob die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des Lockdown mehr oder weniger Stress empfunden haben, welche Veränderungen von den Studienteilnehmer*innen als besonders belastend empfunden wurden, wie sie damit umgegangen sind und welche dispositionellen Ressourcen mit einem höheren psychologischen Wohlbefinden einhergingen.

Die Ergebnisse basierend auf den Antworten von 93 Studienteilnehmer*innen aus 13 Messpunkten in einem Zeitrahmen von zwei Monaten zeigten folgendes Bild:

Die Studienteilnehmer*innen berichteten im Durchschnitt, dass sie sich weniger gestresst fühlten als vor COVID-19; diese Erfahrung blieb im Untersuchungszeitraum weitestgehend stabil. Gesundheitliche Bedenken spielten unmittelbar nach dem Lockdown eine große Rolle, nahmen jedoch im Laufe der Zeit ab. Der Stress aufgrund familiärer Verpflichtungen nahm zunächst zu, begann aber Mitte April abzunehmen, während Bedenken bezüglich arbeits- und sozialbezogener Aktivitäten an Bedeutung zunahmen. Im Hinblick auf den elterlichen Status und das Geschlecht waren Veränderungen im Zusammenhang mit dem Familienleben besonders für die Mütter belastend. Väter hingegen waren stärker als Mütter um ihre Arbeit und ihr Einkommen besorgt. Bewältigungsreaktionen, die aktiv den Stressor oder die damit verbundenen Emotionen adressieren (i.e. engagement coping) - z.B. Reflektion von Lösungen in einer spezifischen Situation - standen in einem positiven Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden, während Bewältigungsreaktionen, die eine Flucht vor dem Stressor bzw. den damit verbundenen Emotionen darstellen (i.e. disengagement coping) - z.B. anderen die Schuld für einen Stressor zu weisen - in einem negativen Zusammenhang mit psychischem Wohlbefinden standen. Darüber hinaus war Achtsamkeit positiv mit enggagement coping und psychischen Wohlbefinden über den Zeitverlauf hinweg assoziiert.

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Alexander Götmann
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Leadership
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