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Social Impact News Springterm 2017

11.08.2017 | Von: Dr. Marcus Kreikebaum, Executive Director des Instituts für Unternehmensethik

“Do it!”- und “Educare” - Service Learning Projekte ermöglichen soziale und kulturelle Lernerfahrungen und werden an der EBS Universität vom Institut für Unternehmensethik (IFU) durchgeführt. Indem sie in kommunalen Einrichtungen mithelfen, übernehmen die Studenten Verantwortung für das Gemeinwohl. Sie trainieren dabei ihre Führungs- und Managementkompetenzen, steigern ihre Selbstwirksamkeit und erleben überraschende Perspektivwechsel, die sie anschließend reflektieren.

Im Sommer Semester 2017 gab es 22 Projekte in kommunalen Einrichtungen, die von 202 Studenten durchgeführt wurden.

Die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert. Sie reichen vom Mentoring für Kinder aus armen Familien und jugendlichen Dropouts über tatkräftige Unterstützung beim Abholen und Aussortieren von Lebensmitteln an Tischen und Tafeln bis zur Durchführung von Smartphone-Workshops für Senioren. Studierende haben in diesem Semester jedoch auch eine Ausstellung für einen geflüchteten Künstler organisiert und eine soziale Geschäftsidee für Frauen aus Uganda ins Leben gerufen. Doch lesen Sie selbst! Im Folgenden berichten Studierende über eine Auswahl der absolvierten Projekte in diesem Semester.

** „Do it!“ beim Deutscher Kinderschutzbund Rheingau Taunus e.V.**

Der deutsche Kinderschutzbund (DKSB) ist eine Organisation, die sich speziell den Bedürfnissen von Kindern in Deutschland widmet. Er versucht, Kinder vor Gewalt und Armut zu schützen und kümmert sich um die Einhaltung der Kinderschutzgesetze in Deutschland. Ziel des Kinderschutzbunds ist, Kindern ein Aufwachsen in einer gesunden, sicheren und angenehmen Umgebung zu ermöglichen. Darüber hinaus fordert und fördert er, dass Kinder in Entscheidungen, die sie betreffen, mit einbezogen werden.

Die Arbeit der EBS-Studenten innerhalb des DKSB war insbesondere, den Kindern bei den Hausaufgaben und bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten zu helfen. Doch auch die Unterstützung bei anderen schulischen Problemen gehörte zu ihrem Aufgabenfeld. Vielen wurde dabei erstmals das Privileg der eigenen Bildung bewusst.

Das Aufgabenfeld der Studenten war jedoch nicht auf die schulische Unterstützung begrenzt. Die Studenten spielten Spiele mit den Kindern gespielt, trieben Sport und halfen den Kindern bei Konfliktlösungen.

Die Studenten gaben an, durch die Arbeit beim DKSB verschiedenen Dinge gelernt zu haben, z.B., dass eine für Kinder angemessene Umgangsweise nicht so einfach zu erreichen ist, speziell, wenn man den Kindern etwas beibringen möchte. Damit die Kinder das auch verstehen, mussten sie ihren Unterrichtsstil den Bedürfnissen der Kinder anpassen und verbessern.

Außerdem ist den Studenten bewusst geworden, dass Kinder insbesondere bei der Konfliktlösung noch nicht so erfahren sind wie erwachsene Menschen und dabei zusätzliche Unterstützung brauchen. Die Studenten haben aber auch festgestellt, dass sie selbst noch Hilfe brauchen im Umgang mit Kindern und es am besten für alle Beteiligten ist, wenn man bei Problemen die Hilfe eines erfahreneren Unterstützers des DKSB sucht.

“Do it!” im Trafohaus in Wiesbaden

Das Trafohaus in Wiesbaden ist ein Jugendzentrum in Wiesbaden-Sauerland, welches Kinder und Jugendliche unterstützt. Es richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche aus Familien, die aus eher problematischen Verhältnissen kommen. Die Kinder können dort ein warmes Mittagessen bekommen und bekommen Hilfe bei den Hausaufgaben. Im Anschluss daran findet eine Freizeitgestaltung mit den Kindern statt, sei es Fußball spielen oder Ausflüge ins Schwimmbad.

Die Aufgabe der Studenten der EBS besteht in der regelmäßigen Unterstützung der Mitarbeiter des Trafohauses in der Hausaufgabenbetreuung. Die Studenten helfen den Kindern bei deren Hausaufgaben, kontrollieren die Aufgaben, helfen dabei sicherzustellen, dass die Kinder auch alle Hausaufgaben machen und nicht nur die “einfachen” Fächer bevorzugen. Weiterhin helfen die Studenten den Kindern, indem sie Aufgaben für sie suchen um sie z.B. auf die nächste Klassenarbeit vorzubereiten oder um ein Thema bei dem das individuelle Kind Probleme hat, diese Probleme und Defizite zu verringern.

Außerdem führen die Studenten in unregelmäßigen Abständen verschiedene Workshops im Trafohaus durch. IM Sommersemester 2017 wurde z.B. ein Workshop zum Thema Smartphone-Sicherheit veranstaltet, bei dem den Kindern und Jugendlichen der verantwortungsvolle Umgang mit dem Smartphone beigebracht wurde und auf Gefahren, die durch die Nutzung insbesondere von Social Media Apps wie Instagram und Snapchat entstehen, hingewiesen wurde.

Die Studenten haben aus der Arbeit im Trafohaus in Wiesbaden diverse Erkenntnisse gewinnen können. Zum einem haben die Studenten festgestellt, dass Geduld ein entscheidender Faktor im Umgang mit Kindern ist. Diese im Trafohaus erlernte Fähigkeit können die Studenten direkt auf ihren Alltag übertragen. Außerdem sehen sie freiwillige Arbeit weniger als Arbeit an, sondern vielmehr als Möglichkeit, mit Spaß zu helfen und zu unterstützen und sich selber dabei in seinem Auftreten entscheidend zu verbessern.

Mentoring bei der „Gabel“, Johannesstift Wiesbaden

Die Gabel ist ein Restaurant, welches Teenagern mit relativ geringem Bildungslevel und Schwierigkeiten bei dem Finden eines Ausbildungsplatzes dabei hilft, die Kochausbildung zu absolvieren. Die Gabel wurde vom Johannesstift gegründet und die Auszubildenden leben bei ihren Eltern oder in einer Gemeinschaftswohnung des Stifts. Sie sind in der Regel zwischen 16 und 22 Jahren alt.Die Hauptaufgabe der EBS Studenten in der Gabel ist die. wöchentliche Unterstützung im mathematischen Bereich der Ausbildung, insbesondere im Rechnen mit dem Dreisatz, um so die Jugendlichen auf einen Haupt- oder Realschulabschluss vorzubereiten.

Häufige Lehren, die Studenten aus der Mitarbeit in der Gabel ziehen sind, dass sie die Situation der Teenager danach viel besser verstehen und erkennen, dass nicht jeder von dem deutschen Schulsystem so gut aufgefangen wird, wie sie selbst. Sie entwickeln Respekt vor den Jugendlichen, die sich trotz enormer Schwierigkeiten beruflich und persönlich weiterentwickeln möchten und bauen damit Vorurteile gegenüber Personen mit einem geringeren Bildungslevel ab

** Smartphone-Workshop im Mehr-Generationen-Haus in Oestrich-Winkel**

Im Mehr-Generationen-Haus in Oestrich-Winkel haben die Studenten mehrere Smartphone-Workshops für Senioren und andere MitbürgerInnen veranstaltet, damit diese in der digitalen Welt besser zurecht kommen und mit ihrem Smartphone, z.B. die Nutzung von GoogleMaps und anderen Apps erlernen.

Als Vorbereitung haben die Studenten eine angemessene Präsentation mit allen relevanten Inhalten für iOS und Android vorbereitet. Da die Studenten den Smartphone-Workshop dieses Semester nicht zum ersten Mal veranstaltet haben, haben sie dabei insbesondere auf das Feedback aus dem letzten Workshop geachtet und versucht, die Verständlichkeit für die Teilnehmer zu verbessern und speziell auf die Probleme von Senioren einzugehen.

Für Celina, die diesen Workshop nicht zum ersten Mal gemacht hat, war es besonders interessant wie weit sich das Vorwissen der Teilnehmer des Workshops im Gegensatz zum letzten Mal verändert hat. Ihr zur Folge lässt sich ein Trend zur täglichen Smartphone-Nutzung feststellen.

Eine besondere Erkenntnis für David war, dass der Prozess des Lehrens relativ anspruchsvoll ist, obwohl man diesen als Student jeden Tag erlebt. Er hat insbesondere sein Einfühlungsvermögen durch diesen Workshop verbessert und ist sich sicher, daraus einen Nutzen für sein Arbeitsleben ziehen zu können.

„DO it!“ bei der „Wiesbadener Tafel e.V.

Die Tafel ist ein Bundesverband, der 1992 gegründet wurde. In Wiesbaden besteht die Tafel seit 1999 und verteilt über ganz Deutschland gibt es ca. 1000 Niederlassungen der Tafel. Der Bundesverband der Tafeln in Deutschland sammelt sehr viele Essensspenden und gibt diese an bedürftige Menschen aus.

In Wiesbaden hat die Tafel ca. 2800 “Gäste”, also Menschen die dort Essen können wie in einer Art Restaurant. Allein in Wiesbaden hat die Tafel dafür ca. 200 ehrenamtliche Helfer. Insbesondere durch die Flüchtlingskrise wurde die Arbeit der Tafeln in Deutschland noch wichtiger. Die Flüchtlingskrise hat einen Anstieg von ca. 16% bei den “Gästen” mit sich gebracht, der nun jedoch durch einen Spendenzuwachs von lediglich ca. 10% getragen werden muss. Ein weiteres aus der Flüchtlingskrise entstandenes Problem für die Tafeln ist, dass sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter nun vermehrt mit Anfeindungen gegenüber Flüchtlingen konfrontiert sehen, ausgehend von den bereits längeren „Gästen“ der Tafel.

Die Studenten haben die Tafeln mit vielfältiger Mitarbeit unterstützt, teilweise auch selbst kleine Essensspenden gegeben, getreu dem Motto “jeder gibt was er kann”. Sie haben versucht, dem “Trend” des Wegwerfens von Nahrungsmitteln entgegenzuwirken und Brücken zu den bedürftigen Menschen aufzubauen und zu helfen.

Sie mussten aber auch feststellen, dass obwohl schon so vielen Menschen geholfen ist durch die Tafeln, dies noch längst nicht genug ist. ** “Do it!“ beim „Eltviller Tisch e.V.**

Der „Eltviller Tisch“ ist ein Verein, der sich um die Nahrungsmittel-versorgung von bedürftigen Menschen im Rheingau und besonders in Eltville kümmert. Der Verein konnte durch diverse Spenden zwei Lieferwagen erwerben. Diese Lieferwagen werden genutzt, um Nahrungsmittel aus diversen Supermärkten in der Umgebung beispielsweise Aldi, REWE etc. einzusammeln und später an Bedürftige zu verteilen.

Die Studenten helfen bei dem kompletten Prozess mit. Sie fahren mit anderen zu den Supermärkten und helfen die Lieferwagen zu beladen und anschließend zum Vereinshaus zu bringen. Im Vereinshaus helfen die Studenten beim Ausladen der Lieferwagen und dem anschließenden Sortierungs- und Verteilungsprozess der Nahrungsmittel.

Die Nahrungsmittel müssen im Haus des Eltviller Tisch zuerst sortiert werden, dabei werden die verdorbenen Lebensmittel aussortiert und anschließend müssen die verbleibenden Lebensmittel so sortiert werden, dass eine schnelle Ausgabe zu den Öffnungszeiten des Eltviller Tisch möglich ist. Der Eltviller Tisch öffnet zweimal wöchentlich (Dienstag und Freitag), dann können die Bedürftigen dort Essen abholen. Da an diesen Öffnungstagen relative viele Menschen ihre Nahrungsmittel dort abholen, werden insbesondere an diesen Tagen viele ehrenamtliche Helfer gebraucht.

Die Studenten haben aus ihrer Arbeit beim Eltviller Tisch einige Erkenntnisse gewonnen. Keiner der Studierenden wird danach eigene Lebensmittel einfach wegschmeißen. Die ehrenamtliche Arbeit machte ihnen Spaß, zumal sie als äußerst sinnvoll empfunden wird, besonders aufgrund der Dankbarkeit der Bedürftigen. Außerdem haben die Studenten festgestellt, dass es für den Einzelnen relativ wenig Arbeitsaufwand ist, eine Nicht-Profit-orientierte Organisation zu unterstützen, gleichzeitig jedoch dieser relative geringe Arbeitsaufwand für die Organisation einen sehr hohen Wert darstellt, da Freiwilligenhilfe immer gebraucht werden kann. EBS Studierende waren außerdem in diesem Semester an drei weiteren Tafeln tätig, und zwar bei den „Rheingauer Caritas Tischen“ in Geisenheim und bei der Tafel der Diakonie in Bad Schwalbach und in Idstein.

„Do it!“ im Haus am Weinberg, Benevit Oestrich Winkel

BeneVit ist ein Dienstleistungsunternehmen, das Gemeinschafts-häuser für Senioren unterhält, indem die Senioren sich gegenseitig unterstützen, aber auch Hilfe erhalten. Die Studierenden, die im BeneVit Haus im Haus am Weinberg in Oestrich-Winkel mitgewirkt haben, sind mit den Senioren spazieren gegangen und haben sich dabei Geschichten von früher angehört und sich beschreiben lassen, wie das Leben früher war und wo die Unterschiede zum Leben heutzutage liegen. Außerdem haben die Studenten mit den Senioren Bücher oder die Zeitung gelesen, mit ihnen gemalt, gekocht und an anderen Aktivitäten im Haus teilgenommen.

Aus der Teilnahme am BeneVit Projekt haben die Studenten viele Lehren ziehen können. Zum Beispiel, dass man sehr dankbar sein kann für die Möglichkeiten und Gegebenheiten, die man im Leben hat, insbesondere die Immateriellen; Denn nicht nur Arbeit, Geld und Erfolg spielen hier eine Rolle. Umso älter man wird, desto wichtiger werden Dinge wie Familie und Gesundheit. Außerdem sollte man ältere Menschen immer mit Respekt behandeln, denn die älteren Menschen haben mehr Lebenserfahrung, von der die jungen Studenten lernen können. In vielen Fällen ist zuhören deutlich wichtiger als sprechen und man sollte sich immer erst die Geschichte von jemandem anhören, bevor man über ihn urteilt.

Außer dem Haus am Weinberg waren EBS Studierende in diesem Semester noch in vier weiteren Häusern tätig, und zwar im Haus Wilhelmine in Erbach, Haus Hildegard in Eltville, im EVIM Seniorenzentrum in Walluf und im Marienheim in Geisenheim.

“Do it!“ mit geflüchteten Menschen in Lorch

In Lorch, einem kleinen Ort im Rheingau, befindet sich in einer alten Kaserne ein Wohnheim für rund 250 Flüchtlinge. Die Studierenden versuchen, diese Flüchtlinge bei ihrer Integration in Deutschland zu unterstützen. So halfen sie ihnen bei der Jobsuche, indem sie mit ihnen zusammen deren Lebensläufe erstellen, Anschreiben formulieren oder die Geflüchteten beim ersten Jobinterview begleiten. Außerdem spielten die Studenten mit den Jugendlichen und Kindern der geflüchteten Familien, lernten miteinander Deutsch und unterstützen sie in schulischen Aufgaben. Als besonderes Projekt wurde im diesem Semester der afghanische Künstler Yama Rahimi durch das Organisieren und Einrichten einer Ausstellung im Kiep Center der EBS unterstützt.

Die Studenten des Flüchtlingsprojekts in Lorch hatten vor der Teilnahme an dem Projekt nur wenig mit der Flüchtlingsproblematik in Deutschland zu tun und bisher keinen persönlichen Kontakt zu Flüchtlingen. Durch die Arbeit im Flüchtlingsheim in Lorch haben die Studenten festgestellt, dass viele bestehende Vorurteile über Flüchtlinge, die das “Wissen” der Bevölkerung über Flüchtlinge darstellen, falsch sind. Die Studenten waren froh helfen zu können und haben festgestellt, dass sie auch mit relativ kleinen Beiträgen eine große Wirkung erzielen können. ** EDUCARE – Go smile Uganda!**

Uganda ist ein sehr armes Land, in dem es schwerwiegende Probleme gibt. 67% der Kinder in Uganda brechen die Schule in der Grundschulzeit ab, weil es an Geld, Infrastruktur und anderen Ressourcen fehlt. Außerdem haben Frauen in Uganda einen deutlichen Nachteil gegenüber Männern, es besteht eine sehr große Ungleichheit zwischen Arm und Reich und Landwirtschaft ist immer noch der wichtigste Wirtschaftszweig in Uganda.

Deshalb wurde die Initiative zur Spende einer Ziege ins Leben gerufen. Diese Initiative sammelt Geld und kauft damit Ziegen in Uganda entweder für Familien oder Gruppen von Frauen, die versuchen, ein kleines “Agrar-Unternehmen” aufzubauen.

Eine Ziege ist ein solides Startkapital um einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb unter der Betreuung durch Go Smile Uganda zu gründen, welches ein paar Personen aus der Armut herausführen kann, und bei vielen Ziegen kann der erste Stein gelegt werden um die Gesellschaft in Uganda langsam Schritt für Schritt aus der Armut heraus zu führen. Durch die Ziege können die Familien Umsatz generieren und haben dadurch die Möglichkeit Gesundheitspflege und Schulbildung zu erhalten, und gut ausgebildete Farmer können größere Betriebe führen und dadurch dazu beitragen, Uganda aus der Armut herauszuführen. Für die Studenten, die Teil von Go Smile Uganda sind, ist es bemerkenswert, was mit einer Ziege alles erreicht werden kann. Außerdem konnte das EBS Institut für Unternehmensethik in diesem Semester eine erste Lieferung von Schuhen nach Uganda schicken, die von der Firma Deichmann gespendet wurden. Die Lieferungen werden im nächsten Semester fortgesetzt.

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Marcus Kreikebaum

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