Headergrafik - Weinfest

Studentinnen netzwerken auf dem WunderNova Frauen Sommer- und Thinkfest

8. Oktober 2019 | Von: Pressestelle EBS Universität
20191008_Wundernova

Eva-Marie Ellmauer

Durch das „Scholarship for distinguished female students of EBS Law and Business School” hatten zwei Studentinnen der betriebswirtschaftlichen sowie der juristischen Fakultät erstmalig die Möglichkeit, am ersten WunderNova Frauen Sommer- und Thinkfest, am 25. Mai 2019 in Berlin teilzunehmen. Ein inspirierendes und abwechslungsreiches Programm bot Einblicke in die weibliche Führung in Politik, Sport, Wissenschaft und Wirtschaft. Bei Keynotes, Panels und einem lockeren Get-Together tauschten sich die Studentinnen mit Speakern und anderen Teilnehmerinnen über Karriere und Unternehmertum aus.

Eva-Marie Ellmauer, EBS Alumna (Jahrgang 1986), Mentorin im Fellowship Programm und Geschäftsführerin der Alfred Sternagel Beteiligungsgesellschaft mbH Bad Homburg, initiierte das Stipendium.

Frau Ellmauer, wie ist die Idee entstanden/ welcher Antrieb hat Sie dazu geleitet dieses Stipendium zu vergeben und warum haben Sie sich dabei für das Wundernova Thinkfest entschieden?

Eva-Marie Ellmauer: Ich bin seit vielen Jahren an der EBS Universität als Mentorin tätig und habe gemerkt, dass neben dem Fachwissen, Unterstützung beim Networking den Mentees am meisten hilft. Bei einem Treffen mit der Wundernova-Netzwerk Gründerin, Angela de Giacomo, erzählte sie mir von der Idee, interessante Frauen und Expertinnen aus unterschiedlichen Berufsgruppen während eines Sommerfestes miteinander zu verbinden. Da für mich am Anfang meiner Laufbahn Vorbilder sehr wichtig waren, wollte ich zwei EBSlerinnen im Rahmen eines Stipendiums die Möglichkeit geben, sich mit Frauen auszutauschen, die außergewöhnliche Leistungen auf ihren Gebieten erbracht haben.

Was macht es in Ihren Augen so wichtig Vorbilder zu haben, und welche Rolle spielt das Wundernova Frauen Sommer und Thinkfest dabei?

Eva-Marie Ellmauer: Wen man seinen eigenen Weg sucht, ist es wichtig, Anhaltspunkte zur Orientierung zu haben. Vorbilder können Wegweiser sein, an denen man seinen Werdegang ausrichtet. Vorbilder geben außerdem den Mut, es selbst zu versuchen. Das finde ich besonders wichtig, wenn man nicht in eine Laufbahn „hineingeboren“ wird. Beim Wundernova Event hat mich die Bandbreite der anwesenden Frauen bei den Paneldiskussionen und auch im Publikum begeistert. Von Diplomatin, Politikerin und Herzchirurgin über Gründerinnen bis hin zu einer Rennfahrerin, waren viele tief beeindruckende Frauen vertreten. Eine Zusammenkunft von Frauen mit Vorbildfunktion und die Möglichkeit direkt mit diesen Frauen ins Gespräch zu kommen, ist eine einmalige Chance. Schließlich ist es der persönliche Bezug, der aus einem Vorbild z.B. eine Mentorin machen kann.

Warum ist es gerade so wichtige junge Frauen zu fördern/ beim Networken zu unterstützen? Gibt es Unterschiede beim Networken zwischen Frauen und Männern?

Eva-Marie Ellmauer: Es gibt tatsächlich Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Kommunikation, auch beim Networken. Männer kommunizieren direkter, stellen gerne eine Rangordnung her und die Karten werden schnell auf den Tisch gelegt. Die Gesprächsführung, so jedenfalls meine Erfahrung, folgt klaren Regeln, der sachliche Austausch steht im Vordergrund. Gerne wird von Leistungen und Projekten berichtet. Frauen kommunizieren subtiler. Wir senden nonverbale Signale und erwarten, dass diese Signale vom Empfänger verstanden werden. Rangordnungen sind für Frauen häufig zweitrangig. Erfolge und Funktionen werden gegenseitig anerkannt, aber Sympathie und eine gute Wellenlänge schaffen darüber hinaus Vertrauen und damit Anknüpfungspunkte für ein gutes Networking. Exklusive Netzwerke und der regelmäßige Austausch mit Gleichgesinnten machen gerade junge Frauen fit für die Wildbahn. Karriere ist eben doch ein Teamsport.

Welchen Tipp würden Sie, als erfolgreiche Unternehmerin, den EBS Studierenden für den Aufbau und Erhalt eines weitreichenden Netzwerks geben?

Eva-Marie Ellmauer: Netzwerke können unterschiedliche Funktionen haben – ich unterscheide zwischen sozialen, beruflichen und persönlichen Netzwerken. Soziale Netzwerke (im Internet) haben die Funktion eines Telefonbuches. Sie bereichern nicht wirklich unser Leben, sondern sind eine Visitenkarte, lassen uns oberflächliche Kontakte knüpfen und helfen natürlich den Personalberatern. Berufliche Netzwerke sind unerlässlich, da eigentlich in allen Branchen hier der wichtigste Wissensaustausch stattfindet. Der Zugang ist meist relativ einfach, die Pflege und der Ausbau sind Erfolgsgaranten. Mentoren sind gute Helfer die richtigen Kreise auszuwählen und Zugang zu ihnen zu finden. Persönliche Netzwerke zeichnen sich dadurch aus, dass man die Menschen kennt, die darin sind und sie eine echte Verbindung untereinander haben. Der EBS Alumni Verein ist für mich hier ein gutes Beispiel, hier bestehen meine Freundschaften sicher seit über 30 Jahren. Die Pflege ist einfach, man trifft sich regelmäßig auf Veranstaltungen oder gibt als Mentor sein Know how an die nächste Generation weiter. Außerdem ermutige ich gerne junge, interessierte Frauen, dem Wundernova Netzwerk beizutreten, um sich konkret über weibliche Karrierethemen auszutauschen. Auch Alumni Organisationen von Firmen helfen bei der Orientierung und Unterstützung des eigenen Karriereweges. Darüber hinaus empfehle ich, das ehrenamtliche Engagement nicht außer Acht zu lassen. Diese Netzwerke sind unersetzlich für den Gemeinsinn, wichtige Säulen unserer Gesellschaft und nicht selten Türöffner. Zuletzt ist Anderen helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, für mich ein Credo, nach dem ich meine Netzwerke pflege. Das hat immer gut funktioniert.

Vielen Dank für das Interview.


Erst vergangenes Jahr publizierten die EBS Professorinnen Elena Greguletz, Marjo-Riitta Diehl und Karin Kreutzer den Forschungsartikel „Why women build less effective networks than men: The role of structural exclusion and personal hesitation“. Die Arbeit liefert neue Erkenntnisse in der Debatte über Frauen und ihrer Führungskräfteentwicklung mit besonderem Schwerpunkt auf Networking.

zum Newsroom der EBS