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Presse

Neue Studie der EBS Universität: Warum Geld allein Mitarbeitende nicht motiviert

4. November 2026

Forschung der EBS Universität und der Waseda University Japan zeigt, wie soziale Anerkennung, Reputation und Teamstrukturen die Motivation und Leistung von Mitarbeitenden beeinflussen.

Porträtfoto von Professorin Dr. Jenny Kragl

Finanzielle Anreize gelten in Unternehmen als bewährtes Mittel, um die Leistung von Mitarbeitenden zu steigern. Doch mehr Geld führt nicht zwangsläufig zu besseren Ergebnissen. Eine gemeinsame Forschungsarbeit von Prof. Dr. Jenny Kragl, EBS Business School, und Prof. Hideshi Itoh, Waseda University in Tokio, zeigt: Auch das Ansehen bei Kolleginnen und Kollegen sowie der Wunsch nach sozialer Anerkennung können entscheidend dafür sein, wie stark sich Mitarbeitende engagieren.

In ihrem Working Paper „Image Concerns in Organizations“ untersuchen die Forschenden mithilfe eines theoretischen ökonomischen Modells, wie finanzielle Anreize und das Bedürfnis nach einer positiven Wahrnehmung im Team zusammenwirken. Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse darüber, wie Unternehmen Anreizsysteme gestalten und die Zusammenarbeit in Teams fördern können.

 

Wenn Anerkennung wichtiger wird als Geld

Ein zentrales Ergebnis der Forschungsarbeit: Stärkere finanzielle Anreize führen nicht automatisch zu höherer Motivation oder besserer Leistung. Entscheidend ist auch, welchen Stellenwert Mitarbeitende ihrem Ansehen innerhalb des Teams beimessen.

Wer von Kolleginnen und Kollegen als engagiert und leistungsbereit wahrgenommen werden möchte, orientiert sein Verhalten nicht ausschließlich an finanziellen Vorteilen. Soziale Anerkennung und Reputation können damit eigenständige Motivationsfaktoren sein, die die Wirkung klassischer Vergütungsmodelle beeinflussen.

Die Forschung verdeutlicht, dass Unternehmen bei der Gestaltung von Anreizsystemen nicht allein auf Gehalt, Boni und individuelle Leistungsprämien setzen sollten.

 

Größere und vielfältigere Teams können die Motivation stärken

Neben finanziellen und sozialen Anreizen untersuchen Kragl und Itoh, welchen Einfluss die Größe und Zusammensetzung von Teams auf das Verhalten von Mitarbeitenden haben.

Ihre theoretischen Ergebnisse deuten darauf hin, dass größere Teams und unterschiedliche Perspektiven unter bestimmten Bedingungen positive Motivationseffekte entfalten können. Auch die Integration neuer Teammitglieder kann dazu beitragen, die Motivation innerhalb bestehender Teams zu stärken.

Damit stellt die Forschungsarbeit die verbreitete Annahme infrage, dass größere oder heterogenere Teams zwangsläufig mit Motivationsverlusten oder einer schwierigeren Zusammenarbeit verbunden sind. Vielmehr kommt es darauf an, wie soziale Anreize und organisationale Rahmenbedingungen zusammenspielen.

 

Internationale Forschungskooperation durch DFG gefördert

Die Forschungsarbeit ist Teil des Projekts The Endogenous Role of Social Preferences for Institutions and Organisations, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit Januar 2026 über 24 Monate mit 32.680 Euro gefördert wird (Projektnummer 577757161).

Zusätzliche Unterstützung erhält die Kooperation durch das JSPS Invitational Research Fellowship for Research in Japan an der Waseda University, Graduate School of Business and Finance (Fellow ID S26018).

Die Förderung ermöglicht einen intensiven wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Japan. Im März und April 2026 forschte Jenny Kragl als Gastwissenschaftlerin an der Waseda University. Hideshi Itoh ist vom 19. Oktober bis zum 8. November 2026 zu Gast an der EBS Universität, um die gemeinsame Forschungsarbeit fortzusetzen. Ein weiterer Forschungsaufenthalt von Jenny Kragl in Japan ist für März 2027 geplant.

Die internationale Zusammenarbeit trägt dazu bei, das Verständnis von Mitarbeitermotivation und organisationalem Verhalten weiterzuentwickeln und neue Perspektiven für die Gestaltung moderner Arbeitsorganisationen zu eröffnen.