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Niccolò Lapini

Forbes 30 Under 30 // Italy 2020: Food & Drink

Niccolò Lapini ist Mitbegründer und CEO des Lieferdienstes Bella&Bona. Bella&Bona glaubt an gesunde und ausgewogene Gerichte aus der mediterranen Küche.

EBS Alumnus Niccolò Lapini, Mitbegründer und Geschäftsführer von Bella&Bona

Welche war die bisher größte Herausforderung in Ihrer Unternehmerlaufbahn?

Eine der bei weitem größten Herausforderungen ist der Umgang mit dem Ungewissen. Seit meiner frühester Kindheit habe ich ein sehr starkes Interesse in der Entwicklung von Ideen. Mein drittes und aktuelles Projekt, ein B2B-Lebensmittellieferprojekt namens Bella&Bona, resultierte aus dem Wunsch heraus, positive Risiken einzugehen und Ideen zu entwickeln. Wenn man an einem neuen Projekt arbeitet, ist man gezwungen, täglich Hunderte von Entscheidungen zu treffen. Manchmal muss ich Entscheidungen treffen, ohne auf vorherige Erfahrung zurückgreifen zu können, aber mit der Überzeugung, dass ich das Beste für mein Unternehmen getan habe. Der Umgang mit dem Ungewissen ist für mich sowohl der schwierigste als auch aufregendste Teil.

Welchen Tipp würden Sie jungen Gründern mit auf den Weg geben?

Hol‘ Dir Spitzenleute ins Boot! Es ist äußerst wichtig, bereits während der Schulzeit ein Netzwerk aus „Alpha“-Menschen zu bilden. Die Menschen, mit denen Du Zeit verbringst, werden Deine Einstellungen und Verhaltensweisen beeinflussen. Umgebe Dich mit positiven Menschen, die dich unterstützen wollen und zu Deiner mentalen Standfestigkeit beitragen.

Welchen Fehler hätten Sie gerne vermieden?

Wir können die Vergangenheit nicht ändern – aber wir können daraus lernen. Ich habe eine ganze Menge Fehler gemacht, sowohl in meinem persönlichen als auch in meinem beruflichen Leben. Es ist wichtig, den Grund für den Fehler zu verstehen. Du musst schnell lernen und sicherstellen, dass diese Fehler nicht wiederholt werden. Es ist Okay zu scheitern, aber es ist eine unschätzbare Eigenschaft, aus diesen Misserfolgen zu wachsen. Mein größter Fehler lag in meinem Führungsstil: Als ich mein erstes Projekt startete – vielleicht weil ich noch so jung war – habe ich meine direkten Untergebenen mit sehr detaillierten Vorgaben geleitet. Mein Mikromanagement führte zu mangelndem Vertrauen und dazu, dass gute Kollegen das Unternehmen verließen. Durch einen strukturierten Feedback-Prozess erfuhr ich den Grund, warum gute Fachleute das Unternehmen verließen, und ich konnte meinen Führungsstil ändern.

Was hat Sie damals zur EBS Universität geführt?

Meine Entscheidung, an der EBS zu studieren, wurde von ihrem beispiellosen Ruf als eine der 20 besten Business Schools (laut der Financial Times) angetrieben. Auch das Auslandssemester-Programm, Praktikumsmöglichkeiten und der internationale Kontext waren für mich ausschlaggebend.

Inwiefern lieferte Ihnen Ihr Studium an der EBS Universität einen Mehrwert für die Praxis?

Im Mittelpunkt des Studiums an der EBS steht die Adaption der Vorlesungsinhalte auf das reale Arbeitsleben. Fast jeder Kurs beinhaltete ein Projekt mit einem Unternehmen. Ich erinnere mich gerne an den großartigen L’Oréal-Wettbewerb, bei dem wir mit einem Team von drei Studenten den Go-to-Market-Ansatz für die Einführung eines neuen Produkts entwerfen mussten. Außerdem habe ich während der Semesterferien mein erstes Praktikum bei Unicredit in der Finanzabteilung absolviert. Nicht zuletzt haben die EBS Alumni eine sehr starke Präsenz in Europa – tatsächlich ist einer der frühesten Bella&Bona-Investoren ein ehemaliger EBS Student!

Ihre schönste Erinnerung an die EBS Universität?

Es gibt sicher viele. Eine der Besten ist das EBS Symposium. Ich finde es immer noch bemerkenswert, dass eine Gruppe von Studenten einen dreitägigen Kongress mit so viel Liebe zum Detail organisieren kann. Von den eingeladenen Unternehmen (Facebook, Mckinsey, Google u.v.m.) hin zu den fantastischen Workshops. Die Veranstaltung brachte globale Wirtschaftsführer mit Studenten zusammen und schuf eine unglaubliche Gelegenheit zum Networking.

Was bringt Ihnen das Alumni Netzwerk?

Wie ich bereits erwähnte, hat das Alumni-Netzwerk eine starke Präsenz in Europa. Ich versuche, einmal im Quartal an einem Treffen der EBS Alumni in Berlin teilzunehmen: Es ist immer eine großartige Gelegenheit, Führungskräfte aus verschiedenen Branchen zu sehen, die von der EBS kommen.

Haben Sie (eine tägliche), ungebrochene Routine(n)?

Ehrlich gesagt, ich habe keine sehr strenge Routine. Was ich immer versuche, ist genug Schlaf zu haben. Ich zwinge mich, mindestens sieben Stunden am Tag zu schlafen. Das hilft mir, mich mit einem frischen Geist auf den nächsten Tag vorzubereiten. Guter Schlaf hilft bei der Konzentration, Produktivität und Gesamtleistung.

Wer ist Ihr großes Vorbild?

Es ist eigentlich sehr schwer, diese Frage zu beantworten. Ich würde sagen, dass mein Großvater eines meiner Vorbilder ist. Mit 85 Jahren beaufsichtigt er immer noch ein Bauunternehmen, das er mit 20 Jahren gegründet hat. Obwohl er keine spezifische Position im Unternehmen bekleidet, besucht er jeden Tag sein ehemaliges Unternehmen, montags bis sonntags. Er ist ein effektives Vorbild für mich gewesen, weil ich verstehen konnte, wie wichtig es ist, die Leidenschaft zu finden, mit der Du Deine Arbeit vorantreiben kannst. Nur wenn wir lieben, was wir tun, können wir den Stress und die vielen Stunden im Büro bewältigen. Ich habe das Glück, meine Leidenschaft in der Unternehmensentwicklung und der Bildung starker Teams gefunden zu haben.

Welche Ziele verfolgen Sie in 2020?

Ich bin von Natur aus Planer. Ich muss alles organisiert und terminiert haben. Es gibt keine Ausnahme wenn es um Zielsetzungen geht. Natürlich kann es bei der gegenwärtigen COVID-19-Situation schwierig werden, sich Ziele zu setzen. Was das Privatleben betrifft, so habe ich vor, näher bei meiner Familie zu bleiben. Zumal meine Schwester im August entbinden soll. Ich bin so aufgeregt, meinen zukünftigen Neffen Gaia kennenzulernen! Aus beruflicher Sicht möchte ich hart daran arbeiten, unser neues, vollständig wiederkehrendes Modell zu validieren und bis Ende des Jahres die gleichen monatlichen Einnahmen wie vor der Pandemie zu erzielen.

Welche Rolle spielt die Corona-Krise in der Gründungsphase?

Ein Paradigmenwechsel vom Wachstum um jeden Preis hin zu einem profitableren Unternehmen. Die Vorstellung, dass man um jeden Preis wachsen kann und sich erst ab einer bestimmten Unternehmensgröße auf die Rentabilität konzentriert, funktioniert gut in einem Markt, in dem der winner takes it all, aber in keinem anderen Markt, wie man an den Misserfolgen der Mitfahrzentrale und der weworks der Welt deutlich sehen kann. Unsere starke Konzentration auf Unit Economics hat es uns ermöglicht, schnell Änderungen an unserem Geschäft vorzunehmen, um uns an die neue Normalität anzupassen, die Kosten zu senken und die Fähigkeit zu haben, jederzeit zu expandieren.

Wie gehen Sie mit den durch das Coronavirus geschaffenen Anforderungen um?

Bei der Arbeit in der Lebensmittelindustrie haben Hygienevorschriften #1-Priorität. Wir garantieren minimale Gefährdung durch sichere und kontaktlose Großlieferungen. Unsere einzeln verpackten Gerichte bieten die beste Möglichkeit, diese individuell zu verteilen und Bargeldtausch und zahlreiche Kontaktstellen während der Mittagspause zu reduzieren. Darüber hinaus wenden wir strenge Kontrollen bei der Zubereitung und Portionierung der Lebensmittel sowie bei der Auslieferung an.

Welche positiven Dinge haben Sie aus der Krise gelernt/aus der Krise mitgenommen?

Wir haben bislang immer einen Lean-Ansatz verfolgt, der es uns ermöglicht, unser Geschäftsmodell in weniger als zwei Wochen neu anzupassen. Dieser Ansatz hat es uns ermöglicht, zwei Pilotprojekte zu starten (ein Lebensmittelbox und eine B2C-Lieferung), alle übermäßigen Kosten zu reduzieren und diese Zeit zu nutzen, um Teile des Geschäfts zu überprüfen und zu entwickeln, die noch nicht voll ausgelastet waren. Ebenso haben wir gesehen, dass unsere Strategie, die Wege zu maximieren, ohne unnötige Kosten zu verursachen, erfolgreich war und es uns ermöglichte, den Betrieb aufrechtzuerhalten.

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