Was am Verhandlungstisch entschieden wird, folgt laut Ausgangstext einer klaren Logik:
- Interessen statt Positionen klären
- Optionen statt Ultimaten entwickeln
- nach sachlichen Kriterien bewerten
- die beste Alternative zur Vereinbarung (BATNA) kennen
Wer Streik- oder Abwanderungsdruck glaubwürdig dosiert und zugleich sachlich verhandelt, holt mehr heraus, so Prof. Dr. Rolf Tilmes.
Für die Praxis heißt das: Ein Angebot im öffentlichen Dienst (oder ein Gesamtpaket) sollte nicht nur anhand der Prozentzahl bewertet werden, sondern auch hinsichtlich Struktur und Timing (z.B. Stufen, Startzeitpunkt, Rückwirkung).
Eine Prognose für Tarifverhandlungen im öffentlichem Dienst wird belastbarer, wenn sie weniger auf Gerüchte und mehr auf Verhandlungshebel schaut: Welche Interessen stehen hinter den Positionen? Welche Optionen sind realistisch? Welche sachlichen Kriterien werden herangezogen? Und wie stark ist die jeweilige BATNA (inkl. Streik- oder Abwanderungsdruck)? Diese Fragen helfen, Zwischenschritte und mögliche Kompromisspfade systematischer zu bewerten.