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Prof. Dr. Katja Chandna-Hoppe mit Roman Herzog Forschungspreis ausgezeichnet

19.06.2026

Prof. Dr. Katja Chandna-Hoppe ist Professorin für Bürgerliches Recht, deutsches und europäisches Arbeitsrecht, Sozialrecht und Rechtsvergleichung an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht.

Porträtfoto von Professorin Dr. Katja Chandna Hoppe

Prof. Dr. Katja Chandna-Hoppe wurde für ihre Habilitationsschrift „Die Gegenleistung im Vertrag – Gegenstand, Grenzen und Vertragsrisiko“ mit dem dritten Preis des Roman Herzog Forschungspreises 2026 ausgezeichnet. Der renommierte Forschungspreis des Roman Herzog Instituts würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit zentralen Fragen der Sozialen Marktwirtschaft befassen.

 

In ihrer Habilitationsschrift untersucht Chandna-Hoppe einen Grundbegriff des Vertragsrechts: die Gegenleistung. Während diese traditionell häufig in einer Geldleistung besteht, gewinnen im digitalen Zeitalter andere Formen des Austauschs zunehmend an Bedeutung. So ermöglichen viele digitale Dienste ihre Nutzung gerade im Gegenzug zur Verarbeitung personenbezogener Daten. Die Arbeit analysiert, welche inwiefern sich der Einsatz von Daten als Gegenleistung in den Rahmen des allgemeinen Schuldrechts einordnen lässt und welche Herausforderungen sich daraus für den Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern ergeben.

 

Darüber hinaus untersucht die Habilitationsschrift, wie das Vertragsrecht auf Ungleichgewichte im Leistungsaustausch reagiert – etwa durch gesetzliche Schutzmechanismen wie Mietpreisbegrenzungen oder den Mindestlohn – und wie Risiken verteilt werden, wenn sich die Umstände nach Vertragsschluss grundlegend verändern. Dabei werden auch aktuelle Fragestellungen des digitalen Vertragsverkehrs aufgegriffen, beispielsweise die Folgen eines Widerrufs der Einwilligung zur Datennutzung.

 

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der bestehende verfassungs- und schuldrechtliche Rahmen grundsätzlich ausreichend flexibel ist, um wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen zu entsprechen. Zugleich zeigt sie Reformbedarf an den Schnittstellen zwischen Vertragsrecht und Datenschutzrecht auf und entwickelt Vorschläge für eine bessere Abstimmung beider Rechtsgebiete.

 

Mit der Auszeichnung würdigt die Jury einen Forschungsbeitrag, der traditionelle Fragen des Vertragsrechts mit den Herausforderungen der digitalen Wirtschaft verbindet und damit wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft liefert.

 

Der Roman Herzog Forschungspreis wird vom Roman Herzog Institut vergeben und von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gefördert. In diesem Jahr wurden insgesamt drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet.

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