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Lehrstuhl für betriebswirtschaft-
liche Steuerlehre, Internationales Steuerrecht und Wirtschaftsprüfung

Adrian Cloer

Selbstverständnis des Lehrstuhls

Das deutsche Steuersystem ist eines der komplexesten der Welt. Gleichzeitig stellen Steuern einen wesentlichen Belastungsfaktor für Unternehmen dar, so daß Unternehmensentscheidungen zwar nicht ausschließlich, aber doch in einem sehr erheblichen Umfang durch steuerliche Aspekte beeinflußt werden, wie z. B. Standortwahl, Rechtsformwahl usw. Unternehmensinterne als auch -externe Experten sind somit unabdingbar. In wissenschaftlicher Hinsicht stehen Steuern im Fokus der Finanzwissenschaften, der Betriebswirtschaftslehre und der Rechtswissenschaften. Da das Ziel der steuerlichen Ausbildung an der EBS eine erste berufsfeldorientierte Ausbildung ist, setzt das Lehrangebot des Lehrstuhls im besonderen Maße an der Schnittstelle zwischen betriebswirtschaflicher Steuerlehre und Steuerrecht an und ist daher interdisziplinär ausgerichtet. Dies verlangt, das Steuerrecht anwendungsorientiert zu vermitteln und Verständnis für die ökonomischen Auswirkungen in einem Unternehmen zu schaffen: Juristische Fertigkeiten (Gesetzesauslegung, Argumentationstechniken, Informationszugang) sind auf betriebswirtschaftliche Sachverhalte anzuwenden! Somit erfolgt die Vorbereitung auf eine spätere Tätigkeit in einem Steuerberatungsunternehmen oder schafft zumindest ein solides Verständnis für Steuerfragen, die für eine erfolgreiche Tätigkeit in der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik unabdingbar sind. Hierbei wird der zunehmende grenzüberschreitende Wirtschaftsverkehr und die europäische Einigung auch im steuerlichen Kontext berücksichtigt. Der Lehrstuhlinhaber versteht die betriebswirtschaftliche Steuerlehre als Steuerberatungswissenschaft, die im hohen Maße von Impulsen aus der Praxis lebt und deren Erkenntnisse sich auch primär in der Praxis bewähren müssen.

Schwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte sind:

  • Europäisches Steuerrecht
  • Abkommensrecht
  • Auslandsinvestitionen mit Fokus auf Immobilien, regulierte und unregulierte Anlagevehikel.

Dabei möchten wir im Bachelor- sowie im Masterstudium den Studierenden die Möglichkeit geben, sich mit internationalen und europäischen Fragestellungen des deutschen Steuerrechts auseinander setzen zu können. Neben der Pflichtveranstaltung im Bachelor-Studium - Einführung in das deutsche Ertragsteuerrecht bieten wir als Spezialisierung eine - Einführung in das Internationale Steuerrecht und - Einführung in das Europäische Steuerrecht an. Bei den Spezialisierungen ist als kleine Besonderheit eine Exkursion zum Europäischen Gerichtshof in Luxemburg vorgesehen, um die Theorie auch mit der Praxis verbinden zu können.

Themenüberblick für schriftliche Arbeiten am Lehrstuhl - Holdingstandorte in der EU (einschl. Gibraltar) im Vergleich - Beihilfen im Steuerrecht - Möglichkeiten der Beschränkung der Kapitalverkehrsfreiheit - Reform des Investmentsteuergesetzes - Für wen lohnen sich die neuen Anlagevehikel - Vergleich der Steuerregime in MIttel und Osteuropa (insb. V4) - Der abkommensinhärente Mißbrauchsvorbehalt - Aggressive Steuerplanung und der Einfluß supranationaler Organisationen auf das Steuerrecht der Bundesrepublik - Die Welthandelsorganisation und das Steuerrecht - Die Rechtfertigungsgründe des EuGH im Steuerrecht - Sondervergütungen nach dem LJStG 2013 - Defizite im Steuerrecht ausgewählter afrikanischer Staaten - Strukturunterschiede im deutschen und polnischen (alt - Besonderheiten der deutschen DBA-Politik - Tatsächliche Zugehörigkeit im DBA-Recht / funktionale Zuordnung zur Betriebsstätte im deutschen Steuerrecht (ggf. im Vergleich zu anderen Ländern) - Riskmanagement im Steuerrecht

Kontakt
Gustav-Stresemann-Ring 3
65189 Wiesbaden