Was hat mich dazu bewegt, mich für die systemische Coaching-Ausbildung der Executive School der EBS Universität zu entscheiden?
Da die Frage zwei Entscheidungen umfasst, möchte ich im Folgenden auf meine Beweggründe für beide eingehen.
Was hat mich dazu bewegt, mich für eine Ausbildung zur systemischen Coach zu entscheiden?
Als Führungskraft und als Mensch war und ist für mich mein innerer Antrieb, mich stetig persönlich weiterzuentwickeln, entscheidend. Ich war auf der Suche nach einer neuen Interpretation von und neuen Werkzeugen für Führung. Die heutigen Herausforderungen – seien es der stete Wandel, die Unsicherheit von Entscheidungssituationen oder komplexe Teamdynamiken - verlangen von Führungskräften mehr als klassisches Management-Knowhow. Sie erfordern die Fähigkeit zuzuhören, Perspektiven zu wechseln und Mitarbeitende darin zu unterstützen eigene Lösungen zu entwickeln. Getreu dem Motto „Wer aufgehört hat, besser werden zu wollen, hat aufgehört, gut zu sein.“ wollte ich genau an diesem Punkt ansetzen und meine Führungskompetenz um die systemisch-konstruktivistische Perspektive erweitern.
Und warum die Ausbildung zur systemischen Coach an der Executive School der EBS?
Die EBS genießt in meinen Augen zu Recht einen hervorragenden Ruf und verfügt über eine exzellente Vernetzung in die Wirtschaft. Dies ließ mich erwarten, dort Mitlernende mit einem ähnlichen beruflichen Hintergrund zu treffen, was den fachlichen Austausch wertvoll macht. Den eigentlichen Ausschlag für meine Entscheidung gab jedoch eine Kollegin, die dieselbe Entscheidung ein paar Jahre zuvor getroffen hatte. Sie berichtete nicht nur durchweg positiv von ihrer Ausbildung an der Executive School der EBS und brachte spürbar neue, positive Impulse in unser Unternehmen ein, ihre persönliche Entwicklung war für alle in ihrem Umfeld sicht- und erlebbar. Diese unmittelbare und authentische Erfahrung hat mich final von der Executive School der EBS Universität überzeugt.
Was hat mich an der Weiterbildung zur systemischen Coach am meisten überrascht?
Am meisten überrascht hat mich die Intensität, mit der ich mir selbst begegnet bin. Als Führungsperson, aber auch meinen dahinterliegenden Werten, Annahmen und ganz persönlich konstruierten Wirklichkeiten. Ich bin mit der Erwartung in die Ausbildung gegangen vor allem neue Methoden und Werkzeuge für die Arbeit mit anderen zu lernen. Tatsächlich begann die eigentliche Arbeit bei mir selbst.
Erst indem ich gelernt habe, meine eigenen Motive besser zu verstehen und mir bewusst zu machen, konnte ich die Haltung einer systemischen Coach einnehmen und mich auf die Wirklichkeit meines Gegenübers einlassen, ohne sie durch meine eigene zu filtern. Diese Selbsterkenntnis war anspruchsvoller, als ich erwartet hatte. Aber genau darin liegt für mich der (Mehr)Wert der Ausbildung.
Welche Erkenntnis oder welches Tool aus der Weiterbildung begleitet mich im Alltag am intensivsten?
Seltsamerweise ist es die Erkenntnis, dass ich noch mehr fragen sollte. Ich habe mich immer als einen Menschen erlebt, der viel fragt, und im beruflichen und privaten Kontext genau dafür bekannt ist. Rückblickend habe ich mich jedoch immer wieder dabei ertappt aus „Effizienzgründen“ die ein oder andere Frage nicht zu stellen und den Raum stattdessen mit meinen eigenen Annahmen zu füllen. Inzwischen fällt mir das Erkennen meiner Abkürzungen leichter. Ich gebe mir damit die Möglichkeit weiter zu fragen, zu zuhören und die Wirklichkeit meines Gegenübers eher zu verstehen.
Was würde ich Menschen raten, die gerade überlegen, den Schritt zum systemischen Coach zu wagen?
Eine trickreiche Frage, da das Selbstverständnis eines systemischen Coaches bekanntlich darin liegt, keine Ratschläge zu erteilen, sondern auf die Lösungskompetenz des Mentee zu vertrauen, möchte ich es mit einer Gegenfrage versuchen:
Wie würde es sich für sie anfühlen, wenn sie die Zertifizierung zum systemischen Coach bereits erfolgreich beendet hätten?
Spaß beiseite: Für mich war letztlich die Frage nach meiner eigenen Motivation entscheidend. Ist der innere Antrieb groß genug - fühlt es sich einfach richtig an – dann ist es kein Wagnis, das man eingeht, sondern eine Chance, die man ergreift.
Gab es einen Moment in meiner Ausbildung, der mich ganz besonders stolz gemacht hat?
Rückblickend gab es einige sehr persönliche Momente, die mich stolz gemacht haben. Auch wenn sich diese im ersten Erleben irritierend gezeigt haben. Es manchmal Stunden oder sogar Tage gebraucht hat, bis ich wirklich verstanden hatte, was in dem jeweiligen Moment mit mir und meinem Gegenüber passiert war und warum.
Besonders stolz war ich als ich zum ersten Mal vollständig verstanden hatte, dass ich nicht nur nicht für die Lösung des Problems meines Mentees, sondern auch nicht für sein Wohlbefinden verantwortlich bin.
Es mag sich seltsam anhören, aber miterleben zu dürfen, wenn sich ein Mentee emotional öffnet, auszuhalten, wenn er durch „das Tal der Tränen und des Unwohlbefindens“ wandert, um dann zu erleben, wie er seine eigene Lösung findet, erfüllt mich großem Stolz.
Mit dem Stolz, dass mir mein Mentee derart vertraut. Mit dem Stolz, dass ich mich zurücknehmen kann. Mit dem Stolz, dass ich meinen Mentee auf solch einer Reise begleiten darf. Und mit dem Stolz, dass er die für ihn beste Lösung findet.