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Lehrstuhl für Finanzen

Unsere Forschung

Aktuelle Forschungsprojekte

  • The Rate of Market Efficiency (with Jose M. Marin — Revise and Resubmit in The Journal of Finance)

In diesem Beitrag erläutern wir eine neue Methode, um die Markteffizienz zu messen. Wir stellen die Konzepte der Modell Performance Ratio (MPR) und Rate of Market Efficiency (RME) vor. Ersteres stellt Ranking-Modelle für Asset-Pricing-Modelle auf; letztere erlauben Messungen und Vergleiche der Markteffizienz über einen gewissen Zeitraum und arbeiten marktübergreifend. Wir wenden die neue Methode auf Fälle von öffentlich zugänglichen Informationen zur Buchführung an und stellen fest, dass: (i) das einzige Faktor-Modell (CAPM) zweifellos das beste Preismodell aus insgesamt fünf Multi-Faktor-Spezifikationen erzielt; (ii) Marktineffizienz ist ein breites Phänomen; (iii) Märkte sind effizienter im Laufe der Zeit; (iv) es gibt eine Heterogenität der Effizienz über die Aktienmärkte, doch diese nimmt entsprechend ab, wenn Microcap-Bestände aus der Analyse ausgeschlossen werden. Die dokumentierte Steigerung der Markteffizienz steht im krassen Gegensatz zu der Entwicklung des Denkens über die Effizienz des Marktes und den Anstieg der Behavioral Finance. Die Dominanz des CAPM wirft ernsthafte Zweifel an dem derzeitigen Ansatz der Anomalien in der Literatur auf, welche in geeigneter, vergrößerter Multi-Faktor-Spezifikationen innerhalb der Fama- und Französisch-Paradigmen ruhen.

  • The Forward-looking Disclosures of Corporate Managers: Theory and
    Evidence (with Reint Gropp & Julian Opferkuch)

Wir betrachten ein unendlich sich wiederholendes Spiel, in dem ein informierter und erfahrener Manager Mittel für die Finanzierung eines Projekts aufbringen muss und zwar von Investoren, die ein kurzfristig-orientiertes Denken haben. Um die Qualität der Projekte für Investoren aufzuzeigen, kann der Manager eine (möglicherweise teuer) für die Zukunft gerichtete Offenlegung über das Erfolgspotenzial seines Projekts treffen. Wir stellen das Folgende fest: Wenn eine Offenlegung der Informationen der Manager mit Kosten verbunden ist, werden diese nie Erklärungen veröffentlichen, die keine Informationen an externe Investoren vermitteln. Außerdem verzichten die Manager von Unternehmen, die hochtransparent sind und über Methoden zur Offenlegung von Kosten verfügen, immer auf öffentlichen Angaben. Auf der anderen Seite kann eine Offenlegungspolitik, nach der ein Manager immer vorausschauende Aussagen trifft, für Unternehmen nachhaltig besser werden, als für solche, die undurchsichtig und rentabel sind. Unter bestimmten Bedingungen ist dies die einzig mögliche Informationspolitik für die Manager. Unter Verwendung eines Index, der die Menge der vorausschauenden Angaben in der Öffentlichkeit der Unternehmen 10-K Erfassungen enthält, haben wir herausgefunden, dass für intransparente Unternehmen unser Index positiv mit Firmen mit guter Rentabilität und niedrigem Finanzierungsbedarfkorreliert. Für transparente Firmen finden wir nur eine schwache Beziehung zwischen unserem Index und festen Grundlagen. Wir haben desweiteren herausgefunden, dass das Gesamtniveau der zukunftsgerichteten Angaben zwischen 2001 und 2009 deutlich zurückgegangen ist, was das Resultat des Sarbanes-Oxley Act von 2002 gewesen sein könnte.

Veröffentlichte und bevorstehende Projekte

  • Out-of-Sample Equity Premium Predictability and Sample Split Invariant Inference (with Gueorgui I. Kolev — forthcoming in The Journal of Banking and Finance)

Für einen umfassenden Satz von 21 Aktienrisikoprämien-Vorhersagen finden wir dramatische Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vorhersagen in Bezug auf die Stichprobenergebnisse in Abhängigkeit von der Auswahl der Probedaten. Um dieses Problem zu beheben, schlagen wir vor, die Vorhersagbarkeitskriterien für jede mögliche Stichprobe zu teilen, und zwar in Stichprobenbetrachtungen in grafischer Form. Wir bieten den Monte-Carlo-Beweis, um die die Gültigkeit des bootstrap-basierten Rückschlusses darzulegen. Wir haben herausgefunden, dass viele Investoren, hätten sie ihre Entscheidungen in Echtzeit getroffen, von den Prognosen hätten profitieren können. Die Stichproben und die Teilung dieser Stichproben führen im Durchschnitt zu Testergebnissen, die in großer Übereinstimmung miteinander sind. Wir zeigen außerdem auf, wie eine Stichprobenerweiterung konstruiert werden kann, die Vorhersehbarkeitstests von Stichprobenmengen unveränderlich macht, unter der Voraussetzung, dass es gleichzeitig eine Kontrolle in Bezug auf die Variablen gibt.

  • Stock Returns and Future Tense Language in 10-K Reports (The Journal
    of Banking & Finance, Volume 71, October 2016)) Covered by the Wall Street Journal

Dieses Papier zeigt, dass die Unternehmen, die weniger über die Zukunft in ihren Jahresberichten sprechen, ungewöhnlich positive Renditen von etwa 5% jährlich erreichen. Wie viel die Unternehmen über die Zukunft in ihrem jährlichen 10-K-Bericht sprechen werden gemessen, in dem aufgezäjlt wird, wie oft die Verben „will“, „shall“ und „going to“ verwendet werden. Die Beweise begünstigen eine risikobasierte Interpretation: Unternehmen, die weniger „Zukunft“ in ihrem Bericht benutzen, erzielen eine höhere Rendite, da sie riskanter agieren. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit Finanztheorien und besagen, dass die Anleger für das Halten von Aktien in solchen Unternehmen belohnt werden müssen, die weniger Informationen über zukünftige Entwicklungen auf dem Markt verbreiten.

  • Revealing the Hidden Language of Complex Networks (with Ömer Nebil Yaveroğlu, Noël Malod-Dognin, Darren Davis, Zoran Levnajic, Vuk Janjic, Aleksandar Stojmirovic & Nataša Pržulj — Nature Scientific Reports, 2014)

Hoch entwickelte Methoden für die Analyse komplexer Netzwerke versprechen fast allen wissenschaftlichen Disziplinen von großem Nutzen zu sein, aber sie entziehen sich uns. In dieser Arbeit erzielen wir grundlegende methodische Fortschritte, um dies zu richtig zu stellen. Wir entdecken, dass die Interaktion zwischen einer kleinen Anzahl von Rollen, die von Knoten in einem Netzwerk gespielt wird, eine Netzstruktur charakterisieren kann und auch eine klare reale Interpretation bietet. In Anbetracht dieser Erkenntnisse entwickeln wir einen Rahmen für die Analyse und den Vergleich von Netzwerken, die alle bestehenden übertrifft. Wir zeigen ihre Stärke durch neuartige Beziehungen zwischen scheinbar nicht miteinander verbundenen Netzwerken wie Facebook, stoffwechsel-betreffenden Netzwerken sowie Netzwerken, die die Proteinstruktur betreffen. Wir verwenden auch die Dynamik des Welthandels, um Netzwerke zu verfolgen, die wiederum aufzeigen, dass ein Land, das die Rolle eines Vermittlers zwischen Nicht-Handelsländern einnimmt, wirtschaftlich besser dasteht, während Länder, die periphere Rollen einnehmen, mit Armut zu verbinden sind. Dieses Ergebnis, wenn auch intuitiv, ist außerhalb herkömmlicher Rahmenbedingungen entstanden. Schließlich übersetzt unser Ansatz Netzwerk-Strukturen in Alltagssprache, indem die Netzwerk-Analyse näher an das Segment von Wissenschaftlern herangeführt wird.

  • Consequences of increased longevity on wealth, fertility, and population growth (with Aleksandar Bogojevic & Antun Balaž — Physica A, 2008)

Wir präsentieren, lösen und simulieren numerisch ein einfaches Modell, das die Folgen der zunehmenden Langlebigkeit für die Geburtenraten, das Bevölkerungswachstum und der Verteilung des Reichtums in entwickelten Gesellschaften beschreibt. Wir schauen auf die Folgen der wiederholten Verwendung von Lebensverlängerungstechniken und zeigen, dass sie ein neuartiges Gebrauchsgut darstellen, dessen Einführung tiefgreifend wesentliche Aspekte der Wirtschaft und der Gesellschaft im Allgemeinen beeinflussen wird. Insbesondere sind zwei Phasen in unserem vereinfachten Modell aufzudecken, etikettiert als „sterblich“ und „unsterblich“. Innerhalb des Laufzeitverlängerungs-Szenarios ist es also möglich, dass ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum mit einer stabil bleibenden Bevölkerung erzielt wird als Ergebnis eines dynamischen Gleichgewichts zwischen den beiden Phasen.

  • Valuing Mortgage Insurance Contracts in Emerging Market Economies (with Ashok Bardhan & Branko Urošević — The Journal of Real Estate Finance and Economics, 2006)

Wir entwickeln eine neue options-basierte Methode für die Bewertung von Versicherungsverträgen und Hypotheken in geschlossener Form in einer Wirtschaft, in der Agenten risikoneutral tätig sind. Während die vorgeschlagene Bewertungsmethode genereller Natur ist und in jedem Markt zur Anwendung kommen kann, kann der Nutzen dieser Methode in sich entwickelnden Volkswirtschaften gegebenenfalls noch größer sein. Dies scheint vor allem dort der Fall zu sein, wo andere Methoden entweder unpassend oder zu schwierig sind, vor allem aufgrund des Fehlens von ausreichenden Datenmengen. Als Anwendungsfall, berechnen wir einen typischen Hypotheken-Versicherungsvertrag, wie er von der serbischen Regierung besichert wird.

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