Headergrafik - Weinfest

Start-up: Algea Care

1. Juli 2021 | Von: Melanie Thomas, Digital Marketing Manager
Die Gründer von Algea Care:  Dr. Julian Wichmann und EBS Alumna Anna-Sophia Kouparanis

In diesem Interview erzählt uns EBS Alumna Anna-Sophia Kouparanis über das Unternehmen Algea Care, welches sie gemeinsam mit Dr. Julian Wichmann gegründet hat.

Wie ist die Idee für Algea Care entstanden?

Als Seriengründerin und durch meine Tätigkeit im Bereich Pharma und Cannabisvertrieb bin ich auf die schwierige Versorgungssituation der Patient:innen mit medizinischem Cannabis aufmerksam geworden: Zum einen lehnen Krankenkassen gut die Hälfte der Anträge auf Kostenerstattung einer Cannabis-Therapie ab, zum anderen ist der bürokratische Aufwand so hoch, dass nur wenige Ärzte von dieser Therapieform Gebrauch machen. Viele Patient:innen werden also nicht versorgt, obwohl Cannabis seit 2017 per Gesetz zur ärztlichen Behandlung zugelassen ist und das Potenzial hat, vielen Schwerkranken zu helfen und deren Situation und Lebensqualität zu verbessern. Um Patient:innen den Zugang zu erleichtern und die Versorgung mit medizinischem Cannabis zu entbürokratisieren, gründete ich gemeinsam mit dem Facharzt Dr. Julian Wichmann Algea Care. Julian behandelte während seiner klinischen Tätigkeit Schmerzpatienten und hat dort erlebt, wie hilfreich Cannabis in der Therapie sein kann.

Wie funktioniert euer Service?

Algea Care ist die erste und bisher einzige telemedizinische Plattform mit Fokus auf ärztliche Behandlungen mit medizinischem Cannabis. Sie dient Patient:innen als Anlauf- und Beratungsstelle und bietet eine kompetente Rundumbetreuung sowie schnelle Hilfe. Die Therapie mit dem natürlichen Heilmittel Cannabis ist anspruchsvoll und erfordert besonderes ärztliches Know-how sowie eine große Sorgfalt im Umgang und in der Betreuung von Patient:innen. Deshalb sind Algea Care Ärzte für die Behandlung mit der Cannabispflanze geschult und darauf spezialisiert, indem sie einen internen Qualifizierungsprozess durchlaufen. Auf AlgeaCare.com können Patient:innen Arzttermine für eine fundierte Therapie auf Basis natürlicher Arzneimittel wie Cannabis buchen. Die Ärzte helfen den Patient:innen dann schnell und unbürokratisch. Der erste Termin findet dann in einen der sieben Standorte deutschlandweit statt. Dort können Patient:in und Arzt sich persönlich kennenlernen und über den weiteren Therapieverlauf sprechen. Jeder weitere Termin erfolgt online durch Video-Sprechstunden über die Telemedizin-Plattform. Die therapeutische Wirkung der Heilpflanze bedeutet für viele Menschen eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität und Linderung von Beschwerden, insbesondere für Schmerzpatienten.

Warum sollte man sich bei körperlichen Beschwerden bzw. Krankheiten mit medizinischem Cannabis behandeln lassen?

Medizinischer Cannabis kommt besonders für chronisch Erkrankte in Frage. Aktuell erlaubt der Gesetzgeber die Therapie mit medizinischem Cannabis nur unter bestimmten Voraussetzungen. Dabei muss es sich z. B. um eine „schwerwiegende“ Erkrankung handeln, die den Alltag stark einschränkt. Außerdem muss der/die Patient:in „austherapiert“ sein, heißt der behandelnde Arzt hat seine Behandlungsalternativen komplett ausgeschöpft.

Eine der vielen möglichen Indikationen sind beispielsweise chronische Schmerzen. Oft werden in der klassischen Schulmedizin zur Behandlung der Schmerzen starke Opiate verschrieben, die meist mit schweren Nebenwirkungen einhergehen. Bei der Behandlung mit medizinischem Cannabis berichten viele Patient:innen von weitaus geringeren Nebenwirkungen, weswegen sie die Behandlung mit dem natürlichen Arzneimittel bevorzugen.

Was sind die größten Herausforderungen auf dem Weg zur Unternehmensgründung?

Algea Care agiert als erster deutscher Telemedizin-Unternehmen mit Betäubungsmitteln. Im Gesundheitswesen sind die Regulatoren oft sehr anspruchsvoll, gerade wenn es um Cannabis als Medizin geht. Daher haben wir allein für den Aufbau des Business Models knapp ein Jahr benötigt. Gegründet wurde dann im Sommer 2020. Im September 2020 hat das operative Geschäft begonnen.

Neben den anspruchsvollen Regulatoren war es zu Beginn eine große Herausforderung, das richtige Team zusammenzustellen. Gerade in der Anfangsphase wird daher das persönliche Netzwerk entscheidend. Während ich viele Kontakte in der Wirtschaft und der Pharma-Industrie für das operative Geschäft aktivieren konnte, hatte Julian die Kontakte zum medizinischen Personal. Das führte dazu, dass Algea Care mit dem operativen Geschäft schnell starten und wachsen konnte. Mittlerweile betreut Algea Care mit mehr als 30 Ärzten bereits mehrere tausend Patienten in ganz Deutschland. Sieben Onboarding Standorte wurden bereits eröffnet, weitere sind noch in Planung.

P.S.: Algea Care sucht aktuell Verstärkung!

Zum Newsroom der EBS Universität

Kontakt
Melanie Thomas
Digital Marketing Manager
+49 611 7102 1596
melanie.thomas@ebs.edu