Supply Chain Risk Management

Supply Chain Risk Management ist eine zentrale Funktion in der ganzheitlichen, integrativen beschaffungsseitigen Planung, Steuerung und Überwachung der internen und externen Wertschöpfungsketten. Aufgrund der sinkenden Wertschöpfungstiefen und dem mittlerweile zum guten Ton gehörenden Global Sourcing erfahren Beschaffungsprozesse eine zunehmende Fragmentierung und Komplexität. Daneben werden strategische Ressourcen reduziert und Abhängigkeiten von Lieferanten geschaffen. Unternehmen stehen somit vor der Herausforderung, eine große Anzahl von Lieferanten zu beobachten und möglichst erschöpfend Informationen zu prozessieren. Der Ausfall oder die fehlerhafte Fertigung einzelner Bauteile kann den Zusammenbruch einer ganzen Produktkette mit sich bringen und zu schweren wirtschaftlichen Einbußen für Unternehmen führen. Das Beispiel der defekten Bosch-Dieseleinspritzpumpe, das zum Stillstand von vielen Automobilherstellern geführt hat, steht stellvertretend für eine Reihe solcher Risiken aus dem immer weiter verzweigten Wertschöpfungsnetzwerk von Unternehmen. Neben diesen, dem operativen Feld zuzuordnenden Herausforderungen, werden stetig neue Erwartungen an Unternehmen herangetragen: Soziale und ökologische Faktoren fließen zunehmend in Kundenwünsche ein, verschiedenste Interessensgruppen durchleuchten Lieferketten nach Arbeitsbedingungen oder Umweltsünden und bringen Unternehmen aufgrund ihrer Beziehungen zu fragwürdigen Lieferanten in Bedrängnis. Supply Risk Management hat zum Ziel, beschaffungsseitige potentielle Schäden für das Unternehmen frühzeitig zu erkennen und zu bearbeiten. Das abgebildete Prozessschema verdeutlicht die Schritte, anhand derer Unsicherheiten erfasst, bewertet und gesteuert werden. Typischerweise werden Risiken anhand zweier Merkmale erfasst: Schadenshöhe und Eintrittwahrscheinlichkeit. Beide Kriterien dienen dazu, potentiell kritische Zustände in einem zweidimensionalen Raum darzustellen und zu bewerten. Aufgrund dieser Bewertung können Risiken diskriminiert und Ressourcen zur Steuerung effizient zugeteilt werden.

Forschungsaktivitäten und Ziele

 

Um das Supply Chain Risk Management innovativ weiterzuentwickeln, ist eine beständige Anpassung an neue Herausforderungen aus dem Unternehmensumfeld notwendig. Daneben finden branchenspezifische Aktivitäten statt, die spezielle Bedürfnisse oder Unternehmensgrößen berücksichtigen. Ziel ist es, neuartige Risiken mit den Mitteln des Supply Risk Managements zu erfassen. Außerdem dienen die Forschungsaktivitäten der Entwicklung neuer Steuerungselemente, die ein Management von bspw. sozialen oder ökologischen Supply Chain Risiken ermöglichen.

Methoden

 

In den Forschungsprojekten werden qualitative und quantitative Methoden der empirischen Forschung angewandt. Daneben findet konzeptionelle und interaktive Zusammenarbeit mit Unternehmenspartnern statt.

Forschungsprojekte

 

Entwicklung eines IT-gestützten und nachhaltigkeitsorientierten Risikomanagementsystems für Einkauf- und Beschaffungslogistik im Rahmen des Verbundprojekts Sustainable Sourcing Excellence.

Unternehmenspartner:

  • Clariant Produkte (Deutschland) GmbH
  • Dachser GmbH & Co. KG
  • Deutsche Telekom AG
  • Neckermann.de GmbH
  • Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH
  • Simon Hegele Gesellschaft für Logistik und Service GmbH
  • Vattenfall Europe AG
  • Intertek Group plc.