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Ausgabe Oktober 2011   english English Version | Website Version

Wenn die Welt stillsteht

Supply Chain Security: Bombenterror und Piraten

Dipl.-Ing. Christoph Markmann, Dr. Heiko von der Gracht

Ein Vulkanausbruch in Island legt den europäischen Flugverkehr lahm, ein japanisches Erdbeben internationale Lieferketten. Was würde erst ein gezielter Terroranschlag auf einen der Knotenpunkte des weltweiten Güterumschlags anrichten?

Im Zeitalter von Terrorismus, Naturkatastrophen und Staatskrisen
  • 50 bis 500 Mrd. US-Dollar an Folgeschäden würde die Detonation einer 10-20 Kilotonnen schweren Bombe in einem der großen Hochseehäfen der Welt verursachen
  • Geschätzte 7-12 Mrd. US-Dollar direkter Kosten entstehen den globalen Liefernetzwerken durch Piratenangriffe auf den Meeren der Welt
  • Mehr als 10.000 Überwachungskameras beugen in London Verbrechen vor; sie werden auch crime fighting cameras genannt

Die weltweiten Ausgaben für die Sicherheit von Supply Chains steigen seit Jahren drastisch. Auslöser der Entwicklung war bekanntermaßen der 11.9.2001. Doch wie die Paketbomben des vergangenen Jahres zeigen, hat die Welt die Sicherheit der globalen Versorgungsnetze selbst nach zehn Jahren Anlaufzeit noch nicht im Griff. Das belegt auch eine aktuelle Studie des SMI zusammen mit PricewaterhouseCoopers. Sie verweist insbesondere auf einige zentrale Aspekte der Transportsicherheit. Einer davon ist die Technik.


Technik hilft

Wie jeder Zeitungsleser aus den Diskussionen um Nackt-Scanner mitbekommen hat, verbessert sich die Screening-Technik ständig. Die in der Studie befragten Sicherheitsexperten warnen jedoch vor Technik-Gläubigkeit: Der beste Scanner nützt wenig, wenn das Personal nicht gut geschult ist und wenn die Sicherheitsprozesse an den Schnittstellen der einzelnen Transportstationen nicht friktionsfrei definiert und eingespielt sind. Hier liegt noch jede Menge Sicherheitspotenzial brach. Logistikdienstleister mit einem professionellen Schulungswesen sind hier im Vorteil. Selbst dann, wenn die IT-Revolution über die Logistik hereinbricht.


Logistik-IT

Es ist nicht nur RFID: Die Logistik wird immer stärker von Informations- und Kommunikationstechnologie durchdrungen. Damit steigt auch die Gefahr von Cyber-Attacken und die Notwendigkeit von deren Abwehr. Es reicht eben nicht mehr der handelsübliche Virenscanner auf dem PC, um das logistische Netzwerk vor Angriffen aus dem virtuellen Netz zu schützen. Über kurz oder lang benötigen Supply Chains einen eigenen Cyber-Abwehrspezialisten: Bei der Sicherheit ist Vorsicht besser als Nachsicht. Vor allem ist Vorsicht erheblich kostengünstiger als Nachsicht, wenn man die exorbitanten Schäden von Attacken auf die Logistik einkalkuliert. Und wenn man einrechnet, dass die Zukunft bedrohlich ist.


Es wird schlimmer

Wie die in der Studie befragten Experten betonen, werden die Angriffe auf Supply Chains eher zunehmen. Worauf sie ebenfalls hinweisen: Die Logistik hat noch Nachholbedarf in Sachen Sicherheit. Sie wird sich in Zukunft daran gewöhnen müssen, bei der Auswahl von Transportrouten und -modi nicht nur an Pünktlichkeit, Qualität und Kosten, sondern auch an die Sicherheit der Transporte zu denken. Reedereien haben bereits damit begonnen: Sie umfahren neuerdings besonders piratenverseuchte Gewässer. Und wenn trotzdem etwas passiert?


Absolute Sicherheit gibt es nicht

Deshalb sind im Schadensfall hohe Flexibilität und Agilität entscheidend. Ein Logistikdienstleister muss blitzschnell Alternativen aktivieren und seinen Kunden anbieten können – wofür er angemessene Notfall-Optionen dank professioneller Supply Chain Security schon Monate vor dem Ernstfall in der Schublade hat. Das kostet alles Geld? Nicht per Saldo. Schon ein einziger auf der Seeroute von Shanghai nach Europa gekaperter Autotransporter kommt erheblich teurer als eine adäquate Transportsicherung: Supply Chain Security zahlt sich aus. ^ 

 

Manager, die Berge versetzen

Neues Buch von SMI-Autorin

Im Zeitalter von Globalisierung und exogenen Schocks haben viele Führungskräfte den Eindruck, Berge versetzen zu müssen. Ein neues Buch untersucht jene, die das tatsächlich schaffen.

Blick in die Zukunft: Management und Personnel Development
  • Was dazu befähigt, Berge zu versetzen: Return on Education
  • Die Weiterbildung der Zukunft und der "Heiße Stuhl"
  • Eben erschienen: Nicole Gaiziunas: Manager, die Berge versetzen. Der Return on Education: Exzellente Mitarbeiter, überragende Performance, glänzende Ergebnisse. mi-Verlag 2011.

Nirgendwo wird das Versagen der modernen Weiterbildung deutlicher als bei den Paketbomben vom letzten Jahr: Die Scanner hatten die Bomben längst entdeckt, doch an den relevanten Schnittstellen redete das Personal aneinander vorbei. Ein klarer Trainingsmangel: Es wird zwar fleißig trainiert, aber ganz offensichtlich nicht das, was am Ende dabei herauskommen soll. Der mangelnde Return on Education behindert Manager und Mitarbeiter massiv bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen und bedroht obendrein Effizienz und Sicherheit von Wirtschaft und Gesellschaft. Der Grund: Herkömmliches Training fokussiert viel zu sehr auf Inhalte und Konzepte anstatt auf eben den Return, wie die geschäftsführende Direktorin der SMI Executive Education in ihrem eben erschienenen neuen Management-Ratgeber feststellt. Doch sie konstatiert nicht nur den Mangel.


Künftig besser

Die Autorin beschreibt auch anhand vieler spannender Praxisbeispiele und konkreter Instrumente wie Return-Projekten, Prozess-Coaching oder dem "Heißen Stuhl", wie Vorzeige-Unternehmen ihre Mitarbeiter und Manager tatsächlich dazu befähigen, Berge zu versetzen. Darüber hinaus zeigt sie die zentralen Herausforderungen auf, denen sich die Weiterbildung der Zukunft stellen muss, elf konkrete Entwicklungstendenzen und die Mittel und Konzepte, mit denen Manager diese Entwicklungen meistern können. Abgerundet wird jedes Kapitel durch ein Exklusiv-Interview mit einem Topmanager oder einem renommierten Wissenschaftler. ^ 

 

Die nächste Katastrophe

Die richtigen Fragen auf dem Zukunftskongress der Logistik

Wenn Krisen etwas Gutes haben, dann das: Sie rütteln auf. Der Zukunftskongress Logistik, der Anfang September in Dortmund stattfand, traf auf ein knapp 500 Besucher starkes wachgerütteltes Fachpublikum, das die richtigen Fragen stellte.

Die Zukunft der Logistik
  • Podiumsdiskussion zur Beherrschbarkeit der Zukunft mit SMI-Beteiligung
  • Dr. Heiko von der Gracht diskutierte Future Tools
  • Vor allem aber beantwortete er besorgte Fragen

Ebenfalls auf dem Podium saß Eckard Foltin, Leiter des Creative Centers der Corporate Development bei Bayer MaterialScience. Er zeigte an Beispielen aus seiner Praxis, wie in der strategischen Unternehmensentwicklung mit speziellen Zukunftsinstrumenten wie zum Beispiel der Szenario-Technik gearbeitet wird. Er verdeutlichte auch, wie wichtig dabei die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen wie dem von Dr. von der Gracht am SMI der EBS Business School geleiteten Center für Zukunftsforschung und Wissensmanagement (CEFU) ist, um eine fundierte Datenbasis und -qualität sicherzustellen. Das Publikum nahm daraufhin die Gelegenheit wahr, Dr. von der Gracht seine Fragen zur Zukunft zu stellen.


Besorgte Fragen

Dass das Publikum sich angesichts wechselvoller Krisen weniger für die wahrscheinliche Zukunft interessierte, lag auf der Hand. Dafür stellten viele Praktiker vermehrt Fragen nach dem Überraschungsfaktor der Zukunft: Kann man Schocks wie EHEC, Vulkanausbrüche, Fukushima oder andere sogenannten Schwarzen Schwäne vorhersehen? Dr. von der Gracht zeigte, dass solche Imponderabilien nicht nur unvorhersehbar sind, sondern auch nicht vorhergesehen werden müssen oder sollten. Im Gegenteil: Wer versucht, sie vorherzusehen, liefere sich ihnen schutzlos aus, weil er zuverlässig daran scheitern müsse.


Der beste Schutz

Der beste Schutz vor Unvorhersehbarem sei nicht die Ermittlung dessen Eintrittswahrscheinlichkeit, sondern die Betrachtung der kritischen Geschäftsprozesse eines Logistikers: Ohne welche Prozesse kann er nicht auskommen? Und wie kann er sich vor einer Beeinträchtigung oder einem extern verursachten Totalausfall dieser Prozesse schützen? Für die Luftfracht zum Beispiel ist es unerheblich, ob der Luftraum wegen eines Vulkanausbruchs oder eines Lotsenstreiks lahmgelegt wird: Hat der Logistiker den potenziellen Stillstand eines seiner Kernprozesse frühzeitig antizipiert, kann er auf Alternativen zurückgreifen, die unabhängig sind vom Grund des Ausfalls – während die Konkurrenz noch die Krise beklagt. Ein schönes Paradoxon der Zukunftskompetenz: Um in Zukunft zu bestehen, muss man nicht deren Ereignisse vorhersehen – lediglich deren Auswirkungen. ^ 

 

Vorstand als Mentor

Kooperation zwischen SMI und Aircargo Club Deutschland

Einen Vorstand als Mentor! Welche(r) Studierende hätte das nicht gerne? Keine Utopie, sondern eine leicht zugängliche Option, seit diesen Sommer die Kooperation zwischen SMI und Aircargo Club Deutschland (ACD) unterzeichnet wurde.

Aircargo Club Deutschland
  • Der ACD wurde 1963 gegründet und hat derzeit 260 Mitglieder
  • Mitglieder sind ausschließlich leitende Unternehmensvertreter der Luftfrachtbranche mit deutscher oder internationaler Verantwortung
  • Die Kooperationsvereinbarung schlossen für den ACD dessen Präsident Wolf-Dietrich von Helldorff, für das SMI Dr. Marco Linz, Director Aviation Management

Zum einen soll die Kooperation den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis ausweiten und beschleunigen. Zum anderen bietet sie zwei ausgewählten EBS-Studierenden jährlich Zugang zu einem Mentorenprogramm, dessen Mentoren sich aus dem Vorstand des ACD rekrutieren. Darüber hinaus öffnet sich den Mentees das wohlsortierte Netzwerk der Branchenvereinigung, kostenfreier Zugang zu allen ACD-Veranstaltungen und die attraktive Möglichkeit, Top-Kontakte in der Luftfracht-Community Frankfurt, aber auch auf internationaler Ebene zu knüpfen. Die Nutzung dieses exzellenten Karriere-Sprungbretts steht ausgewählten EBS-Studierenden offen, vorzugsweise mit dem Studienschwerpunkt Aviation Management.


Das Sprungbrett

In Zeiten eines sich verschärfenden Fach- und Führungskräftemangels bietet die Kooperation den Branchenunternehmen ein optimales Instrument, mit High Potentials in Kontakt zu treten. Den Studierenden offeriert sie wertvolle Brancheneinblicke und einen frühzeitigen Karriereeinstieg. Die Perspektiven innerhalb der Luftfrachtbranche sind glänzend: Ein Drittel aller Exportgüter werden wertmäßig bereits in Flugzeugen transportiert. Dank anhaltender Globalisierung und erstarkender Schwellenmärkte ist die Branche ein Wachstumsmarkt mit großem Potenzial für die Zukunft. ^


 


Inhalt

Wenn die Welt stillsteht
Supply Chain Security: Bombenterror und Piraten

Manager, die Berge versetzen
Neues Buch von SMI-Autorin

Die nächste Katastrophe
Die richtigen Fragen auf dem Zukunftskongress der Logistik

Vorstand als Mentor
Kooperation zwischen SMI und Aircargo Club Deutschland



Impressum
Herausgeber:
Supply Chain Management Institute
EBS Business School
Söhnleinstraße 8F
65201 Wiesbaden
Germany
Telefon: +49 611 360 18 800
Telefax: +49 611 360 18 802
E-Mail: smi@ebs.edu
Internet: www.ebs.edu/smi

Registergericht:
Amtsgericht Wiesbaden
Registernummer: HRB 19951
Umsatzsteuer-ID: DE 113 891 213

Redaktion:
Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:
Ulrike Dautzenberg, Head of Communications
(Anschrift wie oben)

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