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Wochenrückblick: Weltreise mit Szenenapplaus

Jeder ansatzweise entscheidende Tag in unserem Leben ist entweder das Ende von etwas oder der Anfang von etwas.
Es erweckt oft den Eindruck, als ließe es sich tatsächlich darauf herunterbrechen, wenn man genau hinschaut.
Manchmal weiß ich nicht, was von beidem schwieriger ist. Der Abschied, das Loslassen, die Gewissheit jener vermutlich begrenzten, für uns aber doch immer wieder erschlagenden Form von Endgültigkeit, die uns hier begegnet – oder das, was auf jeden Abschied, auf jedes Loslassen folgt. Der Schritt ins Neue. Die Reise ins Unbekannte. Die Premiere, die Umstellung, das Wagnis. Fest steht, dass es genau darum geht. Wir trennen uns von Sachen, von Orten, von Menschen. Und lernen von alldem Neues kennen. Es läuft immer wieder auf die simple Kernbotschaft des Serienfinales von Lost hinaus: Remember. Let go. Move on.
Und während wir versuchen, dies zu schaffen, was von notwendig und wohltuend bis hin zu erzwungen und schmerzhaft alles sein kann, läuft das eine oder andere - häufiger, als wir es bemerken –, im Hintergrund, ganz unauffällig, einfach so weiter wie zuvor.
Ich schreibe seit sechs Jahren Wochenrückblicke. Es fing an im Oktober 2005, weil ich mich über die vielen Arbeiten, den Samstagsunterricht und das kalte Herbstwetter beklagen wollte. So wie sich eben oft mit dem meisten Elan über die Dinge schreiben lässt, die wir gern anders hätten. Das war seinerzeit der Anfang von etwas.
Und so sehr ich zu Beginn des Sommers, als mit dem Abitur erst mal vieles vorbei war, an einem Abend Mitte Juni dachte, ich würde gerade den letzten Wochenrückblick dieser Art schreiben – so sehr hat sich mir in der nun abgelaufenen Woche, eigentlich schon am Montag nach wenigen Stunden, wenn ich ehrlich bin, die Erkenntnis aufgedrängt, dass es das doch noch nicht gewesen ist. Dass auch diese völlig neue Phase mehr als genug Stoff hergibt. Und zwar beileibe nicht nur was Dinge angeht, die man gern anders hätte. Die erste Notiz, die ich am Montag auf meinen karierten College-Block kritzelte, betraf kein Buch, das es zu kaufen galt, und keinen Termin, der mir wichtig erschienen wäre. Es war irgendein Vergleich zwischen Uni und Schule, den ich jetzt kaum noch lesen kann. Es war etwas, von dem ich mir umgehend dachte: Hey, das gehört in deinen Wochenrückblick.
Und so geht es weiter.
Oder wie der australische Regisseur und Drehbuchautor Baz Luhrmann damals in seiner Vertonung einer fiktiven Abschlussrede der amerikanischen Journalistin Mary Schmich, begleitet von einem eingängigen Hintergrundbeat, empfahl: "Understand that friends come and go. But with a precious few, you should hold on."

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Ein Red Bull. Ein Duplo. Das Normfall-Buch. Ein Hanuta. Ein Dextro-Energy. Juristische Lernschule: Anleitung zum strukturierten Jurastudium. Ein Block kleiner blauer Post-its. Ein Kugelschreiber. Gummibärchen. Und ein 300-seitiges Büchlein namens Study@ebs.
Denn das ist es ja schließlich, was wir vorhaben.
Tag 1.
"Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut und jedem von Ihnen ein kleines Welcome Package bereitgestellt", verkündete Herr Dr. Schroer stolz und zeigte auf eine große Reihe gefüllter grauer Taschen voller EBS-Logos. Er, Dr. Schroer, war es am Samstag, zwei Tage zuvor, schon gewesen, der die feierliche Einschreibung "im Schloss Oestrich-Winkel" – um ehrlich zu sein in einem großen Zelt davor - moderiert hatte. Die feierliche Einschreibung, die bereits einen guten Eindruck davon vermittelt hatte, was für eine Art von Weg wir in den nächsten Jahren beschreiten werden. Gespickt von erhabenen Momenten wie der Interpretation des EBS-Songs "Inspire" als Abschluss. Und geprägt allen voran von der unterhaltsamen Rede des Dekans, der uns vor Augen geführt hatte, wer wir sind und wer wir eines Tages sein werden. "Haltet heute zwischendurch immer mal inne", hatte meine Mutter unmittelbar vor der Veranstaltung gemeint. "Und werdet euch dessen hier bewusst." Denn den ersten Schritt hatten wir 88, die wir allesamt auf den besten Plätzen vor der Bühne beisammen saßen, wir erster Jahrgang der EBS Law School, ja bereits getan. Getreu der Anekdote des EBS-Präsidenten Rolf Cremer vom Mönch, der sich ewig vorbereitet, um zum großen Kloster aufzubrechen und zu lernen. Und der sich vermutlich nie dazu durchringen wird, tatsächlich loszuziehen. Dieses Zögern hatten wir hinter uns. Zumindest, die die es überhaupt verspürt hatten. Wir waren schon aufgebrochen. Wir waren schon losgezogen. Mit einer groben Richtung im Hinterkopf und mit einem ungefähren Ziel. Nur noch nicht mit dem Wissen, wie genau der Weg dahin aussehen würde.
Aber dafür gab es ja auch die Einführungswoche.
Nun, zwei Tage später, stand er also erneut vor uns, Herr Dr. Schroer. Stellte uns unsere erst mal wichtigste Ansprechperson vor, unseren für alles rund um den Stundenplan – genauer: Schedule - verantwortlichen Programme Director Herrn Gleichmann. Und machte in diesem Zuge gleich deutlich, dass Freunde von bemüht hochkarätigen englischen Termini anstatt mindestens gleichwertiger deutscher Entsprechungen in diesen ersten Tagen voll auf ihre Kosten kommen sollten.
Alles begann also – wie das meiste, das nicht freitagabends beginnt – am Montagmorgen. 9.45 Uhr. Eine humane Uhrzeit. "Die Jura-Leute müssen immer erst zwei Stunden nach uns da sein", hatte ein Biochemie-Erstsemester-Freund von mir aus Heidelberg bereits beklagt. Immerhin eine juristische Fakultät, an der Herr Professor von Hoyningen-Huene auch einst tätig gewesen ist. 9.45 Uhr. Das stimmte jedenfalls schon mal. Anfangs.
Womit ich nicht behauptet haben will, es sei ein Leichtes, nach vier Monaten Sommer mit den kreativsten Schlafrhythmen, Ess- und Arbeitszeiten - sofern man denn überhaupt etwas tat – einfach so mal wieder früh aufstehen. Und sei es auch nur 8.30 Uhr.
Man setzte sich also in den Bus, ins Auto oder lief los, wie viele es ewig nicht getan hatten. Mit diesem Gefühl zwischen Aufregung, Vorfreude und Müdigkeit, das man gar nicht mehr so recht kannte. Man stieg aus, errang sich mit seinem Auto irgendwo einen für zehn Stunden nicht zu teuren Parkplatz oder kam schlicht und ergreifend zu Fuß an. Trat durch die Drehtür oder durch die simple Tür ein Meter weiter rechts in das großfenstrige, moderne, aber noch etwas kühle Gebäude ein in dem Bewusstsein, genau hier einen Großteil der nächsten Jahre zu verbringen.
Jeder ansatzweise entscheidende Tag in unserem Leben ist entweder das Ende von etwas oder der Anfang von etwas.
Aber dieser Anfang wurde, das war schnell klar, ein vergleichsweise leichter.
Die ersten hatten sich die begehrten Plätze auf der ledernen Sitzgruppe gesichert. Alle anderen standen im Foyer verteilt in kleineren und größeren Gruppen beieinander und tauschten die üblichen Fragen und Fakten aus, mit denen man einen neuen Menschen kennen lernt. "Du warst auch in der 37, oder?" – "Ja. Wo wohnst du denn?" – "Wartstraße." – "Wo warst du auf der Schule?" – "Gutenberg." – "Ah, dann kennst du bestimmt…" Und so weiter.
Ein paar kannten sich vom Aufnahmeverfahren. Wenn nicht sogar vom Aufnahmeverfahren und vom Nachtest. Ein paar kannten sich vom Law Camp. Über das ich Ihnen nicht viel erzählen kann, weil ich Anfang September meinen Vertrag noch nicht mal erhalten haben dürfte, geschweige denn unterschrieben. Und alle anderen begannen nun, sich kennen zu lernen. Für viele Freundschaften fürs Leben, geschäftliche Kooperationen und in sonstiger Hinsicht prägende Begegnungen wird dieser 19. September immer etwas Besonderes sein. Man wird an ihn zurückdenken, noch viele Male, als den Beginn von alldem.
Der Begrüßung und Einführung durch Herrn Dr. Schroer folgte sinnvollerweise, ehe wir überhaupt die Gelegenheit haben sollten, uns zu verlaufen, ein Rundgang über den Campus in vier Gruppen. Von den nach allen möglichen europäischen Städten benannten AG-Räumen - ich freue mich schon auf Verabredungen wie "Wir treffen uns um 5 in Istanbul" – über das Students Office (the artist formerly known as Sekretariat) bis hin zur Bibliothek. Die tatsächlich ganz bescheiden Bibliothek genannt wird. Obwohl der – im Übrigen aufschriftslos weiße - Ausweis dafür schon wieder library card heißt.
Die Öffnungszeiten unseres Bücherraums, in dessen Nähe sich auch Scanner und Drucker befinden, erschienen auf alle Fälle sinnvoll, ob sie jetzt als opening hours bezeichnet wurden oder nicht. Wochentags bis 21 Uhr, am Wochenende bis 1. "Denn wenn ihr sonntags um 3 Uhr nachts noch lernen wollt, läuft was verkehrt." Und wenn es doch sein muss, dass wenigstens zuhause. Na gut.
Ähnlich überzeugend wirkte der langfristige Plan für die Cafeteria. Eine eigene Mensa in dem Sinne wird es in der Law School nicht geben, erklärte Frau Schaub uns. Selbst ohne eine solche Mensa fragt man sich ja, wie weitere drei Jahrgänge in unserem werten Gebäude Platz finden sollen, bis frühestens 2014 irgendetwas in der Moritzstraße fertig ist. Stattdessen wird es eben eine Cafeteria und eine Saftbar geben. Die manch jemand von Ihnen womöglich vom Bahnhof her kennt. Snacks und Jogurt und Obst und alles betont gesund. Aber offiziell ausgezeichnet und zumindest bei Zugreisenden offenbar bewährt. Und richtige Kantinen für die Schnitzel- und Kartoffelbrei-Fans gibt es im Umkreis der EBS Law School ja genug. Dazu später mehr.
Kulinarisch ging’s erst mal weiter. Die Campustour mündete übergangslos in die Mittagspause. In den bekannten vier Gruppen ging man essen, beim Thailänder, beim Chinesen, wo auch immer, auf jeden Fall in der näheren Umgebung, und tauschte sich danach darüber aus. Was für den Rest der Woche den Running Gag etablierte, auch Leute, die bei McDonald’s oder Subway gewesen waren, zu fragen, ob das Essen denn zu empfehlen sei.
Die übrige Mittagspause wurde in ihrer Ausführlichkeit von etwa zweieinhalb Stunden entsprechend ausführlich genutzt. Die wenigen Wiesbadener verdingten sich als Touristenführer, was einfacher klingt, als es ist. Präsentieren Sie mal jemandem den Kochbrunnen als eine Sehenswürdigkeit, wenn es für Sie nicht mehr als ein verkalktes Gebilde ist, aus dem viel zu heißes Wasser strömt, an dem sich immer mal komische Gestalten wärmen, mitten auf einem Platz, den Sie einmal im Jahr so wirklich aufsuchen, für ein Fest Mitte Juni. Andererseits machte es natürlich auch Spaß, unvoreingenommene Menschen in Kultur und Eigenheiten dieser wundervollen Stadt einzuführen. Sofern sie denn unvoreingenommen waren.
Am Nachmittag wies uns dieselbe Frau Schaub, diesmal wieder in Sydney und nicht in der Cafeteria, ins effiziente wissenschaftliche Recherchieren ein. Immerhin gibt es wenig Wichtigeres in einem so arbeitsintensiven Studiengang wie Jura.
Damit es thematisch abwechselnd blieb, wurde im Anschluss das EBS-eigene Coaching-Programm vorgestellt. Das ab Januar 2011 viele einmal ausprobieren werden, wie sich so herauskristallisierte.
Und als es so langsam 18.30 Uhr wurde – mein Biochemie-Freund aus Heidelberg wird längst zuhause gewesen sein -, tauchten Thilo und Christoph auf. Die beiden Studentensprecher unserer Kollegen der Business School in Oestrich-Winkel. Und erzählten uns bei ihrem ersten von drei Auftritten in dieser Einführungswoche etwas über Ressorts. Was nichts mit Journalismus zu tun hat – also, nicht notwendigerweise -, sondern etwas Ähnliches wie früher in der Schule die nachmittäglichen Arbeitsgemeinschaften sind, nur meist mit einem höheren Sinn. Von einem IT-Ressort über die Big Band bis hin zum Debatierclub wurde im Vortrag und in der anschließenden Messe alles Mögliche vorgestellt. Und es wurde betont, dass wir gern auch neue Ressorts begründen können, falls die Idee dahinter in irgendeiner Form der Hochschule dient. Und sei es ein Fußball-Ressort mit einer Mannschaft, die eines Tages mal die der Bucerius schlägt.
Wobei nicht allen einleuchten mag, wo der höhere Zweck im Wein-Ressort In vino veritas verborgen liegt. Das es tatsächlich in Oestrich gibt. Trotz aller Weinberg-Mythen. Aber solang man wie Thilo und Christoph entspannt genug damit umgeht ("Und ja, wir sind die Generation Bootcamp"), kann man ohne schlechtes Gewissen darüber schmunzeln.
Und mit diesem Schmunzeln fielen wir dann irgendwann ins Bett. Viele gingen noch etwas trinken oder essen oder beides und kamen letztlich zuhause an, da war es schon dunkel. Und das vor dem Hintergrund, dass am Montag noch kalendarischer Sommer war.

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"Freut mich, dass Sie alle erschienen und heute meinetwegen früh aufgestanden sind." Herr Gleichmann stand da, mit seinem Mikro in der Hand, lächelte, und die meisten lächelten zurück. Wenn auch noch etwas müde.
"Wir wollten Ihnen die ersten beiden Tage extra vollpacken, damit Sie sich ab morgen und vor allem ab nächster Woche denken: Ach, heute nur drei Stunden und das ab 11.30 Uhr – das wird jetzt auch nicht mehr schwer."
Tag 2.
Die Pausen waren so ein bisschen das, was gleich blieb. Währenddessen man sich in die Schulzeit zurückversetzt fühlte, die für manche "erst" einen spektakulären freien Sommer, für einige aber schon länger zurücklag. Die Pausen bildeten die Konstante, die direkte Brücke des Bekannten zu dem, was bislang für uns alle Alltag geheißen hatte. Man gesellte sich zu jenen Leuten, mit denen man bis dato schon so in Kontakt geraten war, ob aus alphabetischen Gründen, durch Zufall oder durch Schicksal. Man unterhielt sich über den Sonntagabendfilm auf Pro7 und über die jeweiligen Lieblingsschauspieler. Eruierte, ob man vielleicht gemeinsame Serien hat. Man ging zu Starbucks. Der eine oder andere war in den ersten beiden Tage ernst gemeinte sechsmal dort. Noch bestand die Cafeteria ja aus ein paar Tischen und Stühlen, aus mehr nicht.
Wobei auch andere Elemente einem durchaus bekannt vorkamen. Handys von Rednern klingelten. Die hinteren Reihen verfielen zwischendurch immer mal in ein notorisches Gemurmel. Und bei aller intellektuellen Homogenität gab es solche, die keinen Plan hatten, wann eigentlich der nächste Programmpunkt anstand – so wie mich – und solche, die es ihnen erklärten. Das waren dann in der Regel die, die seit Jahren die NJW abonniert haben.
Selbstverständlich ging man, wie einst in der Schulmensa, auch zusammen etwas essen. Einige testeten die Kantine des Innenministeriums, andere die des Statistischen Bundesamts. Allgemein befand man die Angebote für den Preisen gemäß, und die Preise waren niedrig.
Was den Dienstag abseits der Pausen betraf, war zu spüren, dass man an der Law School seit einiger Zeit auf uns gewartet hatte. Und erfreut war, uns endlich dazuhaben. Die "IT-Landschaft der EBS" wurde vorgestellt – die diese Bezeichnung wahrlich verdient. Am Nachmittag schaute der Dekan höchstpersönlich vorbei und sorgte sogleich für gute Stimmung, von der dann auch die Dozenten in ihren Vorstellungen zu profitieren wussten. Anschließend trat noch die Verwaltung an die Leinwand, und man kam aus dem Applaudieren gar nicht mehr heraus.
Vor allem wenn deutsche Worte wie das Verb "netzwerken" erfunden wurden - die Word mir rot unterstreicht -, damit ausnahmsweise mal ein englisches Ausdruck vermieden wurde.
Es war eine große Woche für alle Beteiligten. Das wurde in so gut jeder Präsentation deutlich.
Beschlossen wurde der längste Tag der Woche von einem Grillabend, bei dem sogar tatsächlich das Wetter mitspielte. Mitarbeiter bis ganz oben und Studierende trafen sich im Hinterhof des Gebäudes, und es gab Steaks, Würstchen, Salate, Brot und Getränke frei Haus, und zwar alles so, dass man gar nicht genug davon bekam. Mich wunderte im Grunde nur, dass es kein Bier gab. Aber wir sind eben vorgeschädigt. In Cola veritas.
So oder so war, was üblicherweise ein 24-Stunden-Flug ist, die Reise von Sydney über Barcelona bis ins spätsommerliche Wiesbaden, auch diesmal wieder nur ein 12-Stunden-Tag gewesen.
Aber man war in diesen zwölf Stunden eben gut rumgekommen.

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"Wenn ihr noch Fragen zum Stundenplan habt, könnt ihr euch an Frau Caseroli im Students Office wenden." Wieder Herr Gleichmann, der uns diesen Rat gab. "Die kennt ihr ja schon von gestern."
Ich drehte mich nur ungläubig zu meinem Sitznachbar und fragte Stirn runzelnd: "Das war erst gestern?"
Tag 3.
Das didaktische Konzept der EBS wollte sich uns an diesem Morgen näher gebracht wissen. Und mit ihm der genauere Sinn und Zweck der Arbeitsgemeinschaften und Selbstlerngruppen, die neben den Vorlesungen unseren Stundenplan ausmachen und deren Vor- und Nachbereitung dienen sollen.
Während der anschließenden Mittagspause setzten sich die meisten in den nächsten Zug nach Oestrich-Winkel. Wo die schon altbekannten Thilo und Christoph ihren Campus vorführten. Und uns davor warnten, dass dort immer mal "die Presse" auftauche. Mit der wir vorsichtig sein müssten.
Dem folgte die "Möglichkeit zur Teilnahme an der Auftaktveranstaltung des EBS Symposiums". Die viele wahrnahmen, auch an den beiden Tagen darauf. Hinterher wurde erzählt von interessanten Podiumsdiskussionen zur Euro-Krise, sehr kommerziell orientiert wirkenden Firmenpräsentationen und gutem Essen.

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Die Rückkehr nach Hongkong.
Tag 4.
Der Raum unseres Aufnahmeverfahrens. Den meisten in gar nicht allzu schlechter Erinnerung. Immerhin hatten alle, die ihn jetzt wieder betreten durften, ja irgendwie bestanden. Auch wenn sie, wie ich, ein zweites Mal hatten aufkreuzen müssen, um die gleichen Zahlenreihen zu vervollständigen wie beim ersten Mal.
Frau Thürmer führte uns hier, an den Computern, in das digitale Wissensmanagement ein. Um genau zu sein, in den Normfall-Manager von Professor Haft. Und wie am Vortag entbrannte mal wieder eine Mac- contra Windows-Diskussion, bei der die Mac-Nutzer sich – erneut - darüber beklagten, sich für den windows-basierten Normfall-Manager, ein Programm zum Organisieren juristischer Inhalte, nun extra einen entsprechenden Workaround besorgen zu müssen. Wieder sahen sich die Dispute geprägt von Szenenapplaus der einen und der anderen Fraktion. Wobei derweil passenderweise Frau Thürmers Windows fleißig Fehlermeldungen an der Leinwand produzierte.

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"I speak English real good, but he’s better", sagte der Amerikaner über den Briten.
Tag 5.
Da wurde es international. Frau Triebiger, ihres Zeichens Vice Director International Relations, erzählte uns alles Wissenswerte zu unseren drei Monaten im Ausland, die das 7.Trimester im Sommer 2013 für uns bereithalten wird. Listete die 13 Partneruniversitäten auf, die es bislang gibt, und auch ein paar der fünfzig, mit denen momentan Gespräche laufen. Dazu gab sie Tipps, wie wir uns die Zeit im Ausland am sinnvollsten und am spaßigsten gestalten – und wie uns das umgekehrt mit den Studenten gelingen kann, die es hierher verschlägt.
Den Schlusspunkt der aufreibenden Einführungswoche bildete dann die Vorstellung der Sprachkurse und die verwandte Messe. Bei der sich ebenso viele für Spanisch wie für Chinesisch interessierten. So konnten sich die allesamt muttersprachlichen Lehrkräfte schon einmal ein Bild davon machen, wer sie so in den Kursen erwarten würde, von denen für jeden Studenten einer kostenlos ist.
So kam es jedenfalls, dass die Woche mit Mr. Windsors britisch-englischer Präsentation und den folgenden im Raum verteilten Unterhaltungen, teils bereits in Fremdsprachen abgehalten, so multikulturell zu Ende ging, wie es sein sollte.
Und damit war es das gewesen. Der Anfang von etwas. Von etwas Großem.
Und dann kam etwas, nachdem einige erneut dem einen oder anderen Aspekt des Symposiums beigewohnt hatten, von dem ich nach diesen fünf Tagen schon gar nicht mehr wusste, wie es sich anfühlt.
Das Wochenende.

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Also gut.
Wir wissen jetzt, wann wir mit welchem Professor und welchen Kommilitonen welche Vorlesung haben werden. Wir wissen, dass AG’s verpflichtend sind, und wofür denn SLG steht. Wir wissen, wie in etwa der Normall-Manager funktionieren soll. Wir wissen, wie wichtig Pünktlichkeit und Sprachen sind. Wir wissen, dass Sydney und Hongkong hier nur eine Wand trennt, dass man mit der Weinberg-Story auch locker umgehen kann, und dass wir gegenüber allem und jedem unsere Hochschule repräsentieren. Dass wir eine Aufgabe haben.
Wir wissen nach fünf Tagen schon eine ganze Menge.
Aber was all das bedeutet? Wie kurzweilig und sinnvoll und anstrengend die Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften und Selbstlerngruppen wirklich werden, verglichen mit all den Versprechungen? Ob sich der passionierte Mac-Nutzer weigern wird, seinen PC mit einem Anflug von Windows zu kontaminieren? Wie schnell sich tatsächlich Chinesisch lernen lässt? Ob manche Unpünktlichkeit der mangelnden Gewöhnung geschuldet war oder doch ein Vorgeschmack auf die wahre Gewohnheit? Ob alsbald jemand von Rhein-Main-TV oder doch jemand von RTL auf dem Campus auftauchen wird und fragen, ob wir denn vorhätten, unsere erste überstandene Klausurenphase im Dezember in den Weinbergen zu feiern?
All das wird man erst noch herausfinden. All das wird sich erst noch zeigen.
Und einiges davon schon ab Montag.
AG’s. SLG’s. Normfall. Räume. Presse? Cafeteria? Bibliothek? W-Lan?
Dann – in der ersten regulären Woche unseres Studentenlebens.

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