Blog

EBS BLOG

Wochenrückblick: Die teleologische Auslegung des Lebens

Wir haben alle unsere Ziele.

Und in der Theorie muss jeder gleich hart für seine Ziele kämpfen, gleich viel dafür leisten. Wer weniger kämpfen und weniger leisten musste, hat sich seine Ziele zu niedrig gesteckt. Wer mehr kämpfen und mehr leisten musste, hat sich seine Ziele zu hoch gesteckt. Und es wird sich die Frage stellen, ob er nicht zu viel aufgeopfert hat, um sie zu erreichen. Es wird sich die Frage stellen, eines Tages, ob es das wert gewesen ist. Und diese Frage kann viel überwiegen.

Wir haben alle unsere Ziele. Selbst der, der vorgibt keine zu haben, hat welche. Sie liegen nur entweder noch in ferner Zukunft - oder sie sind zu ungewöhnlich, als dass es üblich wäre, sie auszuformulieren. Ein Ziel kann paradox sein. Zeitlich nah und unerreichbar oder so weit weg und doch wie von selbst kommend. Es kann ethisch wertvoll und dann gern nur ein Vorwand oder unausgesprochen und zugleich so sehr gewollt sein. Fest steht, dass jeder eines braucht. Ich habe schon über vieles geschrieben, das wir alle brauchen ("aber nur wenige von uns haben"). Sei es Liebe, sei es Orientierung, sei es das Gefühl von Bedeutung zu sein. Aber all das setzt, eine Ebene tiefer, etwas noch Grundlegenderes voraus. Etwas tatsächlich Unabdingbares, manchmal so selbstverständlich, dass es gar nicht mehr erwähnt wird. Ein Ziel, das uns vor Augen steht. Etwas, wofür wir diesen Weg beschreiten.

Dabei lässt sich nicht einmal sagen, dass der, der kein Ziel hätte, einfach stehen bliebe. Nichts tuend alles so beließe, wie es wäre. Denn dann hätte er schon wiederum das Ziel, dass alles so bleiben möge, wie es sei. Daraus scheint zu folgen, dass wir uns über unsere Ambitionen definieren. Oder noch deutlicher: Wer kein Ziel hat, existiert nicht.

Das erste Staffelfinale.

Ich weiß mal wieder gar nicht, wo ich anfangen soll.

Im Zweifel am Ende.

Es war eine schwammige Gewissheit, die allmählich Einzug hielt. Der Tag, auf den man geschielt hatte, seitdem Mitte September die Stundenpläne für das erste Trimester auf campusnet veröffentlicht worden waren, war da. Dieser 2.Dezember. Das große Planspiel - vorüber. So ziemlich das Aufreibendste zum Schluss. So wie ein guter Spannungsbogen es will. Kreise schlossen sich. Und zwischenzeitlich war sogar Abschiedsstimmung aufgekommen in dieser übervollen letzten Woche.

Doch insgesamt stand da am Ende keine überzeugende Befreiung. Kein durchschlagender Eindruck von Ferienbeginn. Kein nachhaltiges Gefühl, es nun geschafft zu haben. Kein großer Spannungsabfall. Immer noch diese 240 Volt der vergangenen zehn Wochen. Es wäre ein würdiger Rahmen für einen Schlusspunkt gewesen, dieser späte Freitagnachmittag.

Leider aber war es nur ein sehr bedingter Schlusspunkt.

Der Anfang der ersten vorlesungsfreien Zeit unseres Studiums, immerhin. Das soll festgehalten sein. Als einer der letzten, wie gegen Ende einer guten Party, blieb ich noch in Sydney, unserem Hauptvorlesungsraum, den man schon so ein bisschen liebgewonnen hat, und holte tief Luft. Symbolisch. Die fehlende Gelegenheit dazu hatte ich schließlich eine Woche vorher beklagt.

Und als auch Till und Niklas ihre Diskussion vorerst beendet hatten, wer an diesem Tag noch bei wem seine Wäsche waschen würde, gingen wir runter. Die Treppen hinab, die uns nun gut zweieinhalb Monate fast täglich auf und ab begleitet hatten, von Istanbul nach Hongkong und zurück. Durch die bekannten drei Türen, die wir unseren Kommilitonen wieder und wieder freundlich aufgehalten hatten, weil sie ja leider nirgends einrasten. Und auf dem Weg hinab seufzte ich und meinte so zu Till, der seinerzeit zusammen mit mir sowohl im ursprünglichen Aufnahmetest als auch in der sagenumwobenen Nachprüfung gewesen war: "Hart, wie lang dieser 29.Juli schon wieder her ist, oder?" Er nickte und klopfte mir auf die Schulter. - "Ich dachte damals ehrlich gesagt, dass sie im Nachtest nur einen von uns nehmen würden."

Aber wie auch immer waren wir beide hier gelandet, als zwei von 88. Als zwei im ersten Jahrgang, den diese EBS Law School jemals gehabt haben wird.

Allerdings werde ich schon wieder zu pathetisch dafür, dass es ja nur ein halbes Ende war.

Die Finalwoche begann am Montagmorgen einmal mehr in einer anderen Welt als der, in der sie enden sollte. Sie begann, da lautete das Studium noch Jura. Und gleich zum Einstieg schloss sich der erste Kreis. Zum ersten Mal seit unserem allerersten Tag, jenem an Impressionen überbordenden Montag der Einführungswoche, mitten im Spätsommer zu, galt es wieder zu Wochenanfang früh aufzustehen. Nichts mit 11.30 Uhr. Stundenplantraditionen sind in diesem Trimester schließlich vor allem dazu da gewesen, gebrochen zu werden. Dass manch Veranstaltung dabei in Wahrheit häufiger zu außerplanmäßiger Zeit als zur subjektiv planmäßigen stattfand, bewies immer wieder die Macht der Gewohnheit. Und wie schnell sie sich ausbreitet. Etwas wird gewohnt, bevor es überhaupt gewöhnlich werden kann.

Der Höhepunkt zu dieser Erkenntnis würde sich am Mittwoch bieten.

Erst einmal wurden jedenfalls für uns Vorlesungsgruppe 2 die letzten fünf Unitage dieses Jahres 2011 um 9.45 Uhr eröffnet. Die Ehre, ein letztes Mal gnadenlos das Band durchzuschneiden, das die Ruheinsel Wochenende vom wilden Ozean Alltag trennt, gebührte diesmal Herrn Professor Binder. Der sie gewohnt (!) zu nutzen verstand. Die Stellvertretung als "sehr klausurrelevantes Thema" - es regnete ungewohnt (!) deutliche Hinweise - wurde abgeschlossen. Gefolgt vom Übergang in ein Thema, das den Abschlusscharakter der Woche veranschaulichte: sonstige Materien des Allgemeinen Teils. Unzulässige Rechtsausübung, Notstand und vor allem Herr Binders Lieblingsthema Verjährung. "Wir sehen uns dann Mittwoch ein letztes Mal", meinte er um zwei nach viertel nach elf, und es wurde auf die Tische geklopft.

Es folgte exakt jenes gewohnte Programm, mit dem üblicherweise eine Woche an der EBS Law School für uns beginnt. Herr Professor Haft, Strafrecht, 11.30 Uhr. Konkurrenz hieß hier das abschließende Thema zehn Wochen geschichtenreichen Struktur- und Normallfalldenkens. Kann die Indemnität eines Bundestagsabgeordneten aufrechterhalten werden, wenn er im Parlament verleumderische Beleidigungen von sich gibt? Müsste der Räuber nicht auch wegen Nötigung und Diebstahl bestraft werden, die zusammengenommen eben jenen Tatbestand des Raubes ergeben?

Herr Professor Haft konnte für den Abend gleich da bleiben. Na gut, dazwischen lag das gewohnte knapp vierstündige Mittagspausen-Ungetüm eines klassischen Montags. Aber man kam wieder. Auch wenn es schon dunkel wurde. Und auf dem ersten Ring mal wieder nichts mehr ging, weil sich direkt an der Kreuzung zur Mainzer Straße, unserer Kreuzung, ein Unfall hatte ereignen müssen. Aber man schlug sich durch. Stieg früher aus und lief den Rest. Man hat ja seine Ziele.

Zumal sich in der Methodenlehre ein finalwürdiger Anlass bot. An der mittlerweile mit bunten Christbaumkugeln und Lametta beschmückten kleinen Weihnachtstanne im Foyer vorbei, ging es hoch über die bekannten Treppen und durch die bekannten Türen nach Hongkong. Wo Herr Professor Haft die Probeklausur von zwei Wochen zuvor besprach. So stellt man sie sich vor, eine - um diesen berühmten Schulbegriff zu verwenden - "letzte Stunde vor der Arbeit".

Nun, außer im Bürgerlichen Recht. Da ist es wohl gut, dass wir die Probeklausur bereits Anfang November geschrieben haben. Der Andrang in der Bibliothek seit deren Ergebnissen spricht für sich.

Die verschiedenen Ebenen eines Klausuraufbaus mit Herrn Haft allerstrengstens hierarchisch (und bloß nicht linear!) durchlaufen, wurde es langsam Nacht und dann Dienstag. Der begann immerhin erst um 13.15 Uhr. Als einzig jurawürdige Zeit für eine erste Vorlesung in dieser Woche. Er bestand aus den letzten Ausgaben des Strafrechts und des Öffentlichen Rechts fürs erste Trimester.

Die gewohnten Bögen zur Bewertung der Dozenten inklusive. Die ohnehin die Woche prägten. Irgendwann wurde es redundant, bei "Der Gastdozent hat die Praxisnähe der Materie verdeutlicht" N. A. anzukreuzen. Doch der Gedanke dahinter ist ja ehrenwert.

Eine absurde kleine Szene am Mittwochmorgen bildete dann die Krönung des Gewohnheitsrechts dieses ersten Drittels unseres ersten Studienjahres. Eine Persiflage auf alle Stundenplanverschiebungen und Irrtümer à la nur pünktlich sein, weil man dachte, man hätte um 8 Uhr, obwohl man in Wahrheit erst um 8.30 Uhr hat. Ich kam an in unserem schönen Gebäude am Gustav-Stresemann-Ring 3, wie immer den Rucksack voller Gesetze, und setzte mich an einen der edlen Saftbar-Tische. Holte mit ein Relentless, glaube ich; aber ich weiß nicht mehr genau.

Ich war der erste. Wieder mal so ein kurzer außerordentlicher Moment wie am angedeuteten Samstag, als ich mich mit der Uhrzeit vertan hatte. Was diesmal nicht der Fall war. Es hatte nur ausnahmsweise weder einen Unfall gegeben noch mich zu Ditsch getrieben.

Irgendwann als genug Kommilitonen mit einem "Morgen", einem leisen "Hey" oder einem regional angemessenen "Gude!" an mir vorbeigegangen waren, stand ich auf und begab mich in Ruhe nach Istanbul. Den gewohnten Raum eines Mittwochmorgens. Und dort stand vorn, wie es sein sollte, niemand Geringeres als Dr. Sven Henseler. Er begrüßte mich, ohne Anstoß an meiner Anwesenheit zu nehmen - ganz normal. Dann kam Patricia herein und dann Gregor. Und dann noch ein, zwei Leute, mit denen zusammen ich noch nie eine AG gehabt hatte. Ich kramte zwischen den Gesetzen in meinem Rucksack meinen Stundenplan hervor. Erst BGB. Dann Strafrechts-AG. "Warum sagst du mir denn nicht, dass ich falsch bin, Sven?", fragte ich erstaunt. Nicht minder erstaunt wirkte die "Antwort": "Wie? Du bist falsch?" - "Wir haben dich heute erst um 11.30 Uhr", sagte ich. Was Sven die Stirn runzeln ließ. "Die können das doch nicht neun Wochen lang so herum machen und euch dann in der letzten vertauschen."

Den berühmten Samstag hatte er dabei vergessen. Aber das hatten die meisten sowieso längst.

Stattdessen gab's also zunächst die Schlussvorstellung bei Herrn Professor Binder. Der das trockene Gebiet Verjährung treffend mit seinem typisch trockenen Humor anging, noch ein paar Mal eine Auslegung immer "nach Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte" forderte, die wir "auch nachts um drei in deliriösem Zustand" praktizieren können müssten, und der sich so gebührend verabschiedete.

Nach neunzig Minuten plus Nachspielzeit schloss sich demgemäß ein weiterer Kreis. Es wurde zum ersten Mal nicht mehr geklopft, sondern wieder anerkennend geklatscht. Ein leicht erhabener Augenblick. Vor allem verglichen mit der sonst üblichen, vermeintlich "akademischeren" Knöchelmalträtierung. Eine Weltreise mit Szenenapplaus ging so zu Ende, wie sie begonnen hatte. "Ich werde Sie vermissen", meinte Herr Professor Binder. Wir lachten alle. Sofort annehmend, es mit einem Fall seines beispielhaften Sarkasmus zu tun zu haben.

"Das meine ich ernst", fügte er dann hinzu.

Womöglich ja auf ein Wiedersehen im Sachenrecht, nächsten Sommer.

Die Welt wird weiterhin an vielen Stellen grau bleiben, so oder so.

Nach Glückwünschen für den "Tag der Entscheidung" (Binder) am 13.Dezember, für die Klausur der Klausuren, folgte, nun diesmal wirklich, die letzte AG-Stunde im Strafrecht. Die erneut - finalwürdig als Teil, der für das Ganze steht - für die Zitate der Woche sorgte. Sie begann direkt mit einem Test. Völlig unangekündigt und nicht gerade einfach. Mit dem Sven, wie er danach erklärte, uns aus mehreren Gründen erschrocken hatte. Einer davon blieb besonders hängen: "Ihr müsst eins wissen: Egal, wie nett jemand zu euch ist, er kann euch immer eins reinwürgen. Speziell dann, wenn ihr es am wenigsten erwartet."

Der Mensch mag getreu Haft kein Faktenspeicher sein. Doch diese Erkenntnis wird notiert.

Sven hatte uns die Bewertungsbögen im Übrigen - unüblicherweise - zu Anfang der Stunde gegeben. Bevor er uns mit dem Test konfrontierte. Nehmen wir zu dem unüblich noch ein geschickt dazu.

Trotz allem wurde auch hier am Ende applaudiert. Und als der Applaus verklungen war, kam Sven noch mal zu mir. "Meinen Vergleich des Strafrechts hast du letzte Woche gar nicht mehr mitbekommen, oder?", fragte er. Ich hob die Augenbrauen und schüttelte den Kopf. "Wenn das Bürgerliche Recht am Anfang wie eine Taschenlampe in einem ansonsten dunklen Raum ist", meinte er, "dann ist das Strafrecht wie eine große Lampe mit gedimmtem Licht, das zwar den ganzen Raum ganz leicht erhellt, doch nichts so richtig. Man sieht alles, aber von allem nur ein bisschen."

Keine Ahnung, welche der beiden Allegorien das Leben eher trifft. Vermutlich manchmal die eine und manchmal die andere.

Es wird wohl nur durch situative Exegese zu erörtern sein. Treu und Glauben.

Als es Stunden später wieder finster wurde, ohne dass jemand einem verraten hätte, ob man nun die Taschenlampe oder den gedimmten Deckenfluter besser brauchen konnte, kam noch Englisch. Als letzte juristische Veranstaltung unseres ersten Trimesters.

Wie in der AG - auf einmal mit einem Test.

Warum er uns denn bestehen lassen solle, wollte Mr. Mehren wissen. "Damit ich den Leuten etwas zeigen kann, wenn sie mich fragen, wieso ich denn jeden einzelnen von euch habe bestehen lassen." Das Ganze natürlich in sound legal english. Was einfacher klingt, als es ist bei einer solch alltäglichen Fragestellung. Oder schreiben Sie mal einen Liebesbrief in Beamtendeutsch.

Die erste halbe Stunde zog somit noch schneller an uns vorüber als sonst ohnehin schon im Common Law. Es gab noch einen hochinteressanten zweiten Test, wenn auch ungleich entspannterer Natur, der uns Auskunft geben sollte, welcher Verhandlungstyp wir sind. Für dessen Auswertung überzogen wir freiwillig, nachdem Mr. Mehren bereits hatte Schluss machen wollen.

Die Bewertungsbögen hatten wir schon zu Anfang der Stunde erledigt.

Und so ging an diesem Mittwochabend, poetischerweise an diesem letzten Tag des November, an diesem letzten Tag eines kalten, nicht nur für seine Verhältnisse unheimlich spektakulären Monats, der Jurapart endgültig zu Ende.

Bis er uns spätestens an jenem 13.Dezember wieder einholen wird.

Was noch folgte, war das Planspiel, wie erwähnt. Das vieler Befürchtungen zum Trotz einen idealen Schlusspunkt bildete. Es war bisweilen so ein wenig wie auf einer Klassenfahrt. Man kam auf einmal unweigerlich mit Leuten in Kontakt, die man in den Korridoren zwar stets zu grüßen gepflegt hatte, und mit denen man vielleicht zwischendurch zufällig mal Circle of Death gespielt hatte - die man ansonsten aber auf ganz neue Art und Weise kennen lernte. Die man ganz anders erlebte als bisher oder als eingeschätzt.

Schon die allererste Szene des Spiels hatte besonderen Charakter. Aufgeregt wie früher bei der Zimmerverteilung für Klassenfahrten sammelte sich die Menge um den Aushang der Listen, wer mit wem die kommenden zwei Tage zusammenarbeiten würde. Herr Gleichmann tauchte mal wieder auf. Und Frau Mohr richtete zu ihrem Abschied - sie geht in Mutterschutz und wird vor unserem mythischen Umzug ins Gerichtsgebäude nicht zurückkehren - noch ein paar Worte an uns. Sie, die für fast alle von uns die erste Person von der EBS Law School war, mit der wir in Kontakt traten. Die erste Anlaufstelle, unser erstes Gesicht dieser Universität. Hier schloss sich sogar doppelt ein Kreis. Denn Frau Mohr verabschiedete sich mit jenem Leitsatz, der schon von der Einführungswoche in lebhafter Erinnerung geblieben ist: "Ich bin froh, dass ihr hier seid, jeder einzelne von euch. Alles Gute für eure Zukunft."

Ganz wie es sich für ein Staffelfinale gehörte, hatte das Planspiel daraufhin zwei Teile, die fließend ineinander übergingen. Donnerstag und Freitag. Und fand, je nach Gruppe, in allen Räumen statt, die während der zurückliegenden zehn Wochen eine Rolle gespielt hatten. Toronto, Istanbul, Seoul, Barcelona, Bilbao, Sydney, Hongkong, Accra, Bangalore und dergleichen mehr. Noch einmal eine Weltreise zum Schluss, wenn man bei der Konkurrenz spionieren wollte.

Und in diesem Zusammenhang verdeutlichte das Planspiel auch noch einmal die Relation zwischen Aufwand und Ziel eindrucksvoll. Wer sich zwei Tage lang die Seele aus dem Leib diskutiert und kalkuliert hatte für sein fiktives Unternehmen, der freute sich am Freitagabend womöglich über den höchsten Börsenwert. Und strich seine 90 ECTS ein. Doch ließen sich auch andere Maßstäbe an das Ganze anlegen. Wer wollte, konnte den Plan betonen, und wer wollte, das Spiel. Es ging nun mal nicht unbedingt nur um den größten Jahresüberschuss. 70 ECTS konnten ebenfalls viel wert sein. Inspiring Personalities.

Allein die frenetische Parteitagsstimmung bei der Verkündung der Werte, jeweils am Donnerstag und am Freitag, machte das Unterfangen auf alle Fälle lohnenswert. So erntete auch Herr Dr. Franzen Applaus. Und damit viel der Vorhang.

Ein Stückchen Freiheit zurückgewonnen.

Aber nur ein ganz kleines.

Drei Klausuren.

Es ist der zweite Advent. Es regnet im Strömen.

Wir haben alle unsere Ziele.

Und allermeistens gibt es Hindernisse. Seien es Gewohnheiten, die sich schneller einschleichen, als es nachvollziehbar erschiene. Sei es Orientierungslosigkeit - der Ruf nach einer Autorität, die uns den Weg weist. Sei es zu wenig Licht. Oder Licht nur an der falschen Stelle. Sei es die Klage aus der Rückkehr der Keilschrift, dass wir es uns immer selbst schwer machen würden. Sei es die Qual der Wahl zwischen Ja, Nein und Es kommt darauf an. Sei es Kleingeldmangel in einem Rewe Getränkemarkt oder Zeitmangel an einem Sonntagabend.

Der Psychologiestudent hat seine Seele nicht verkauft. Und er wird es nicht tun. Niemand sollte es tun. Manche tun es trotzdem. Oder vermieten oder versteigern sie gar. Es hat alles mit Zielen zu tun. Plan oder Spiel.

Entschuldigen Sie mich bitte. Ich gehe jetzt lernen.

Und dann mach ich irgendwas anderes.

  •  
  • 0 Kommentar(e)
  •  

Mein Kommentar

Ich möchte über jeden weiteren Kommentar in diesem Post benachrichtigt werden.

Zurück

« Dezember 2011»
S M T W T F S
        1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Letzte Beiträge

#šest – Nasvidenje (Rehearsals for Departure)
23.01.2014 13:58
#pet - Tolar
08.12.2013 11:00
#štiri – Midva
13.11.2013 11:40
#tri – Sedem ur in štirideset minut
23.10.2013 11:54

Blog rolls

Archiv

  • [-]2014(1)
    • [-]Januar(1)
  • [-]2013(5)
    • [-]Dezember(1)
    • [-]November(1)
    • [-]Oktober(3)
  • [-]2012(14)
    • [-]Oktober(2)
    • [-]März(2)
    • [-]Februar(8)
    • [-]Januar(2)
  • [-]2011(47)
  • [-]2010(97)

Kopieren Sie diesen Link in Ihren RSS Reader

RSS 0.91Posts
RSS 2.0Posts

Social Bookmarking

Meist gelesene Posts

Career Forum
18001 times viewed
22.09.2010 23:03
Learning German as a Foreign Language
10256 times viewed
02.06.2010 10:00
In Focus: Barcelona
9732 times viewed
27.04.2010 15:00
Thoughts on my Future Career Plans
9618 times viewed
26.03.2010 15:00

Blogger

Marvin
Law School Student

Chris
Master Student USA / Germany

Felix
Master Student / YGL curriculum

Nina
Bachelor Student

Trevor
Master Student South Africa

Vikram
MBA Student India / YGL curriculum

Letzte Beiträge

#šest – Nasvidenje (Rehearsals for Departure)
23.01.2014 13:58
#pet - Tolar
08.12.2013 11:00
#štiri – Midva
13.11.2013 11:40
#tri – Sedem ur in štirideset minut
23.10.2013 11:54