Blog

EBS BLOG

Zur Zeit wird gefiltert nach: Felix
Filter zurücksetzen

Chinesisch für Anfänger - Part 4

In so einem Austausch geht es ja um noch mehr als das reine Studium. Selbstverständlich haben wir die Zeit auch zum Reisen genutzt und die Feierei ist auch nicht wirklich zu kurz gekommen. Die wichtigste Erkenntnis beim Reisen war: Shanghai ist nicht gleich China! Vorsicht ist geboten, wenn man sich für ein paar Tage in Shanghai aufhält und denkt, das wäre alles ja gar nicht so anders, als das was wir gewohnt sind. Peking ist bereits um einiges anders und wenn man dann in andere Städte wie Nanjing, Hangzhou, Shenzhen oder gar ins Landesinnere reist, dann werden die Kontraste sehr schnell stärker. Das alles sind Erfahrungen, die ich nicht unbedingt regelmäßig wiederholen muss, die ich aber jedem Asienbesucher ans Herzen legen möchte, der sich ein vollständiges Bild von China machen möchte. Um sich davon zu erholen, kann man ja direkt im Anschluss nach Thailand, Cambodia oder Vietnam weiterreisen. Nach einem guten Thai-Curry und einer 5-Euro-Massage am Strand von Koh Samui lassen sich die Strapazen der China Reise überraschend schnell wieder vergessen. Was das Nachtleben betrifft, können Deutsche Städte sich echt hinten anstellen. Fairerweise muss man sagen, dass es in einer 25 Millionen Metropole vermutlich auch um einiges leichter ist, ein vielfältiges Angebot an Clubs, Bars oder Restaurants bereitzustellen. Was auch immer die Gründe sind, wir haben sie nicht weiter hinterfragt und uns einfach reingestürzt. Ein typischer Abend begann dann so gegen 20 Uhr bei Nepali Kitchen mit einer Auswahl Curries, Tandoories und Barbecue. Anschließend wurden entweder Margaritas im Zapatas getrunken, oder Salsa im Mural getanzt bevor es dann letztlich in einem der vielen westlichen Clubs wie Bar Rouge und M1NT oder, typisch chinesisch, in der Bar88 oder dem Phebes abging. Nicht selten kam es vor, dass dann noch ein bis zwei mal am Abend die Location gewechselt wurde. Es gab einfach zu viele gute Partys! Lustigerweise trifft man beim Ausgehen trotz Shanghais Größe gerne mal bekannte Gesichter und schnell steckt man in der internationalen Expat-Community drin. Das hat was und leiht einer sonst so anonymen Metropole gerne mal den Charme einer vergleichsweise kleineren Stadt wie Hamburg oder München.

Shanghai, du fehlst mir! Hätte man mir vorher gesagt, dass ich heute so denken würde, hätte ich mein Gegenüber für verrückt erklärt. Natürlich ist es ein gutes Gefühl wieder hier zu sein – Deutschland hat mir die ganze Zeit über nicht minder gefehlt – aber wenn man sich einmal mit Shanghai angefreundet hat, bleibt man ein leben lang verbunden. Die Stadt zieht einen unweigerlich in ihren Bann. Sie hat so viel zu bieten, sie ist schön und hässlich zugleich, teils hektisch, teil gemütlich, ein globales Dorf aber irgendwie auch chinesisch. Die Stadt ist vielseitiger als alles was ich bisher kannte. Ein echter Geheimtipp, der so geheim gar nicht mehr ist. In jedem Fall eine Reise wert, und auch darüber hinaus ...

Chinesisch für Anfänger - Part 3

Im Rahmen der jungen Generation sind wir nun auch letztlich bei meinen Kommilitonen und dem Studium in China angelangt. Die Feststellung, dass Chinesen ehrgeizig und fleißig sind, haben wir bereits gemacht. Zugegeben, manchmal könnten sie bessere Ergebnisse erreichen, wenn sie die unsinnigen Dinge einfach mal unterlassen oder auf den üblichen Mittagsschlaf am Arbeitsplatz verzichten würden, aber man sollte nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen. Es mag noch ein oder zwei Generationen dauern, aber man ist uns auf den Fersen und die allgemeine Beliebtheit westlicher Austauschstudenten erklärt sich sicherlich nicht nur dadurch, dass der Westler "the big leg" der Gruppe ist und die chinesischen Kommilitonen gerne mal davor bewahrt eine absolute no-go Präsentation zu halten, sondern auch, weil man sich westliche Arbeitsweisen abguckt und zunehmend nachahmt. An dieser Stelle eine kleine Anekdote zum Thema Präsentationen: "Lee, your Slide says that we recommend our clients to invest their money into a vegetarian franchise restaurant chain in the United Kingdom as 86% of the British are on a vegetarian diet. Where exactly did you get that numbers from?" Lee: "Oh, I made them up. Sounds pretty good, huh?" Hat man sich aber mit derartigen Erlebnissen arrangiert und einen Weg gefunden höflich und ohne Gesichtsverlust zu kritisieren, dann kann auch eine Gruppenarbeit zur positiven Erfahrung werden. Und auch wenn ich meine EBS Kommilitonen zwischenzeitlich darum beneidet habe, dass an anderen Unis Internationale und Chinesen getrennt voneinander unterrichtet werden, so bin ich letzten Endes doch sehr froh und habe die Nerven gerne geopfert. Denn schließlich war es ja das, wonach wir hier in China gesucht haben und was uns später sicherlich noch zu Gute kommen wird: Eine vollkommene, kulturelle Erfahrung. Heute kann ich zurückblicken und ehrlich sagen, dass ich weiß, wie man mit einem Chinesen zusammenarbeitet. Ich bin mir bewusst, welchen Respekt er bei der Zusammenarbeit von mir erwartet, und zugleich, wie ich ihm auf freundliche aber bestimmte Weise vermitteln kann, was ich im Gegenzug von ihm erwarte. Unter diesen Gesichtspunkten war der Austausch ein voller Erfolg. Und wie steht es um die übrigen Erfolgsfaktoren? Dazu mehr beim nächsten Mal.

Chinesisch für Anfänger - Part 2

Anfangs, und das werden meine Familie und Freunde bestätigen, stand es gar nicht so gut um die sino-derkumsche Annäherung. Keine Stunde nach meiner Ankunft wurde ich von einem freundlich grinsenden Taxifahrer gewaltig beschissen, als er lächelnd mit dem Finger bedeutete, dass der Highway geschlossen sei und er andersherum fahren müsse. Meine Augen folgten seinem Finger in einem großen Bogen und mir war klar: Das wird nicht günstig! Nach 24 Stunden im Flieger und an Flughäfen zwischen Hamburg ? Dubai ? Shanghai und mit Gepäck für ein halbes Jahr im Kofferraum, dachte ich mir: "Mach jetzt bloß keine Anstalten zu streiten und steig um Gottes Willen jetzt nicht hier in der Pampa aus!" Von daher habe ich mich meinem Schicksal ergeben. Und ich ahnte es bereits: Das sollte in den darauffolgenden Tagen und Wochen noch öfters passieren und auch der Gedanke "Hättest du Vollpfosten bloß mal die Sprache gelernt!" kam mir hier zum ersten, aber weiß Gott nicht zum letzten mal. Die kommenden Tage waren geprägt von Wohnungssuche, Akklimatisierung, Orientierung und Kulturschock. Ich erlebte etwas, dass eine befreundete Expat später als die berühmten "Shang-Highs und Shang-Lows" bezeichnete. Die Stadt war einfach atemberaubend und man taumelte nur so dadurch. Wobei man sich nicht immer bewusst war, ob das Taumeln durch die überwältigenden Eindrücke, oder doch eher durch die letzte Nacht irgendwo in der French Concession ausgelöst worden ist. Oder vielleicht durch beides.

Wenn man sich irgendwann damit abgefunden hat, dass nicht alles was der gemeine Chinese so tut unserem Verständnis nach Sinn macht ? dazu zählt zum Beispiel, sich in einem Pulk von Menschen vor die noch geschlossenen Türen der U-Bahn zu stellen, damit man auch ja als erster hineinstürmen kann, sobald sie sich öffnen um einen der begehrten Sitzplätze zu ergattern. Einziges Problem: Da wollen vorher noch Leute raus! Gerade zu Stoßzeiten gab es daher an den U-Bahnhöfen Chaos. Da musste zum Teil auch die Polizei eingreifen wenn mal wieder Frauen, Kinder und Alte die Treppen heruntergestoßen wurden. Sicherlich nicht mit Absicht, aber daran wurde mir zum ersten Mal deutlich wie sich eine Ein-Kind-Politik auswirkt, in der jeder Spross daheim wie ein kleiner Kaiser behandelt wird ? ein Umstand, der - und da braucht man kein Soziologe für zu sein - mit der vordergründigen Kollektiv-Mentalität irgendwie im Konflikt steht. Das Resultat: Jeder ist sich selbst der Nächste. Und so wird eben gerannt, geschubst und gedrängelt. Das erklärt auch irgendwie die Hektik in dem Land. Das und die Tatsache, dass sich die Chinesen innerhalb ihrer Landesgrenzen in einem Wettbewerb befinden zu scheinen, gegen den "the global competition" wie die Vorausscheidungen der Stadtmeisterschaften wirken. Da zählt nur, welchen Job man hat, wie viel man verdient und wie viele Designerprodukte man sich letzten Monat kaufen konnte. Was im übrigen erklärt, weshalb vor den Läden von Louis, Coco und Salvatore Heerschaaren von Chinesen stehen und drauf warten ihr hart erarbeitetes Geld über den Tresen schieben zu dürfen. Demonstrate high Value! Ein Ausdruck den mir ein Kommilitone in einem etwas anderen Zusammenhang beigebracht hat, der hier aber genau so zutrifft, wie ich finde. Es ist, als hätten sich die Chinesen diese Eigenart bei den benachbarten Japanern abgeguckt. Aber es liegt auch irgendwo Nahe, denke ich. Zum einen laufen in Shanghai eine Menge Expat(riots) herum, die mit ihrem Stil und Lebenswandel ein perfektes, erstrebenswertes (?) Vorbild für den jungen Chinesen bzw. die junge Chinesin abgeben ? in Punkto Ehrgeiz geben sich Mädels und Jungs dort überhaupt nix. Mir scheint es zum Teil sogar so, dass die jungen Damen ihre Ziele noch ehrgeiziger und unnachgiebiger verfolgen. Nicht umsonst geht das Gerücht um, dass in Shanghaier Ehen die Frauen die Finanzen regeln. Ob das nur in Shanghai so ist? Fest steht, dass die junge Generation in dem Land seit der Öffnung für den sogenannten Roten Kapitalismus in einem Wettstreit steht, wer das größte Stück vom Kuchen abbekommt. Am Ende des Tages eine ganz normale Reaktion, wie ich finde. Allerdings wird sich in den kommenden Jahren auch die Frage nach der Verteilungsgerechtigkeit stellen, wenn sie das nicht sogar schon tut. Um sich dieser Frage etwas anzunähern, muss man die junge Generation der Chinesen besser kennen lernen. Deshalb werde ich hier nächste Woche meine Erfahrungen im Bezug auf die chinesischen Kommilitonen mit euch teilen.

Chinesisch für Anfänger - Part 1

Chinesisch für Anfänger - Part 1

Gestern Morgen um ziemlich genau 6:00 Uhr setzte die 747 von Lufthansa auf dem Flughafen in Frankfurt auf. Nach knapp einem halben Jahr im Ausland, fern ab von der Heimat, war das schon ein beeindruckender Moment - Grund genug einen Augenblick in die Retrospektive zu gehen und die letzten paar Monate noch mal Revue passieren zu lassen.

Begonnen hat alles mit der Wahl der Auslandsuni im Frühjahr 2011. Nachdem ich im Bachelor in den USA studiert hatte, war klar: Das scheidet aus! Aber wohin dann? Irgendwo in die Sonne? Vielleicht noch mal mein mittlerweile desolates Spanisch auffrischen? Oder Französisch? Da gab es schon die ein oder andere Möglichkeit. China hatte ich zunächst gar nicht auf dem Schirm. Ich war überhaupt nicht neugierig darauf, Freunde hatten mir berichtet, dass es hektisch sei, keiner spräche Englisch, Facebook und Youtube funktionierten nicht und das Essen ... ja, das hätte überhaupt nichts mit dem zu tun, was man so aus dem "Lotus Garden" um die Ecke kennt. Da würde man sich als Europäer ganz schön umstellen müssen. Insgesamt hatte ich also eine sehr grausige Vorstellung davon, was mich erwarten würde. Auf der anderen Seite hingegen bereite ich mich derzeit darauf vor, beruflich in der Automobilindustrie Fuß zu fassen und wenn es da einen Ort gibt, an dem man besser mal gewesen sein sollte, dann ja wohl China. So kam es, dass ich vor der Entscheidung wohin es schlussendlich gehen sollte einen kleinen, inneren Zwist mit mir selbst auszutragen hatte. Am Ende hat die Vernunft gewonnen: You (Felix Derkum) have been allocated to Shanghai Jiao Tong University. China ich komme, zieh dich schon mal warm an! Letzten Endes dachte ich mir, wenn du schon die Zeit hast noch mal für länger weg zu kommen, dann bloß nicht irgendwohin, wo ich binnen 5 Stunden auch per Anhalter kommen kann und vielleicht schadet es auch nicht, die berühmt berüchtigte "Comfort Zone" mal zu verlassen und etwas gänzlich neues kennen zu lernen. Und wieder einmal musste ich lernen, dass man einfach alles besser selber ergründet. Andere sehen die Dinge eben nie so, wie man selbst. Ich bin froh, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin und China wirklich erlebt habe. Schon heute, einen Tag nach meiner Rückkehr, kann ich sagen: Es war eine der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens. Wie konnte es soweit kommen? Dazu später mehr ...

14.01.2011
21:22

Friday, Jan. 14th

What does success mean to you? This question was brought to us from Patrick, one of two Canadians changing our mindset today. He is a great negotiator, teaching bankers, managers, and even the prosecutors in The Haag. He knows his business very well. This became obvious as everybody was at least questioning his personal definition of success in a context of interaction and litigation, when we were finished today. It is not about winning and losing, or positions. It is about interests, understanding one another, and maximizing the mutual outcome.

The other Canadian, Francois, was talking about global citizenry and challenges of tomorrow. He is a really funny guy and he challenged many of our daily absurdities. However, he did this in a very charismatic and self-depreciating way … probably the secret of his convincing character. Finally, he encouraged us to leave our personal comfort zone. We should go out and get to know the world. There is so much diversity and inspiration that we have to get in touch with. Otherwise we will be outperformed very likely.

Finally, we were reflecting the entire curriculum and shared our view on the learnings. Everybody admitted that his personal mindset got incredibly challenged and also questioned this week. Every single speaker was such a big inspiration and offered us great perspectives. Personally, I got the feeling that the biggest mistake we could do in our lives, would be to underestimate the impact we can have. Every life bears so much potential that we cannot just live in our personal micro cosmos. At the end of the day, I want to have the feeling that my live was not useless, but promoted relevant and positive change. According to my understanding this is what the YGL forum is about. The cool thing is that there seem to be more people out there who share this view, and even if every single life can make a change, together one can still achieve more.

« Juli 2014»
S M T W T F S
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31    

Letzte Beiträge

#šest – Nasvidenje (Rehearsals for Departure)
23.01.2014 13:58
#pet - Tolar
08.12.2013 11:00
#štiri – Midva
13.11.2013 11:40
#tri – Sedem ur in štirideset minut
23.10.2013 11:54

Blog rolls

Archiv

  • [-]2014(1)
    • [-]Januar(1)
  • [-]2013(5)
    • [-]Dezember(1)
    • [-]November(1)
    • [-]Oktober(3)
  • [-]2012(14)
    • [-]Oktober(2)
    • [-]März(2)
    • [-]Februar(8)
    • [-]Januar(2)
  • [-]2011(47)
  • [-]2010(97)

Kopieren Sie diesen Link in Ihren RSS Reader

RSS 0.91Posts
RSS 2.0Posts

Social Bookmarking

Meist gelesene Posts

Career Forum
16378 times viewed
22.09.2010 23:03
Learning German as a Foreign Language
9883 times viewed
02.06.2010 10:00
In Focus: Barcelona
9449 times viewed
27.04.2010 15:00
Life in Germany vs. Life in South Africa
9127 times viewed
31.03.2010 15:00

Blogger

Marvin
Law School Student

Chris
Master Student USA / Germany

Felix
Master Student / YGL curriculum

Nina
Bachelor Student

Trevor
Master Student South Africa

Vikram
MBA Student India / YGL curriculum

Letzte Beiträge

#šest – Nasvidenje (Rehearsals for Departure)
23.01.2014 13:58
#pet - Tolar
08.12.2013 11:00
#štiri – Midva
13.11.2013 11:40
#tri – Sedem ur in štirideset minut
23.10.2013 11:54