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06.09.2010
12:34

Die erste nächtliche Arbeitssitzung an der EBS

Nachdem ich bisher von meinen ersten Erfahrungen und Erwartungen an mein EBS-Studium berichten durfte, kann ich heute erstmal auch etwas von meinem Studium hier im Rheingau berichten. Die Einführungswoche für uns "Quietschies" neigt sich dem Ende zu und schon haben wir unsere erste Studienleistung erworben.

So saßen wir mittwochs alle erstmals in unseren Kleingruppen von ca. 30 Studenten in den Vorlesungssälen im Kiep-Center und hörten uns aufmerksam an, was die Professoren aus den Bereichen Marketing, Finance, Logistik und Organisational Behaviour vortrugen und am Beispiel der BASF ihr Spezialgebiet erklärten. Persönlich hat mich der Finance-Bereich am meisten begeistert. Prof. Dr. Hommel gab uns erste Informationen darüber an die Hand, was unter Finance eigentlich zu verstehen ist, wie Unternehmen sich mit Kapital eindecken und wie sie ihre Kapitalstruktur aufbauen können.

Am Nachmittag wurden die Kleingruppen dann in Teams von sechs bis acht Leuten aufgeteilt und jedem Team wurde ein Thema aus einem der Fachbereiche zugewiesen, das dieses am nächsten Tag in einer Präsentation vorzustellen hatte. Interessanterweise erhielten wir eines der Finance-Themen. Wir sollten die Kapitalstruktur von BASF analysieren und uns insbesondere mit dem Verhältnis von langzeitiger und kurzzeitiger Fremdfinanzierung während der Finanzkrise auseinandersetzen.

Um es kurz zu machen: Ein unheimlich interessantes Thema, zu dem man aber erst einmal einen Zugang finden muss!! Und so saß unser Team dann auch von vier Uhr nachmittags bis morgens um halb 5 zusammen. Trotz der langen Nacht ließen wir uns unsere gute Laune und Motivation nicht vermiesen und feilten immer wieder an letzten Details.

Am nächsten Tag wurde dann letztlich auch unsere Präsentation super aufgenommen! Ein Lob vom Professor und der Applaus der Kommilitonen entschädigten für die lange Nacht und als wir am selben Abend noch per Email unsere Noten erhielten, waren wir alle glücklich über die gelungene Arbeit und darüber, in den bunt zusammengewürfelten Teams wieder ein paar neue Leute kennengelernt zu haben.

06.09.2010
12:22

Life@EBS... oder eben gerade nicht?

Vor allem zu Beginn der Einführungswoche habe ich natürlich außer all den Vorträgen und Veranstaltungen auch noch weitere, von meinen Mitkommilitonen vielleicht - oder wahrscheinlich - ganz anders empfundene Eindrücke, wahrgenommen.

So war oder ist es auch immer noch ein relativ eigenartiges Gefühl, zu realisieren, dass sich fast alle anderen, sagen wir mal etwa 245 andere, quasi ein „neues Leben aufbauen müssen“. Alle, die aus einer weiter entfernt liegenden Stadt nach Oestrich, Winkel, Hallgarten, Mittelheim, Gottestal, Eltville oder Hattenheim gezogen sind, müssen sich nun mit Fragen konfrontiert sehen, die ich mir, die ich weiterhin zuhause wohne, schlicht und ergreifend nicht zu stellen brauche. So muss ich mir nicht überlegen, in welches Fitnessstudio ich ab jetzt gehe oder wo das nächste Postamt ist. Auch die Frage, wo ich einkaufe bzw. woher ich nachts in der Umgebung schnell, große Mengen an Red Bull bekomme - eine Sorge, die scheinbar in der späteren Klausurenphase relevant werden wird - brauche ich für mich nicht zu beantworten. Es gibt mir manchmal das Gefühl, dass alle ihr „altes Leben“ zuhause in ihrem Heimatort lassen und sich völlig auf das „neue Leben“ mit all den neuen Kontakten und zu organisierenden Dingen einlassen müssen - während ich einfach abends in mein Auto steige und nach Hause fahre, das Zuhause, das ich schon davor hatte, in der Stadt, in der mein „altes Leben“ mit all meinen Freunden liegt. Trotz des oben beschriebenen befremdlichen Gefühls, sehe die Situation als absoluten Gewinn - ich bekomme sehr viel neues, tolles dazu, ohne irgendeinen Verlust, eine Aufgabe, ein Verlassen und das sicherlich nicht zu unterschätzende Heimweh in Kauf nehmen zu müssen.

Ein weiterer Eindruck, von dem ich eigentlich noch nicht abschließend weiß, wie ich ihn für mich einordnen soll, ist der, dass man uns einerseits „Es zählt hier ab dem ersten Tag!“ erklärt, andererseits „Entspannt Euch erstmal - es beginnt früh genug!“ rät. Es häufen sich gegensätzliche Aussagen wie „Nehmt es total ernst!“ und „Chillt Euch.“, außerdem „Ich habe nächtelang durchgelernt, so ein Stress ist das.“ und „Ich habe ganz relaxed hin und wieder tagsüber gelernt.“ oder auch „Professor XY ist ganz schrecklich.“ und 5 Minuten später „(Derselbe) Professor XY ist der beliebteste an der ganzen Uni.“ Was davon wirklich stimmt, müssen wir, glaube ich, im Laufe der Zeit selber herausfinden ...

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