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25.04.12

Abschied von Professor Dr. Hartmut Kreikebaum

Prof. Dr. Hartmut Kreikebaum

Prof. Dr. Hartmut Kreikebaum

Nach mehr als vierzigjähriger aktiver Tätigkeit als Hochschullehrer in Forschung und Lehre, zuletzt als Lehrstuhlinhaber für Internationales Management an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, geht Professor Dr. Hartmut Kreikebaum nun in den verdienten Ruhestand.

Kreikebaum stammt aus dem Sauerland. Am 1. Februar 1934 wurde er in Werdohl geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder sowie vier Enkel. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er mit Hilfe der Studienstiftung 1954 an der Universität zu Köln. Von 1954 bis 1959 studierte Kreikebaum Volks- und Betriebswirtschaftslehre bei Alfred Müller-Armack, Günter Schmölders und Erich Gutenberg in Köln. Sein Studium schloss er mit dem Dipl.-Volkswirt (1958), Dipl.-Kaufmann (1959) und Dr. rer. pol. (1960) ab.

Nach einer Tätigkeit in der Geschäftsstelle der Studienstiftung entschloss er sich zu einem zusätzlichen Master-Studium der Verwaltungswissenschaften von 1961 bis 1962 an der Harvard University. Seine auf einer empirischen Untersuchung aufbauende Master-Arbeit über die personellen und sozialen Auswirkungen der Automatisierung schrieb er bei John T. Dunlop, dem ausgewiesenen Kenner der Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen ("Industrial Relations"). Diese ersten Erfahrungen mit kollektiven Entscheidungen führten zur empirischen Untersuchung von Humanisierungsprozessen und unterstützten Kreikebaum bei späteren Mandaten als Aufsichtsrat (u.a. bei der Adam Opel AG) und als Mediator.

Bis zur Habilitierung 1970 in Köln war er als Wissenschaftlicher Assistent in Mainz und als Mitarbeiter in der Internen Revision und Organisation bei Boehringer Ingelheim tätig. Von 1971 bis 1999 betreute Prof. Dr. Hartmut Kreikebaum den Lehrstuhl für Industriebetriebslehre an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Bereits in den 70er Jahren entwickelten sich die ökologische Nachhaltigkeit und integrierte Umweltschutzstrategien zu einem zentralen Lehr- und Forschungsgegenstand. Ihnen galten mehrere internationale Umweltschutzkonferenzen sowie Vortragsreisen in den Staaten Südamerikas, Ostafrikas und Ostasiens. Einen weiteren Schwerpunkt bilden ethische Aspekte der unternehmerischen Tätigkeit im internationalen Vergleich. Aus einer vergleichenden Studie zusammen mit der UCLA und der Harvard Business School resultierten neue Vorschläge zur Beilegung von ethischen Konflikten.

Nach der Emeritierung verfolgte er seine Forschungsinteressen in der Unternehmensführung, Umweltpolitik und Ethik an der EBS Business School im Rahmen des Lehrstuhls für Internationales Management II. Dort gründete er vor vier Jahren auch das EBS Institut für Unternehmensethik. Es bietet interessierten Studierenden die Möglichkeit, soziale Kompetenz durch unkonventionelle Praxiserfahrungen in Sozialeinrichtungen zu entwickeln, und unterstützt Unternehmen in ihrem gesellschaftlichen Engagement.

Rund zehn Jahre war Kreikebaum ehrenamtlich für die Fulbright Kommission tätig. Zudem engagierte er sich viele Jahre im wissenschaftlichen Beirat des Goethe-Instituts, in einer Auswahlkommission der Alexander von Humboldt-Stiftung sowie als Vertrauensdozent der Studienstiftung. Privat engagiert sich Kreikebaum als Prädikant in der evangelischen Kirche, bei der Durchsetzung regionaler Nachhaltigkeitsstrategien, sowie in kommunalpolitischen Projekten zur Verbesserung der Landschaftsschutzes und der Energieeffizienz in seiner Heimatgemeinde Schlangenbad. Dem Institut für Unternehmensethik wird er auch weiterhin als akademischer Leiter, gemeinsam mit den Philosophieprofessoren Richard Raatzsch und Max Urchs, verbunden sein.