Lehrinhalte

Block 1: Organisation - Dynamik am Rande des Chaos (3 Tage)

Aus systemischer Sicht entstehen Probleme in Organisationen häufig aus dem Widerstreit zweier Grundtendenzen: dem Streben nach Stabilität, Konstanz und Vorhersehbarkeit einerseits und der Notwendigkeit von Entwicklung und Erneuerung und damit von Unvorhersehbarkeit und Risiko andererseits. Zwischen rigidem Festhalten an alten Strukturen und verwirrenden Tendenzen zur Auflösung ist ein zieldienlicher, aber oft konflikthafter Kurs "am Rande des Chaos" zu bestimmen. Wie das dazu erforderliche Komplexitätsmanagement im Spannungsfeld Person - Rolle - Organisation zu leisten ist, soll in diesem Block untersucht werden.

Block 2: Konflikt als Entwicklungschance (3 Tage)

Konflikte spiegeln die Auseinandersetzung um Interessen und Wirklichkeitskonstruktionen wider: Für den Einzelnen und die Gruppe bieten sie die Chance zur Innovation und zur Abgrenzung. Entwicklungschancen und Stabilität konkurrieren so miteinander und müssen in einem oft heftigen und schwierigen Prozess "ausgehandelt" werden. Die Moderation dieses Prozesses ist die Aufgabe des Konfliktsmanagements.

Dazu müssen oft gewohnte Blickwinkel verlassen werden, um für scheinbar unlösbare Probleme neue Unterscheidungen zu entwickeln und so neue Handlungsoptionen zu gewinnen.

Block 3: Führung - die unmögliche Aufgabe (3 Tage)

Betrachtet man gemäß dem systemisch-konstruktivistischen Verständnis Mitarbeitende als nicht-triviale Systeme, dann stellt sich Führung zunächst als unlösbare Aufgabe dar. Menschen lassen sich von außen weder eindeutig steuern noch kontrollieren. Damit stellt sich die Frage, wie das, was von Führungskräften im Rahmen von Organisationen erwartet wird, zu leisten ist. Dazu werden wir sowohl die unterschiedlichen Aufgaben und Orientierungen ableiten und deren wechselseitige, unauflösbare und zirkuläre Verknüpfung betrachten. Wir unterscheiden dafür Management 1. Ordnung und Management 2. Ordnung.

Das spannungsvolle Gegeneinander und das erforderliche Miteinander von Organisation und Selbstorganisation werden die zentralen Aspekte liefern. In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle der Organisationskultur zu verstehen sein. Sie hilft, zwischen lähmender Erstarrung und chaotischer Auflösung, einen zwar stets risikobehafteten Weg zu finden, der die Balance zwischen Stabilität und Innovation erhält. Coaching erweist sich damit letztlich als Beratung für das Management 2. Ordnung.

Block 4: Abschluss - Wo stehe ich? (3 Tage)

In intensiven Rollenspielen werden die Inhalte und Instrumente repetiert und vertieft. Zum Abschluss erfolgt eine individuelle Standortbestimmung: Neben dem Feedback der Kusteilnehmer und der Trainer ist die kritische Selbstreflexion wesentlicher Bestandteil des Zertifizierungsprozesses.

Gudrun Teipel, 30 Jahre Management- und Führungserfahrung in der Kreditkartenbranche und Hotellerie; selbständiger Coach und Trainer mit den Schwerpunkten Business Coaching, Karriere-Beratung und Persönlichkeitsentwicklung

In der Coaching-Ausbildung an der EBS habe ich nicht nur reine Coaching Techniken gelernt, sondern konnte darüber hinaus meine Grundhaltung als Coach nachhaltig verändern. Meine Fähigkeit zur Reflexion von Situationen und Handlungsoptionen ist weiter geschärft, das Fundament für meine berufliche und persönliche Entwicklung. Meine Motivation, immer wieder neue Denkmuster und Lösungs-Ansätze für Themen und Anliegen zu entwickeln, stellt die Basis meiner Arbeit mit meinen Coachees, den Studierenden der EBS, dar: Wie kann ich die meist als ,,richtig" und ,,selbstverständlich" erlebte Sicht meines Gegenübers durch gezielte Fragen in eine andere Perspektive bringen, die einen Unterschied macht und dem Coachee neue Handlungsoptionen ermöglicht? ... ,,Es könnte auch anders sein!"