Johannes Sczepan, Geschäftsführer der Plansecur im Gespräch mit Prof. Dr. Hartmut Kreikebaum

Johannes Sczepan, Geschäftsführer der Plansecur Beratung

Hartmut Kreikebaum (HK): Herr Sczepan, welche Werte sind Ihnen aus der Sicht Ihres Unternehmens besonders wichtig?

Johannes Sczepan (JS): Maßgeblich für unser Denken und Handeln ist eine von christlichen Werten geprägte Ethik, die in den sechs Grundwerten unserer Unternehmensgruppe formuliert ist: Erstens tun wir genau das, was wir uns vornehmen. Zweitens gilt unsere gesamte Wertschätzung den Menschen und ihrem Vermögen, Drittens handeln wir dabei konsequent und verfolgen klare Ziele. Viertens, und das ist besonders wichtig: Für uns ist Reichtum mehr als Geld. Wir stellen uns dieser Wirklichkeit und verpflichten uns daher, im Umgang miteinander wahrhaftig zu sein. Wir schätzen ehrliche Geschäfte. Das partnerschaftliche Miteinander bildet die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg unserer werteorientierten Unternehmensführung.

HK: Wie werden diese Werte umgesetzt?

JS: Die Grundwerte der Plansecur sind Teil der Plansecur-Leitlinien, die die Richtschnur für unser Streben und den Maßstab für unser Handeln vorgeben. Die Grundwerte sind für alle Mitarbeiter der Plansecur gültig. Unsere „Grundsätze verantwortungsvoller Vermögensberatung“ sagen, dass Beratung personenorientiert und bedarfsorientiert sein muss.  Diese „Grundsätze“ sind für die selbstständigen Finanzberaterinnen und Finanzberater verpflichtend und Bestandteil ihres Vertrages mit der Plansecur.

HK: Beeinflussen diese Werte auch Ihr Verhalten in Bezug auf die strategischen Entscheidungen in Ihrem Unternehmen? Und wenn ja, wie?

JS: Die Ausrichtung an den Grundwerten lässt sich am besten an Beispielen erläutern. Dass Reichtum mehr als Geld ist (Grundwert 4), leben die Gesellschafter der Plansecur seit Gründung des Unternehmens glaubhaft vor. Bereits 1986 entschlossen sich die Gründungsgesellschafter, ein Prozent aller Umsätze für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen. Im Laufe der Jahre sind auf diese Weise knapp zwei Millionen Euro gespendet worden. Diese Entscheidung trafen die Gesellschafter in dem Bewusstsein, dass es viele Menschen gibt, die ohne die Hilfe anderer nicht existieren können. Die Gründungsgesellschafter etablierten eine Kultur des Verzichts, die von nachfolgenden Gesellschaftern bestätigt wurde.

HK: Versuchen Sie, ethische Grundhaltungen auch bei den Angehörigen Ihres Unternehmens zu verankern?

JS: Ja, selbstverständlich. Am wichtigsten ist, dass die Unternehmensleitung und die Führungskräfte in Ihrem Verhalten eine Vorbildfunktion übernehmen, an der sich die Mitarbeiter orientieren können. Auf diese Weise erreicht man unserer Meinung am besten, dass sich viele Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren und in dessen Sinne handeln. Einige Unternehmen arbeiten mit einem so genannten Ethik- beziehungsweise Wertebeauftragten. Darauf verzichtet die Plansecur, weil es so aussähe, als sei nur ein einziger Mitarbeiter für das Einhalten von Werten zuständig, obwohl es unstrittig ist, dass dies alle angeht und von allen getragen werden muss.

HK: Mit welchen konkreten Maßnahmen sichern Sie deren Durchsetzung?

JS: Das lässt sich am besten am Beispiel des 2. Grundsatzes der „Grundsätze verantwortungsvoller Vermögensberatung“ erklären: „Vermögensberatung muss bedarfsorientiert sein“. Dies bedeutet konsequenterweise, dass unsere Beraterinnen und Berater ihren Kunden keine Produkte vermitteln, die diese nicht brauchen. Dies lässt sich nur gewährleisten, indem die Plansecur ihren Beraterinnen und Beratern keinerlei Produkt- und Mengenzielvorgaben erteilt. Die Beziehung zwischen Plansecur-Kunde und Plansecur-Berater kann so auf Langfristigkeit aufgebaut werden. Deshalb kennt das Finanzberatungsverfahren der Plansecur, das so genannte „Drei-Schritt-Verfahren“, neben den Schritten Bedarfsermittlung, Entscheidungshilfe auch den Folgeservice, bei dem die bei dem die Verträge und Vermögensanlagen den neuesten Entwicklungen angepasst werden. Das Plansecur-Drei-Schritt-Verfahren zeigt das Ziel der Beratung auf: eine langfristige Geschäftsverbindung, die sich nicht in der Vermittlung einzelner Produkte erschöpft.

HK: Wie schlägt sich Ihre Werteorientierung in der internen Unternehmenskommunikation, z.B. mit ihren Mitarbeitern, nieder?

JS: Flache Hierarchien und ausgeprägte Teamarbeit sind die Garanten für ein partnerschaftliches Miteinander und eine entsprechende Kommunikationskultur. Wir arbeiten daran, unseren kommunikativen Umgang miteinander ständig zu verbessern. Wir pflegen eine eindeutige Feedback-Kultur und versuchen, Betroffene zu Beteiligten zu machen; das heißt, so früh wie möglich zu informieren und das Gespräch zu suchen.

HK: Wie drücken sich die spezifischen Wertvorstellungen Ihres Unternehmens in der externen Kommunikation aus,  beispielsweise mit Ihren Kunden, Partnern, Mitbewerbern und Ihrem erweiterten gesellschaftlichen Umfeld?

JS: Die Plansecur kommuniziert allen von Ihnen genannten Gruppen offensiv ihre Grundeinstellung. Dies ist einerseits natürlich ein Vorteil und eine Chance des Unternehmens, aufgrund seiner Alleinstellungsmerkmale positiv eingeschätzt zu werden. Andererseits ist dem Unternehmen auch bewusst, dass die Öffentlichkeit die Maßstäbe, mit der sie das Handeln der Plansecur bewertet, strenger anlegt als bei anderen Firmen.

HK: Wie sichern Sie die kontinuierliche Ausrichtung an wünschenswerten ethischen Leitlinien auch über das eigene Verbleiben im Unternehmen hinaus?

JS: Die Plansecur verfügt über Unternehmens-Lebensziele, die über einen Zeitraum von 200 Jahren formuliert sind. Diese stellen die Leitplanken des Handelns für viele Generationen dar. Damit sich die Plansecur nach dem Wunsch und den Ideen ihrer Gründer weiterentwickeln kann, wurde die gesellschaftsrechtliche Struktur entsprechend gewählt. Die Plansecur ist zu 100 Prozent eigenkapitalfinanziert und gehört mehrheitlich den aktiven Beratern. Diese können ihre Anteile weder veräußern oder vererben und geben sie nach ihrem Ausscheiden zum Nennwert an das Unternehmen zurück. Das Unternehmen muss somit nicht die Interessen Dritter wahren und es ist ausgeschlossen, dass die Plansecur anderen Interessen als denen ihrer Kunden verpflichtet wird. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, ist in der gesellschaftsrechtlichen Struktur mit einer doppelten Stiftungslösung sichergestellt. Die Stimmrechte des Firmengründers, eine Sperrminorität von 26 Prozent, liegen in den Händen der Klaus-Dieter-Trayser-Stiftung für werteorientierte Unternehmensführung. Diese Stiftung hat die Funktion, die Zukunftssicherung der Plansecur-Unternehmensgruppe zu gewährleisten und das „Wächteramt“ über das auf christlichen Grundwerten basierende Wertekonzept der Plansecur-Unternehmensgruppe auszuüben. Die Anteile der Stiftung sind unverkäuflich. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass das Unternehmen nicht in fremde Hände fällt – weder durch einen Erbgang oder durch einen Börsengang noch im Wege der Übernahme durch einen Konkurrenten.

Weitere Informationen und Kontakt: Plansecur Management GmbH & Co. Marketing und Service KG Druseltalstraße 150, 34131 Kassel, Fon: 0561 / 9355 - 262 https://www.plansecur-beratung.de